Ein Peptid ist ein kleines Protein dessen organische Verbindung aus einer Verknüpfung mehrerer Aminosäuren entstanden ist. Tri-, Penta- oder Hexapeptide (mit 3, 5 bzw. 6 Aminosäuren) gelten in der Kosmetik als neueste "Geheimwaffen" gegen Falten und als Alternative zu Collageninjektionen. Obgleich sich einem Laien die genaue Funktion der Peptide nicht erschließt, werden diese heutzutage in vielen pflegenden Hautcremes eingesetzt. Angeblich "aktiviert" das Protein die Hautzellen und "stimuliert" so deren Regeneration durch nachhaltige Feuchtung. Als Resultat soll die Haut straffer und glatter werden. Dies ist vermutlich auch der Grund, weshalb einige Antitranspirante und Deodorants ebenfalls Peptide enthalten. Jedoch ist deren genaue Funktion in diesem Zusammenhang bislang nicht genauer erklärt und erforscht worden. Da Peptide sehr tief in die Haut eindringen, sehen manche Experten diesen Stoff als Beigabe zu aluminiumhaltigen Mitteln als kritisch an.

Unsere Meinung: Wer derartig neuen Technologien generell skeptisch gegenübersteht, sollte besser auf "reine" Antitranspirante zurückgreifen. Ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe ist also anzuraten.

 

 

Alkohol, so meinen viele bewusste Kunden, habe in Kosmetika nichts zu suchen, allenfalls in After Shaves ist er geduldet.

Betrachtet man die am Markt etablierten Antitranspirante, so scheinen die Hersteller vielfach dieser Erwartung zu entsprechen: die meisten Antitranspirante enthalten tatsächlich statt Alkohol einfach Wasser (aqua) und Zellulose (Hydroxyethylcellulose, als Dickungsmittel).

Doch ist dies wirklich die bessere Lösung? Unsere Antwort, entgegen der landläufigen Meinung, lautet: Nein.

Zwar kann Alkohol bei oberflächlich aufgetragenen Kosmetika die Haut reizen, da Antitranspirante jedoch nicht in tiefere Hautschichten einziehen können, sind weitere "Schädlichkeiten", z.B. durch eine Aufnahme in den Blutkreislauf, ausgeschlossen. Dem Nachteil durch mögliche Hautreizungen stehen dabei gleich mehrere Vorteile durch die Verwendung von Alkohol als Lösungsmittel gegenüber.

  • Ausgerechnet der mitunter als "reizend" geltende Alkohol kann die für Antiperspirante typischen Hautreizungen lindern, da er antiseptisch wirkt.

  • Die antiseptische Wirkung bekämpft außerdem "Geruchsbakterien", die den auf der Haut befindlichen Schweiß zersetzen und dabei Körpergeruch verursachen. Auch diverse Pilzerkrankungen, z.B. bei Schweißfüßen (Fußpilz) können verhindert werden.

  • Alkohol verdunstet schneller als Wasser, dadurch verbleibt das Antitranspirant wesentlich kürzer auf der Hautoberfläche. Hautreizungen durch den Wirkstoff Aluminiumchlorid werden so minimiert.

  • Alkohol, wie auch das alternative Wasser-Zellulose-Gemisch, fungieren in Antitranspiranten hauptsächlich als Lösungsmittel für den Wirkstoff Aluminiumchlorid. Aluminiumsalze sind stark hygroskopisch. Das bedeutet, sie saugen Wasser förmlich wie ein Schwamm auf und neigen bei Kontakt mit Feuchtigkeit zum Verklumpen (wie z.B. "Salz im Salzstreuer"). Doch erfolgt dieser Effekt zu stark, kann das verklumpte Aluminiumchlorid auf Grund der Größe der "Klumpen" nur schwer oder langsam in die Ausgangskanäle der Schweißdrüsen eindringen. Die Pfropfbildung unterbleibt da das Aluminiumchlorid gar nicht erst in die Schweißdrüsen-Ausgangskanäle eindringen kann. Bei einer alkoholhaltigen Lösung bleiben die einzelnen Aluminiumchlorid-Polymere im Verhältnis kleiner aus und können deshalb besonders gut in die Poren eindringen.

  • Antitranspirante mit Alkohol sind reaktionsstabiler als wässerige Lösungen. In Wasser gelöstes Aluminiumchlorid muss durch die Zugabe von weiteren Stoffen stabilisiert werden, da die Aluminiumverbindung normalerweise mit Wasser eine chemische Reaktion eingehen würde. Wird die aluminiumhaltige Wasserlösung dennoch durch weiteres Wasser kontaminiert, beispielsweise durch Kondenswasser im Behältnis oder durch "Einrollen" von Schweiß über die klebrige Kugel eines Antitranspirant-Roll-Ons, kann die Lösung instabil werden. Es beginnt unter harmloser Gasbildung eine chemische Reaktion, bei der u.a. Salzsäure entsteht. Zwar bildet sich diese in äußerst geringer Menge, doch wird die ohnehin pH-saure Lösung dadurch noch saurer. Hautreizungen sind vorprogrammiert.

 

Die Wurzel der aus Asien stammenden Süßholzpflanze (Glycyrrhiza) wird seit jeher vielseitig eingesetzt. Aus dem Saft der Wurzel wird Lakritze hergestellt, welches nicht nur für seinen aparten Geschmack bekannt ist, sondern auch für seine vielseitige medizinische Wirkung. Die Süßholzwurzel wirkt aufgrund der enthaltenen Saponine, vor allem der Glycyrrhizinsäure, expektorierend, sekretolytisch und sekretomotorisch (schleimlösend). Bei Süßholzextrakten wurde vorallem eine antibakterielle und antimykotische Wirkung nachgewiesen. Typische Anwendungsgebiete sind Husten, Bronchialkatarrh und andere Erkrankungen der oberen Atemwege. Bei Gastritis und Magengeschwüren findet Süßholzwurzel ebenfalls Anwendung.

Nicht nur in der Traditionellen Chinesischen Heilmedizin wird der Wirkstoff der Lakritze zudem als Mittel gegen verschiedenste Hautkrankheiten eingesetzt. Hierbei wird die dem Cortison sehr ähnliche Wirkung der Saponine genutzt, welche Entzündungen, Ausschläge oder Reizungen der Haut abklingen lässt.

Aus diesem Grund werden die Extrakte der Süßholzwurzel in Hautlotionen gegen die typischen Hautreizungen durch Antitranspirante (z.B. Nutric re-active Lotion) eingesetzt. Die antibakterielle Wirkung ist findet weiterhin Verwendung in speziellen Waschschäumen gegen starken Körper- und Schweißgeruch (z.B. BromEX foamer).

Der Name lässt es erahnen: Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) fristet oft ein Schattendasein am Wegesrand. Kaum jemand ahnt, dass in dieser unscheinbaren Krautpflanze ungeahnte Heilkräfte stecken, und weshalb der Name "Wegerich" auf Althochdeutsch "König des Weges" (von Wegerih) bedeutet.

Seit dem Altertum ist Spitzwegerich als medizinische Heilpflanze mit gleich dreifach positiver Wirkung bekannt. Gegen Husten hilft Spitzwegerichsaft, da die Schleimhäute schützend umhüllt und so der Hustenreiz sowie die Schmerzen gemindert werden. Die enthaltenen Gerbstoffe tragen dazu bei, dass der Körper vor Krankheitserregern besser geschützt sind. Die dritte Wirkung besteht darin, dass der Inhaltsstoff Aucubin bereits eingedrungene Bakterien oder Viren abtöten kann.

Und es gibt sogar noch eine Zusatzwirkung: Die im Spitzwegerich enthaltene Kieselsäure festigt das Bindegewebe und unterstützt so die Abwehrbarrieren.

Die desinfizierende Wirkung von Gerbstoff und Acubin wird auch für die Bekämpfung von Körper- bzw. Schweißgeruch (med. Bromhidrosis) eingesetzt. Spezielle Waschschäume (z.B. BromEX Foamer) enthalten Spitzwegerich, dadurch können die geruchsbildenen Hautbakterien reduziert werden, ohne scharfe Desinfektionsmittel (z.B. Triclosan) verwenden zu müssen.

 

Spitzwegerich gegen Körpergeruch
Spitzwegerich – seine antibakterielle Wirkung hilft Körpergeruch zu vermeiden

Teebaumöl, das aus der Gattung der Teebäume (engl. Tea tree) destillierte ätherische Öl, ist seit Jahren in aller Munde. Obwohl kein Allheilmittel, besitzt es doch nachweislich einige Eigenschaften, die den Körper bei seinem Selbstheilungsprozeß positiv unterstützen. Teebaumöl kann durch seine antimykotische Wirkung bei Pilzerkrankungen und Hautunreinheiten erfolgreich angewendet werden. Weiterhin wirkt es leicht schmerzstillend und vermindert Juckreiz. Bei Erkältungen, Sonnenbrand, Schnitt- und Kratzverletzungen kann das Öl eine große Hilfe darstellen.

Doch aufgepasst: Die hier genannten positiven Eigenschaften gelten nur für das "echte" Teebaumöl aus Melaleuca alternifolia, welches man besser als "Australisches Teebaumöl" bezeichnen sollte. Viele der angebotenen Öle lassen jedoch ihre Herkunft im Dunkeln. Dabei steht inzwischen fest, dass nur die aus dem australischen Teebaum gewonnenen Öle eine nachweisbar hohe Wirksamkeit besitzen.

Da sich der weltweite Bedarf an Teebaumöl seit der "Entdeckung" durch Dr. William Penfold in den 1930er Jahren vertausendfacht hat, wird zunehmend versucht, die Bäume in industriellen Plantagen (auch in anderen Ländern) zu züchten. Das aus diesen, unter "cleanen" Bedingungen gezüchteten Bäumen gewonnene Öl hat jedoch eine bedeutend geringere Wirksamkeit als das aus ökologischem Anbau.

Teebaumöl wird neuerdings auch in Deodorants (z.B. Dry balance), die auf zusätzliches Aluminium verzichten, eingesetzt. Für die Neutralisierung von Schweiß- und Körpergerüchen nutzen diese aluminiumfreien Deos die antiseptischen, bakteriostatischen und fungiziden Eigenschaften des ätherischen Öles, um die Bakterienflora der Haut auf natürliche Weise auszubalancieren.

Die als Flechte in unseren Breitengraden eher unbekannte Bartflechte (Usnea barbata) ist ein symbiotisches Baumgewächs, das schleierartig in großen Kolonien von den Ästen alter Bäume hängt. Bekannt ist Old Man's Beard vorallem aus US-amerikanischen Filmen, die in den Südstaaten spielen. Entlang der Alleen, die zu den weißgestrichenen Anwesen führen, baumeln die etwas unheimlich anmutenden Gewächse von den Bäumen und erinnern – daher auch der Name – an greise Bärte.

Die unscheinbare Bartflechte erweist sich durch die enthaltene Usninsäure als stark antibakteriell wirkende Naturarznei, die vor allem gegen grampositive Keime und Staphylokokken wirkt. Weiterhin konnte eine entzündungshemmende Wirkung nachgewiesen werden.

Darüber hinaus gilt Usnea barbata als Pflanze mit geringem Reizpotential und als antiallergisch, wodurch sie für einen dermatologischen Einsatz sehr gut geeignet ist.

Der natürliche Wirkstoff der Bartflechte ist auch in modernen Anti-Transpirantien enthalten (z.B. AHC sensitive und AHC forte) enthalten. Damit können die sonst bei vielen Mitteln gegen Schwitzen gefürchteten Hautreizungen deutlich minimiert werden.

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Bartflechte im getrockneten Zustand



Hinweis: Die Bartflechte ist ein Gewächs, eine Lebensgemeinschaft aus Alge und Pilz). Sie hat nichts mit der gleichnamigen Hauterkrankung Trichophytia barbae zu tun.

Gewürznelken (Syzygium aromaticum) oder Nelkenblüten sind die Blütenknospen des über 10 Meter hohen Gewürznelkenbaumes, einer Myrtenart, die botanisch nicht mit der ebenfalls sehr bekannten Nelkenblume verwandt ist. Seit dem Altertum werden die getrockneten, nagelförmigen (daher der Name, von niederdt. Negelkin) Gewürznelken als medizinisches Hausmittel geschätzt.

Geläufig ist beispielsweise die therapeutische Anwendung von Nelkenblüten in Form von Tee, vor allem in der fernöstlichen Naturmedizin, oder als ätherisches Heilöl. Auch die Nelke "zum Kauen im Mund", als probates Mittel gegen Zahnschmerzen, ist bis heute bekannt.

Die desinfizierende, entzündungshemmende und schmerzlindernde (betäubende) Wirkung des ätherischen Nelkenöls wird auch in Antitranspirants der dritten Generation (z.B. AHC forte) genutzt, um mögliche Hautreizungen bei der Anwendung auf sensibler Haut zu vermeiden.

Nelkenblüte – desinfizierend, entzündungshemmend und schmerzlindernd
Nelkenblüte – desinfizierend, entzündungshemmend und schmerzlindernd

Salbei (Salvia) ist ein altbekanntes und ebenso bewährtes Hausmittel gegen Schwitzen. Durch den hohen Anteil ätherischer Öle in diversen Salbeiarten gibt es unterschiedliche Verwendungen. So wird der Echte Salbei (Salvia officinalis) einerseits als Küchengewürz und andererseits auch in der Heilkunde verwendet, etwa bei Halsschmerzen als Kräutertee oder gegen übermäßiges Schwitzen.

Da die schweißhemmende Wirkung des Salbeis bei starkem Schwitzen (Hyperhidrosis) alleine jedoch nicht ausreicht, um zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen, wird der Pflanzenwirkstoff neueren Anti-Transpiranten auf Basis von AlCl (z. B. AHC sensitive) zusätzlich beigemischt. So unterstützt der Salbei auf natürliche Weise die nachweisliche Wirkung des enthaltenen Aluminiumsalzes, welches das Schwitzen auf ein angenehmes Maß reduziert.

Salbei gegen Schwitzen

Salbeipflanze: Traditionelles Naturheilmittel bei Schwitzen

Die meisten Antitranspirante sowie ca. 80% aller Deodorants, enthalten Aluminiumchlorid (AlCl), genauer gesagt Aluminumchlorid-Hexahydrat, als schweißhemmenden Wirkstoff. Gemäß der internationalen Kennzeichnungspflicht für alle kosmetische Inhaltsstoffe (INCI-Liste) ist das Aluminiumsalz AlCl weltweit stets mit der einheitlichen, englischen Bezeichnung aluminium chloride auf der Verpackung ausgewiesen. Darüberhinaus ist jeder Hersteller dazu verpflichtet, die Verpackung bzw. das Behältnis mit einem maschinenlesbaren Barcode zu versehen. Die mit diesem Code auslesbare EAN-13 bzw. GTIN-13-Nummer beinhaltet ebenfalls Informationen zu allen Produktkomponenten.

Einige Antitranspirante und Deos enthalten jedoch andere Wirkstoffe, welche auf den Verpackungen oder Beipackzetteln (sofern vorhanden) unter rätselhaften chemischen Namen aufgelistet sind. Es würde den Rahmen sprengen, alle möglichen Substanzen, Wirkstoffe oder deren Verbindungen hier näher zu beschreiben. Mit der Bitte, im Zweifelsfall einen Apotheker oder Arzt nach der genauen Bedeutung bzw. Wirkung eines bestimmten Inhaltsstoffes zu fragen, soll es an dieser Stelle genügen, die gängigsten Fachbegriffe aufzulisten.

Bezeichnungen der Wirkstoffe und Wirkstoffverbindungen:

  • Zirconiumsalz
  • Aluminium-Zirconiumsalz
  • Aluminiumhalogenid
  • Aluminiumhydroxyhalogenid (z.B. Aluminiumchlorhydrat)
  • Zirconyloxyhalogenid
  • Zirconylhydroxyhalogenid (z.B. Aluminium-Zirconiumchlorhydrat)
  • Aluminiumsesquichlorhydrat
  • Aluminiumchlorhydrex-Propylenglycol (PG)
  • Aluminiumchlorhydrex--Polyethylenglycol (PEG)
  • Aluminium- oder Aluminiumzirkonium-Glycol-Komplex
  • Aluminiumsesquichlorhydrex-PG oder -PEG
  • Aluminium-PG-dichlorhydrex oder Aluminium-PEG-dichlorhydrex
  • Aluminiumhydroxid
  • Aluminium-Zirkonium-Chlorohydrat-Glycin-Komplexen
  • Kaliumaluminiumsulfat (Alaun)
  • Aluminiumundecylenoylkollagenaminosäure
  • Natriumaluminiumlactat + Aluminiumsulfat
  • Natriumaluminiumchlorhydroxylactat
  • Aluminiumbromhydrat
  • Natrium-Aluminium-Chlorhydroxylactat
  • Zinkchlorid
  • Zinksulfocarbolat
  • Zinksulfat
  • Zirkoniumchlorohydrat
  • Zinkoxid

Schutzmarken diverser Wirkstoffe und Wirkstoffverbindungen:

  • Micro Dry® Ultrafine
  • Micro Dry® Superultrafine
  • Chlorhydrol® Microdry
  • Chlorhydrol® Microdry Ultrafine
  • Reach® 501 von Reheis
  • Reach® 101 von Reheis
  • Reach® 103 von Reheis
  • Reach®301 von Reheis
  • ACH-308 Alcohol Soluble Beads® von Summit Research Labs
  • Rezal® 36G Superultrafine
  • Reach AZP 908 Powder Superultrafine

Linktipps:

  • www.wiki-products.org _ Das objektive und kollaborative Projekt informiert in tabellarischer Form über gängige Antitranspirante. Zu beachten sind besonders die Angaben zu Inhaltsstoffen, Indikationen und Applikationsformen.

  • www.codecheck.info _ Das kollaborative Projekt, eine Schweizerisch-Deutsche Kooperation, informiert kostenlos über die Inhaltsstoffe von Produkten. Sämtliche Produktinhalte können dort anhand der EAN/GTIN-Codes ("Barcodes") ausgelesen werden. Die einzelnen Stoffe werden mit einem Farbsystem versehen, gemäß ihrer Beurteilung durch ÖKO-TEST und diverse Laboratorien (z.B. Lebensmitteltechniker), bewertet. Die meisten hier am Markt erhältlichen Antitranspirante und Deodorants sind dort bereits eingepflegt.

Aluminium: Wahrheit und Mythos

Posted by Sascha Ballweg

Aluminium (Al) ist das dritthäufigste Element und häufigste Metall der Erde. Täglich kommt der Mensch auf ganz natürliche Weise mit Aluminiumverbindungen in Berührung. Selbst die Atemluft und unser Trinkwasser enthalten deutlich messbare Spuren des Metalls. Auch in unserer Nahrung kommt Aluminium ganz natürlich (also nicht durch Anreicherung) vor, so zum Beispiel in Kartoffeln und vielen anderen Gemüsearten wie auch in Teeblättern. Darüberhinaus findet sich das Metall in einer schier endlosen Anzahl von Gebrauchsgegenständen, die, je nach ihrer Beschaffenheit, mehr oder weniger viel Aluminium absondern (Emission).

Vor diesem Hintergrund ist es verwunderlich, dass Mitte der 1990er Jahre ausgerechnet Antitranspirante und Deodorants auf Grund ihres Aluminiumgehaltes plötzlich eine dringliche Gefahr für Mensch und Gesundheit darstellen sollten. Nach mehr als 100 Jahren problem- und konfliktloser Anwendung, wurden diese Mittel quasi über Nacht verteufelt, ungeachtet der wissenschaftlich belegten Tatsache, dass deren Aluminiumgehalt relativ gering und eine Aufnahme durch den Körper nahezu ausgeschlossen ist. Trotzdem verbreitete sich das Gerücht ungeprüft oder durch Halbwissen fragwürdig ergänzt, in Windeseile. Am Ende waren Anwender auf der ganzen Welt verunsichert. Erst wer seinen Arzt konsultierte wurde aufgeklärt. Noch heute geistern Gerüchte wie "Deos erzeugen Brustkrebs" oder "Aluminium-Deos lösen Alzheimer aus" durch das Internet. Wer sich jedoch näher mit den diffamierten Produkten und vorallem mit dem Thema "Aluminium" beschäftigt, wird schnell erkennen, was von den unzähligen Behauptungen wahr oder falsch ist.

Alles, was Sie über Aluminium wissen sollten:

  • Aluminium ist das häufigste Metall der Erde. Es ist praktisch unmöglich, nicht damit in Berührung zu kommen.

  • Wie alle Metalle der Erde ist auch Aluminium ab einer gewissen Dosis toxisch, d.h. erst ab einer gewissen Konzentration im Körper besteht eine Gefahr für den Organismus. Das BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) bzw. die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) haben in ihren Sicherheitsveröffentlichung einen festen Grenzwert für die maximal tolerierbare Aufnahme von Aluminium definiert:

    1. Pro Woche sollte der Mensch nicht mehr als 60 mg Al aufnehmen.

    2. Pro Tag sollte der Mensch nicht mehr als 8,6 mg Al aufnehmen.

Die maximal mögliche Aufnahme von Aluminium durch eine Benutzung von AlCl-basierten Antitranspiranten ist mit nur 7 Mikrogramm pro Tag verschwindend gering [1]. Selbst mit der Atemluft nimmt der Mensch täglich mehr Aluminium zu sich. Studien haben vielmehr gezeigt, dass einige Medikamente die Grenzwerte für die Aluminiumemission/-aufnahme um ein tausendfaches überschreiten. Als kritisch gelten außerdem bestimmte, saure Gemüsesorten, insbesonders wenn sie in Dosen aus Aluminiumlegierungen lagern. Auch die Zubereitung von Mahlzeiten mit sauren Zutaten (z.B. Zitronensaft oder Essig) in Töpfen und Pfannen aus Aluminiumlegierungen sowie das Backen solcher Mahlzeiten in Aluminiumfolie ist mit Vorsicht zu genießen: Wiederholen sich solche Mahlzeiten mehrmals pro Woche, so würde der Grenzwert schon bald überschritten werden. Dagegen scheint die tägliche Benutzung eines reinen Antitranspirants, d.h. ohne Parabene oder Peptide, eher unbedenklich. Um vergleichbare Werte wie bei den Medikamenten zu erreichen, müsste ein Mittel mit 20% Aluminiumchlorid über 8000 mal pro Tag angewendet werden!

Aluminium in Forschung und Wissenschaft
Die Hypothese, dass Aluminium eventuell im Zusammenhang mit Brustkrebs oder Morbus Alzheimer stehen könnte, wurde erstmals in den 1960er Jahren geäußert. Unzählige wissenschaftliche Studien haben sich seit dem intensiv mit dem Thema beschäftigt. Bis heute gibt es jedoch keinen Nachweis dafür, dass Aluminium Brustkrebs- oder Alzheimer-Erkrankungen auslösen kann oder für deren Entstehung direkt verantwortlich ist.

Wichtig:
Bitte lesen Sie hierzu unsere ausführlichen Artikel → Antitranspirant: Brustkrebs und → Antitranspirant: Alzheimer.

[1] QUELLE: Flarend R, Bin T, Elmore D, Hem SL (2001), "A preliminary study of the dermal absorption of aluminium from antiperspirants using aluminium" Food and Chemical Toxicology, Volume 39, Issue 2, February 2001, Pages 163–168