Triclosan in Kosmetik: Umstrittenes Desinfektionsmittel

Sascha Ballweg

Triclosan gehört zur chemischen Stoffgruppe der polychlorierten Phenoxyphenole und ist ein Bakterienhemmer, welcher in Desinfektionsmitteln sowie als Konservierungsstoff eingesetzt wird. Viele Kosmetika, insbesondere Deodorants, enthalten als "Konservierungsstoff" den Bakterienhemmer Triclosan, um eine vorzeitige bakterielle Zersetzung des Produkts zu verhindern und um die antiseptische und desodorierende Wirkung im Einsatz gegen Gerüche zu nutzen.

Wenngleich die Verwendung dieses Desinfektionsmittels im medizinisch-chirurgischen Bereich (Sterilisation von Instrumenten etc.) wichtig ist, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) generell davor, Triclosan in handelsüblichen Kosmetika, wie z.B. Waschpasten, Seifen oder Deodorants einzusetzen, da der regelmäßige Einsatz zu einer Resistenzbildung der bekämpften Bakterien führen kann.

Darüberhinaus gilt ein ständiger Hautkontakt mit dem Mittel als bedenklich, da er die natürliche Mikroflora der Haut angreifen kann. Im Jahre 1988 haben japanische Forscher zudem nachgewiesen, dass Triclosan unter Einwirkung permanenter Sonneneinstrahlung in ein gesundheitsschädliches Dioxin umgewandelt werden kann.

Moderne Antitranspirants und Deodorants sind so konzipiert, dass keinerlei "radikale" Bakterienhemmer wie z.B. Triclosan enthalten sind. Vorsichtige Verbraucher sollten sich vor dem Kauf anhand der Pflichtangaben zu den Inhaltsstoffen genau informieren. Da Triclosan lt. INCI-Liste nicht immer unter seinem gebräuchlichen Namen auftaucht, ist es nicht immer einfach den Stoff auf den Verpackungsangaben zu indentifizieren. Als Faustregel sollte deshalb gelten: Achten Sie darauf, dass das Antitranspirant Ihrer Wahl immer "ohne Konservierungsstoffe" ist.

Hinweis: Zum Teil werden triclosanhaltige Mittel auch als topikales Mittel gegen Körpergeruch (Bromhidrosis) und Schweißgeruch eingesetzt. Ziel ist es dabei, die geruchsbildendenen Bakterien auf der Haut abzutöten. Diese Bakterien erzeugen durch die Zersetzung des Schweißsekrets den charakteristisch sauren Schweißgeruch. Allerdings leben auf der Haut auch "gute" Bakterien, die für ein gesundes Hautmilieu wichtig sind. Darüberhinaus sollen sich "gute" wie "schlechte" Bakterien eigentlich gegenseitig "im Wachstum ausbalancieren" und miteinander "im Gleichgewicht" leben. Scharfe Desinfektionsmittel wie Triclosan, töten jedoch alle Bakterien vollständig ab, ungeachtet ihrer wohlmöglich positiven Eigenschaften. Betroffene, die unter starkem Körpergeruch leiden, sollten besser auf spezielle Waschschäume (z.B. BromEX Foamer) oder antiseptische Seifen zurückgreifen, welche natürliche "Bakterienhemmer" anstatt von "Bakterienkillern" verwenden. Gute Naturmittel sind z.B. Salbei, Spitzwegerich oder Süßholzwurzel.