Parabene in Kosmetik: Umstrittene Konservierungsstoffe

Sascha Ballweg

Parabene sind Ester der 4-Hydroxybenzoesäure. Gemäß der Deutschen Kosmetik-Verordnung sind 4- Hydroxybenzoesäure sowie ihre Salze und Ester als Konservierungsstoffe zugelassen. Die Verwendung der Parabene in kosmetischen Mitteln ist zudem in der EG-Richtlinie für Kosmetika geregelt. Zurzeit gibt es keine EU-Bestrebungen hinsichtlich einer gesundheitlichen Bewertung der Parabene durch das Scientific Committee on Toxicity, Ecotoxicity And The Environment (SCTEE) oder einer rechtlichen Regelung für Hersteller.

Dies verwundert, da wissenschaftliche Untersuchungen und langjährige Studien unter Umständen die Toxizität, östrogene Wirkung und Spermizität von Parabenen nachgewiesen haben.

Diesen Ergebnissen folgend, stuft das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die Verwendung von Parabenen in Kosmetika als bedenklich ein, gleichzeitig weist es jedoch darauf hin, dass krankheitsrelevante, ursächliche Wirkungen beim Menschen bislang nicht belegt werden konnten. Auch Experten des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg halten eine Warnung vor der Verwendung von Parabenen in Kosmetika für verfrüht. Die Abteilung Toxikologie des Instituts für Krebsforschung der Medizinischen Universität Wien kommt in einer Stellungnahme vom Februar 2004 zu der Schlussfolgerung, dass die in der Studie beschriebenen Parabenkonzentrationen unterhalb der Schwellenkonzentration für östrogene und damit wachstumsstimulierende Wirkung an menschlichen Brusttumorzellen liegen. In der Stellungnahme heißt es auch, dass Parabene praktisch nicht toxisch, nicht mutagen und nicht kanzerogen sind. [1]

Das bekannte Magazin ÖKO-TEST schrieb im April 2008 zu diesem Thema: "2004 gerieten Parabene in die Schlagzeilen: 'Parabene in Deos erzeugen Krebs' hieß es plötzlich. In einer britischen Studie [2] waren Parabene in Gewebeproben von Brustkrebspatientinnen nachgewiesen worden. Die Deutsche Krebsgesellschaft warnte daraufhin vor parabenhaltigen Deos. Begründung: Parabene hätten eine dem weiblichen Hormon Östrogen ähnliche Aktivität und könnten dadurch Zellen des Brustgewebes zu unkontrolliertem Wachstum anregen. Richtig ist, dass in ersten Versuchen zur hormonellen Wirksamkeit von Parabenen eine geringe östrogene Wirkung nachgewiesen wurde. Stärkste Effekte zeigten sich bei Butylparaben, während das in Kosmetika am häufigsten verwendete Methylparaben die geringste Östrogenwirkung aufwies. Falsch ist es jedoch, daraus einen direkten Zusammenhang zu Brustkrebs herzustellen."

Wer als Verbraucher verunsichert ist und weitere Forschungsergebnisse abwarten möchte, sollte ausschließlich Antitranspirante verwenden, die keine Parabene enthalten (z.B. hidry®sens, basic und max). Parabene "verstecken" sich oft in der offiziellen Angabe der Bestandteile als schlichte "Konservierungsstoffe" oder gemäß der INCI-Liste (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) hinter Fachbriffen wie z.B. p-Hydroxybenzoic acid. Es ist daher darauf zu achten, dass das benutze Produkt "frei von Konservierungsstoffen" ist. Dies ist bei Kosmetikprodukten allerdings selten der Fall (Cremes beispielsweise wären ohne diese Stoffe schon nach nur einem Tag verdorben). Bei Antitranspiranten verfügen besonders alkoholhaltige Lösungen über eine vergleichsweise lange Haltbarkeit. Die Haltbarkeitsspanne in Monaten muss mit einem Normzeichen auf der Verpackung angegeben werden.

[BILD]

Dieses international gültige und für Hersteller verpflichtende Zeichen stellt eine geöffnete Kosmetikdose dar und bedeutet: nach dem Öffnen ist dieses Produkt 12 Monate haltbar
[1] ÖKO-TEST Online Forum, 28.04.2008: "Parabene"
[2] Dabre et al. 2004, "Concentrations of parabens in human breast tumours"; University of Reading, UK

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