Unter dem Sammelbegriff der Schweißdrüsenverödung versteht man verschiedene Verfahren, mit denen die ekkrinen Schweißdrüsen der Haut deaktiviert bzw. so weit geschädigt werden, dass sie kein Schweißsekret mehr produzieren. Im Gegensatz zur Schweißdrüsenentfernung (z.B. Saugkürettage) werden die Schweißdrüsen nicht aus dem Hautgewebe entfernt.

Verschiedene Verfahren der Schweißdrüsenverödung:

Laserlipolyse: Bei der Schweißdrüsenverödung mittels Laser, der sog. Laserlipolyse, wird unter örtlicher Betäubung eine nur 1 mm dünne Lasersonde unter die Haut der Achselhöhle gebracht und unter Temperaturkontrolle die Haut von innen kurzzeit und lokal begrenzt pulsartig erhitzt. Durch die kurzzeitige Erhitzung der sich in der Haut befindlichen ekkrinen Schweißdrüsen werden deren Nervenrezeptoren deaktiviert, d.h. sie können keine "Befehle" des sympathischen Nervensystems mehr empfangen: sie sind damit faktisch verödet und produzieren in Folge keinen Schweiß mehr.

Sklerosierung mit Macrogollaurylether: Bei der chemischen Verödung (med. Sklerosierung) der Achselschweißdrüsen wird das Medikament Aetoxysklerol® (Macrogollaurylether), das u.a. auch zur Krampfaderverödung eingesetzt wird, unter die axilläre Haut gespritzt. Infolge eines chemischen Prozesses (Austrockung) wird in dem umspritzen Bereich körpereigenes Gewebe zerstört. Ziel der Behandlung ist es, möglichst viele aktive Schweißdrüsen dauerhaft zu vernichten, um die Schweißproduktion im Achselbereich einzudämmen. Die Schweißdrüsenverödung mit Macrogollaurylether ist ein seit Jahrzehnten angewandtes Verfahren, das in der Hand des Erfahrenen wenig Komplikationen aufweist. Allerdings kann dieses Verfahren nicht eine vollständigen Austrocknung alle Schweißdrüsen im behandelten Bereich erreichen, so dass der Erfolg der Behandlung begrenzt ist.

Mikrowellenverfahren: Bei diesem Verfahren wird die Haut nur von außen, also gänzlich ohne chirurgischen Eingriff, mit Mikrowellen bestrahlt. Der Effekt basiert wie bei der Laserlipolyse auf der Verödung der ekkrinen Schweißdrüsen durch Hitze. Da dieses topikale und non-invasive Verfahren sehr neu ist, haben wir die wichtigsten Informationen hierzu in dem separaten Kapitel Mikrowellenverfahren und -therapie aufgeführt.



Vorteile

  • gute Erfolge: Bei richtiger Handhabung der "Instrumente" bei Laserlipolyse und Mikrowellenverfahren, sowie entsprechend sorgfältiger Unterspritzung bei der Sklerosierungsind die Ergebnisse in Bezug auf die Schweißreduktion sehr gut. Sofern die meisten Schweißdrüsen deaktiviert werden konnten, wird sich das axilläre Schwitzen praktisch auf null reduzieren.
  • minimal-invasiv: Für die Laserlipolyse sind "lediglich" 1 bis 2 kleine Schnitte nötig. Dies mindert das Infektionsrisiko während und nach der OP. Heilschmerzen werden vermindert. Auch die Heilphase post-OP verringert sich deutlich ggü. den Verfahren der Schweißdrüsenentfernung (Exzision und Kürettage).
  • atraumatisch: Sowohl die Laserlipolyse als auch die Sklerosierung belasten das Gewebe deutlich weniger als bei den Verfahren derExzision und Kürettage. Damit werden Infektionsrisiken und Schmerzen während und nach der OP erheblich gesenkt.
  • rein topikal (nur Mikrowellenverfahren): Diese Methode wird ausschließlich auf der Hautoberfläche (topikal) angewendet. Es sind keine Schnitte oder dergleichen nötig.

 

Nachteile

  • chirurgischer Eingriff: Die Laserlipolyse und auch die Sklerosierung sind trotz ihres atraumatischen Charakters letztlich chirurgische Eingriffe, welche die typischen Risiken einer ambulanten Operation mit sich bringen.
  • mögliche Regeneration der Schweißdrüsen (Laserlipolyse u. Mikrowellen): Bei beiden Verfahren der Schweißdrüsenverödung durch Überhitzung sind Misserfolge möglich: Bei der Laserlipolyse und dem Mikrowellenverfahren werden lediglich die Nervenenden der ekkrinen Schweißdrüsen deaktiviert, nicht jedoch die Drüse im ganzen zerstört. In einigen dokumentierten Fällen haben sich die überstimulierten Nerven nach uneinheitlichen Zeitspannen regeneriert.
  • unvollständige Sklerosierung: Bei dem Verfahren der Austrockung durch injizierten Macrogollaurylether kann es passieren, dass im Behandlungsfeld nicht alle Schweißdrüsen vollständig austrocknen. Sie bleiben weiterhin vollständig oder zum Teil aktiv. Es tritt weiterhin Schweiß auf.
  • eingeschränkte regionale Anwendung: Derzeit werden die genannten Verfahren nur bei Achselschwitzen eingesetzt.
  • Nebenwirkungen: Allergische Reaktion (nur bei Injektion von Macrogollaurylether); Schwellungen in der Heilphase; lokale Verbrennung der Haut möglich (nur Laserlipolyse); in Einzelfällen kompensatorisches Schwitzen.

Die Mikrowellentherapie eignet sich ausschließlich für die Behandlung von axillärem Schwitzen, verspricht jedoch, sich in naher Zukunft als non-invasives Verfahren durchsetzen, und die herkömmlichen chirurgischen Verfahren wie Schweißdrüsenabsaugung, -ausschabung und -verödung abzulösen. Bei dem Mikrowellenverfahren handelt es sich um eine ambulante Behandlungsmöglichkeit, die jeder Dermatologe in seiner Praxis bei nur örtlicher Betäubung des Achselbereichs vornehmen kann.

Die Mikrowellentherapie gegen Achselschwitzen

Das in den USA neu entwickelte Verfahren verödet die Schweißdrüsen der Achseln mittels konzentriert gebündelter, hoch-intensiver Mikrowellen. Ähnlich wie bei der Laserbehandlung der Achseln, werden die Schweißdrüsen durch die kurzzeitig entstehende, extreme Hitze deaktiviert. Der wesentliche Unterschied ist jedoch, dass keine Schnitte oder Einstiche nötig sind, ferner werden die behandelten Hautschichten nicht verbrannt, sondern nur blitzschnell stark erhitzt. Dies ist wesentlich verträglicher und birgt deutlich weniger Risiken als ein chirurgischer Eingriff.

Hinweis: Im Moment ist das Verfahren nur in den USA verfügbar. Die amerikanische FDA hat die Behandlungsform im Juni 2011 für Hautärzte freigegeben. Die Mikrowellentherapie wird bereits seit Jahren erfolgreich im internistischen Bereich eingesetzt. Das Mikrowellengerät wurde von der kalifornischen Firma miralabs® entwickelt und wird unter dem Namen miraDry® von dieser vertrieben.

Vorgehensweise
Das trag- oder rollbare Mikrowellen-Gerät verfügt über ein duschkopfartiges Handstück, mit dem der Dermatologe die Hautregion der Achseln zielgenau behandeln kann. Nach lokaler Betäubung der Haut, wird an gleicher Stelle eine anatomisch exakte Zielmarkierung aufgeklebt, die dem Arzt die richtige Platzierung des Handstückes ermöglicht. Nachdem die Hautstärke und Beschaffenheit des Patienten bestimmt und am Gerät die individuelle Mikrowellenstärke für den Patienten vorgenommen wurde, wird die glatte Keramikfläche des Handstücks auf die Markierung aufgesetzt. Die Keramik dient der Kühlung der obersten Hautschicht, damit es nicht zu Verbrennungen kommt. Völlig schmerzfrei folgt die eigentliche Behandlung: lautlos wirken die Mikrowellen, ohne dass der Patient etwas davon spürt. Die Behandlungsdauer kann variieren, es sind allerdings im Durchschnitt nur 5 Minuten nötig. In den Tagen nach der Anwendung kann es zu Taubheitsgefühl, lokalen Schwellungen und Hautreizungen kommen. Es bleiben keine Narben und keine sichtbare Zeichen der Behandlung zurück. Die Zielmarkierung ist selbstverständlich abwaschbar.

Hinweis: Pro Termin wird jeweils nur eine Achselhöhle behandelt. Um einen langfristigen Effekt zu erzielen, und sicherzugehen, dass wirklich alle Schweißdrüsen deaktiviert sind, wird jede Behandlung pro Körperseite zweimal durchgeführt, d.h. innerhalb von ca. 3 Monaten sind insgesamt 4 Sitzungen nötig.



Vorteile

  • gute Erfolge: Bei richtigem Einsatz des Mikrowellenverfahrens sind die Ergebnisse in Bezug auf die Schweißreduktion sehr gut. Sofern die meisten Schweißdrüsen deaktiviert werden konnten, wird sich das axilläre Schwitzen praktisch auf null reduzieren. Der erfolgreiche Einsatz des Verfahrens gegen Achselschweiß ist wissenschaftlich belegt (siehe unten).
  • rein topikal: Das Mikrowellenverfahren wird ausschließlich oberflächlich (topikal) angewendet. Es sind keine Schnitte oder dergleichen nötig. Dies ist ein klarer Vorteil ggü. sämtlichen chirurgischen Verfahren der Schweißdrüsenverödung oder - entfernung.

 

Nachteile

  • mögliche Regeneration der Schweißdrüsen (Laserlipolyse u. Mikrowellen): Bei beiden Verfahren der Schweißdrüsenverödung durch Überhitzung sind Misserfolge möglich: Bei der Laserlipolyse und dem Mikrowellenverfahren werden lediglich die Nervenenden der ekkrinen Schweißdrüsen deaktiviert, nicht jedoch die Drüse im ganzen zerstört. In einigen dokumentierten Fällen haben sich die überstimulierten Nerven nach uneinheitlichen Zeitspannen regeneriert.
  • eingeschränkte regionale Anwendung: Derzeit werden die genannten Verfahren nur bei Achselschwitzen eingesetzt.
  • Nebenwirkungen: Schwellungen in der Heilphase; in Einzelfällen kompensatorisches Schwitzen.



Wissenschaftliche Studie

Eine Studie an der University of British Columbia [1] hat belegt, dass das Verfahren die Symptome einer Hyperhidrosis axillaris deutlich vermindert bzw. ganz beseitigt. Während der Studie wurde das Gerät bei 31 Personen mit axillarer Hyperhidrose eingesetzt. Alle Testanten [2] hatten einen HDSS-Wert [3] von 3 oder 4 und ein gravimetrischen Schweißwert von 50 mg pro Achsel in 5 Minuten. Keine der getesteten Personen hatte in den vergangenen 12 Monaten Botulinum-Toxin-Injektionen oder chirurgische Behandlungen erhalten. Die Behandlung erfolgte in 2 bis 4 Sitzungen innerhalb von 6 Monaten. Nach Abschluss dieser Phase wurden HDSS-Wert und gravimetrischer Schweißwert über einen Zeitraum von 12 Monaten alle 3 Monate bestimmt.

Studienergebnis: Durch die Anwendung der Mikrowellentherapie konnte eine durchschnittliche Reduktion der Schweißmenge i.H.v. 90 % erreicht werden. 86 % der Testanten zeigten eine Verbesserung von mindestens 50 %. Bei 100 % senkte sich der HDSS-Wert von 3 - 4 auf 1 - 2.

Weitere Studien als Download (PDF-Dateien):

Blindstudie zur Mikrowellentherapie 2011 _ Dermatologische Klinik am Universitätsklinikum St. Louis (USA), Leitung: Suzanne Kilmer, MD [4]

Blindstudie zur Mikrowellentherapie 2010 _ Dermatologische Klinik am Universitätsklinikum St. Louis (USA), Leitung: Prof. Dee Anna Glaser, MD, Präsidentin und Gründungsmitglied der International Hyperhidrosis Society. [5]

Erster klinischer Einsatz der Mikrowellentherapie _ SkinCare Physicians, Leitung: Michael S. Kaminer, MD, Professor für Dermatologie, u.a. Medicine Schools of Yale, Harvard, Dartmouth, USA. [6]

 

[1] Lupin M et al, University of British Columbia, Victoria, Canada; University of British Columbia, Vancouver, Canada;
"A multi-center evaluation of the miraDry® system to treat subjects with axillary hyperhidrosis";
31. ASLMS Annual Conference, 04.2011
[2] Die Testantengruppe sah wie folgt aus: 31 Testanten, davon 74 % Frauen.
Altersspanne gesamt: 18 und 65 Jahren; Altersdurchschnitt: 33 Jahre; durchschnittlicher BMI: 24,8
[3] HDSS = Hyperhidrosis Disease Severity Scale; dt. Schweregrad der Hyperhidrose-Symptome
[4] Suzanne Kilmer, MD, William Coleman III, MD, Larry Fan, MD, Dee Anna Glaser, MD, Michael Kaminer, MD, Robert Nossa, MD, Stacy Smith, MD; "A Randomized, Blinded Clinical Study of a Microwave Device for Treatment of Axillary Hyperhidrosis"; 31. ASLMS Annual Conference, 04/1-3.2011
[5] Dee Anna Glaser, MD; William P. Coleman, III, MD; Larry K. Fan, MD; Michael S. Kaminer, MD; Suzanne L. Kilmer, MD; Robert Nossa, MD; Stacy R. Smith, MD;"A Randomized, Blinded Clinical Evaluation of a Novel Microwave Device for Treatment of Axillary Hyperhidrosis"; 30. ASLMS Annual Conference, 04.2010
[6] Michael S. Kaminer, MD; William P. Coleman III, MD; Larry K. Fan, MD; Suzanne L. Kilmer, MD; Steve W. Kim; Robert N. Nossa, MD; Kathryn F. O’Shaughnessy, PhD; Perry H. Solomon, MD; "First Clinical Use of a Novel Microwave Device for Treatment of Axillary Hyperhidrosis"; 30. ASLMS Annual Conference, 04.2010

 

Botulinumtoxin gegen Schwitzen

Posted by Sascha Ballweg

Der Einsatz von Botulinum Toxin A gegen Falten ist in der plastischen Chirurgie im Rahmen einer sogenannten "Faltenunterspritzung" sehr bekannt. Doch auch gegen übermäßiges Schwitzen (Hyperhydrosis) wird das aus dem Bakterium Clostridium botulinum gewonnene Gift inzwischen erfolgreich eingesetzt. Für die Hyperhidrosetherapie werden die betroffenen Hautpartien großflächig nach dem "Gießkannenprinzip" mit Botulinumtoxin subkutan injiziert (unterspritzt).

Anwendungsgebiete:

  • Schweißhände (Hyperhidrosis palmaris)
  • Schweißfüße (Hyperhidrosis plantaris)
  • Achselschweiß (Hyperhidrosis axillaris)

Anwendung

An den oben genannten Körperstellen wird das Nervengift in stark verdünnter Form großflächig, mit durchschnittlich 40 - 50 Einstichen pro Handinnenfläche, Fußsohle bzw. Achselhöhle injiziert. Da dies an Händen und Füßen sehr schmerzhaft ist, werden vorher Hand- und Fußblock lokal betäubt. Diese Lokalanästhesie kann jedoch an sich schon sehr schmerzhaft sein. Menschen mit einer generellen Abneigung gegen, oder Angst vor Spritzen können sich in den meisten Fällen nicht für eine Botulinumtoxin-Behandlung entscheiden.

Die Botulinumtoxin-Therapie wird ambulant, in der Arztpraxis unter sterilen Bedingungen durchgeführt. Nach einer kurzen Kontrollzeit, mit der ein möglicher allergischer Schock abgewartet werden soll, darf der Patient die Praxis verlassen, aufgrund der Lokalanästhesie möglichst in Begleitung. Am Tag nach der Behandlung kann es zu Schmerzen, Rötungen und Schwellungen kommen, die jedoch rasch abklingen. In den ersten Tagen müssen körperliche Anstrengungen jeglicher Art vermieden werden.

Wirkung und Wirkweise

Die schweißproduzierenden ekkrinen Drüsen in der Haut verfügen über Nervenrezeptoren, welche vom Gehirn den "Befehl zu Schwitzen" empfangen. Dieser Befehl wird mittels eines sogenannten Neurotransmitters (Anticholin) übertragen. Das injizierte Botulinumtoxin A blockiert diese Signalübertragung, indem es die Freisetzung der Transmittersubstanz blockiert. Der erfolgreiche Einsatz der Botulinumtoxin-Therapie gegen Schwitzen ist durch wissenschaftliche Studien belegt, allerdings ist die beschriebene Blockade nicht von Dauer und hält durchschnittlich nur 6 Monate vor. Nach Regenerierung der Rezeptoren kommt es erneut zur Schweißproduktion, wodurch eine Wiederholung der Behandlung erforderlich wird.

Bei 5 bis 10% der Bevölkerung bleibt die Wirkung von Botulinumtoxin allerdings aus. Grund hierfür ist das Vorhandensein von Antikörpern gegen das Nervengift.

Kritische Stimmen

Die Verwendung von Botulinumtoxin am bzw. im Körper des Menschens sorgt bis heute für kontroverse Diskussionen unter Medizinern, Wissenschaftlern, Verbraucherschützern und Patienten. Kritiker verurteilen die grundsätzliche Idee, dem Menschen ein Nervengift zu spritzen und sehen hierin einen Verstoß gegen die Ethik der Medizin. Andere warnen vor den bislang unerforschten Langzeitfolgen und betonen, die erreichbaren Vorteile stünden in keinem Verhältnis zu Risiken und Nebenwirkungen. Nicht-Mediziner stören sich eher an den hohen Preisen, zu denen die Ärzte ihre Botulinumtoxin-Behandlung als Privatleistung abrechnen können, dadurch würde so mancher Mediziner dazu verleitet, die lukrativen Injektionen "vorschnell", anstelle alternativer Langzeittherapien, zu verschreiben. Hierbei spiele auch der nur "kurzfristig" andauernde Erfolg eine Rolle: da die Wirkung oft schon nach einem halben Jahr nachlässt und "nachgespritzt" werden muss, würde der Patient praktisch für ein Leben lang "abhängig" gemacht. Ein weiterer Kritikpunkt sind die für die Zulassung jeder einzelnen Produktionscharge erforderlichen Tierversuche (siehe unten).



Vorteile

  • hohe Wirksamkeit: Studien haben nachgewiesen, dass Injektionen mit Botulinumtoxin bei ca. 55 % der Testpersonen das Schwitzen vermindert bzw. verhindert hat. Bei ca. 81 % der Testpersonen konnten das Schwitzen um mehr als 50 % verringert werden.
  • minimal-invasiv: Für die Injektionen sind "lediglich" winzige Einstiche in die Haut nötig. Dies hat ggü. den alternativen chirurgischen Verfahren (gg. Schwitzen) einen relativen Vorteil, wenngleich das injizierte Botulinumtoxin für sich genommen eigene Risiken birgt (siehe unten).

 

Nachteile

  • kostenintensiv: Obgleich die Kosten für Injektionen mit Botulinumtoxin stark variieren, kann man als Richtwert ca. 200 bis 400 Euro pro Hand, und bis zu 600 Euro pro Achsel genannt werden. Dabei ist zu beachten, dass die Behandlung aufgrund der zeitlich begrenzten Wirkung 2x im Jahr wiederholt werden muss.
  • Krankenkasse zahlt nicht: Nur sehr selten und in speziellen Einzelfällen wird die Botulinumtoxin-Behandlung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. In der Regel werden die Injektionen als reine Privatleistung angesehen. Bitte besprechen Sie Ihre geplante Behandlungen vorher mit Ihrer gesetzlichen Krankenkasse!
  • zeitlich begrenzte Wirkung: Die Wirkdauer von Botulinumtoxin bei Schwitzen wird in der Regel mit 3 bis 6 Monaten angegeben. Danach muss die Behandlung wiederholt werden, d.h. diese muss 2x pro Jahr - alle 6 Monate - durchgeführt werden.
  • erst ab 18 Jahren: Hersteller wie Allergan, Inc. USA (Botox®) empfehlen, Personen unter 18 Jahren nicht mit Botulinumtoxin zu behandeln. Grund hierfür ist der Mangel an Studien zur Wirksamkeit und Sicherheit.
  • eingeschränkte regionale Anwendung: Derzeit wird Botulinumtoxin nur gegen Achsel-, Gesichts-, Hand- und Fußschwitzen eingesetzt.
  • Nebenwirkungen: Gelegentlich kompensatorisches Schwitzen, Schwächung der Handmuskeln. Temporär: seitliche Schmerzen am Korpus, Kopf-, Rücken- oder Nackenschmerzen, Unwohlsein, Verlust des Tastsinns (besonders in den Daumen, siehe unten, oder am kleinen Finger)
  • Risiken: Toxin-Allergie und -Schock, allgemeine Unverträglichkeit, insbesonders mit anderen Medikamenten, Infektionen durch die Injektion.
  • psychisch belastender Eingriff: Der durch Lokalanästhesie an sich schmerzfreie Eingriff bedeutet für viele Menschen Stress pur: die bloße Vorstellung, sich mit einer Nadel 20 bis 30 mal in die Fußsohle stechen zu lassen, ist für die meisten schier unerträglich.
  • mögliche Unwirksamkeit: Bei 5 bis 10% der Bevölkerung bleibt Botulinumtoxin wirkungslos, da sie über entsprechende Antikörper im Blutkreislauf verfügen.
  • Tierversuche: Jährlich müssen rund 600.000 Mäuse für die vorgeschriebene Zulassung der einzelnen Herstellungschargen sterben (siehe unten).

 



Temporärer Verlust des Tastsinns (Daumen)

Eine eher seltene Begleiterscheinung palmarer Injektionen mit Botulinumtoxin ist der vorübergehende Verlust des Tastsinns in den Daumen. Aktuell kursiert in den USA die Geschichte eines von Handschwitzen geplagten, 17-jährigen Mädchens, das sich zu einer Botulinumtoxin-Behandlung durchgerungen hatte und anschließend feststellte, dass sie nicht mehr in der Lage war, Textmessages (SMS) mit ihrem Handy zu verfassen. Als "typische" Jugendliche von heute empfand sie dies als sehr störend. Keine SMS schreiben zu können war für sie belastender als das ursprüngliche Schwitzen, welches sich mit der Behandlung übrigens deutlich gebessert hatte. Die Wirkung der Injektion hielt fünf Monate an, die Blockade der Tastnerven verschwand dagegen schon nach 6 Wochen. [1]

LD50: Tierversuche für Botulinumtoxin

Botulinumtoxin ist ein bakteriell produziertes Gift (Ektotoxin), dessen Genehmigung als Medikament ganz bestimmten EU-Richtlinien unterliegt. Da es sich bei der Gewinnung mittels toxischer Bakterienstämme nicht um eine genormte, exakt wiederhol- und kontrollierbare Herstellung handelt, und das Endprodukt trotz Verdünnung hochgiftig ist, muss für jede Produktionscharge ein Unbedenklichkeitsnachweis erbracht werden. Dies geschieht mit Hilfe des klassischen Lethal-Dose-Tests (LD50-Test), bei dem mindestens 100 Mäusen Botulinumtoxin injiziert wird. Nach 3 bis 4 Tagen wird der LD50-Wert [2] über die Anzahl der getöteten Tiere ermittelt. Die Tiere erleiden Muskellähmungen, Sehstörungen und Atemnot, bevor sie qualvoll ersticken. Weltweit werden jedes Jahr rund 600.000 Mäuse dazu verwendet. Allein in Deutschland sterben jährlich ca. 30.000 Mäuse für Botulinumtoxin. Das für Kosmetika geltende Tierversuchsverbot der EU greift bei Botulinumtoxin-Produkten nicht, da sie auch als Medikamente zugelassen sind und außerdem injiziert und nicht nur topikal verwendet werden. [3][4]

 

[1] Aleccia N. "Teen's strange dilemma: Botox broke her texting thumbs" The BodyOdd on msnbc.com, 06/20.2011
[2] Mit dem LD50-Test wird die "mittlere letale Dosis" (LD50-Wert) ermittelt, d.h. ab welcher Dosis Botulinumtoxin 50% der Tiere nach Injektion sterben. Dieser Test ist für das Genehmigungsverfahren von Botulinumtoxin durch die EU gestattet.
[3] Bitz S. "The Botulinum Neurotoxin LD50 Test. Problems and Solutions" Altex 27, 2/2010, 114–116
[4] Schweizer Fernsehen; Kassensturz: "Botox-Mäuse: Qualvoller Tod für weniger Falten" 11/20.2007
[5] Begleitartikel "Gequälte Schönheit", SWR Fernsehen, www.swr.de

Achselpads sind Einlagen die benutzt werden um sichtbares Schwitzen unter den Achseln zu verhindern. Dabei soll der Schweiß vom Pad aufgesaugt und in einem Saugkern eingeschlossen werden, wodurch die Entstehung von Schweißflecken auf der Kleidung verhindert werden soll. Es gibt prinzipiell vier Arten der Anbringung von Pads gegen Schwitzen die im folgenden grob beschrieben und anhand des Beispiels eines Achselpads ausgewertet werden.

Vor- und Nachteile der Anbringung von Achselpads gegen Schwitzen:

  • Pads die auf die Haut aufgeklebt werden
    Vorteil: Der Schweiß wird dort aufgefangen, wo er auch entsteht.
    Nachteil: Die Achselhöhle muss (auch bei Männern) sauber rasiert sein. Das Pad muss via Kleber auf die Haut aufgebracht werden (ggf. Hautreizungen). Der Kleber kann sich durch den Schweiß und das Eigengewicht des Pads u.U. lösen und abfallen.
  • Pads die in Textilien eingeklebt werden (Achselbereich)
    Vorteil: Kein direkter Hautkontakt mit dem Kleber des Pads. Erschwertes Abfallen des schweißnassen Pads.
    Nachteil: Klebereste auf Textilien. Durch Kleber verursachte textile Verfärbungen. Erhöhte Faser-Beanspruchung empfindlicher Blusen oder Hemden. Der Kleber kann sich durch den Schweiß und das Eigengewicht des Pads u.U. lösen und abfallen. Am Klebepad vorbei fliessender Schweiß tritt rund um das Pad als "Korona" auf, was den Achselschweiß noch auffälliger zu Tage fördert.
  • Pads die über einen Träger in der Achsel gehalten werden
    Vorteil: Kein direkter Hautkontakt mit dem Kleber des Pads. Kein Rasieren notwendig. Im Bestfall erschwertes Abfallen des schweißnassen Pads.
    Nachteil: Verhältnismässig teuer. Nicht immer ist der Sitz befriedigend, der Träger rutscht.
  • Pads die in Spezialtextilien in Haltetaschen eingelegt werden
    Vorteil: Kein direkter Hautkontakt mit Kleber. Kein Rasieren notwendig. Kein Abfallen des schweißnassen Pads möglich.
    Nachteil: Verhältnismässig teuer. Nicht immer ist der Sitz oder die Anmutung der Spezialtextilie befriedigend. Am Einlegepad vorbei fliessender Schweiß tritt rund um das Pad als "Korona" auf, was den Achselschweiß noch auffälliger zu Tage fördert.

 

Generelle Nachteile von (Achsel)Pads:

  • Pads sind nicht für jede Körperregion geeignet: Pads gegen Schwitzen eignen sich nur für bestimmte Körperregionen wie die Achseln oder den Rücken. Ein Schwitzen im Gesicht, Schweißhände oder Schweißfüße lassen sich mit Pads nicht eindämmen, da die Pads immer offensichtlich zur Schau gestellt würden.
  • Schweiß im Saugkern kann stinken: Alle Schweißpads arbeiten so, dass der Schweiß aufgesaugt und in einem Saugkern (ähnlich einer Damenbinde oder Windel) eingeschlossen wird. Im Kern des Pads können (in Abhängigkeit von Konzeption und Qualität des Pads) in Folge unangenehme Gerüche entstehen, was ein häufiges Wechseln der Pads nötig machen kann.
  • Achselpads können abfallen: Bis auf die Pads, welche in teure Spezialtextilien eingelegt werden müssen, können sich prinzipiell alle Schweißpads lösen und aus der Kleidung fallen, wenn das Pad durch die aufgesaugte Nässe zu schwer wird oder es sich auf Grund von Bewegungen vom Körper löst (z.B. verursacht durch bestimmte Arbeitsprozesse oder auch Sport). Das mit einem herabfallenden Schweißpad verbundene Schamgefühl wird von den meisten Betroffenen, die bereits einmal ein herabfallendes, pitschnasses Schweißpad miterleben mussten, als deutlich unangenehmer empfunden, als das Problem, das das Schweißpad eigentlich verstecken sollte.
  • Achselpads sind sichtbar: Die meisten Achselpads liegen nicht in Hautfarben vor, sondern nur in der Standardfarbe weiß. Bei Klebepads, die auf die Haut oder die Textilie aufgeklebt oder über einen Träger gehalten werden, können Außenstehende das Pad z.T. deutlich erkennen, sobald der Anwender ein kurzärmeliges Hemd oder T-Shirt trägt und den Arm über 45° anhebt (z.B. während bestimmter Arbeitsprozesse, beim Tanzen oder im Fitness-Studio). Und selbst wenn ein Achselpad eins zu eins der Textilfarbe entspricht, klagen viele Anwender noch immer darüber, dass die Umrisse der Pads nach außen hin sichtbar sind.

Gerade in der Hitze der Sommermonate stellt man oft fest, dass das Hemd von Schweiß durchtränkt wird und die Textilien sich dunkel verfärben. Doch nicht nur unter den Achseln ist übermäßiges Schwitzen auch für Außenstehende zu erkennen. Der bekannteste Lösungsansatz weltweit ist dabei der Griff zu einem schweißhemmenden…

Antiperspirant1 – ein Mittel für schnelle Hilfe gegen Schweißflecken

Ein Antitranspirant (auch engl. Antiperspirant) ist ein rezeptfreies, topikales Mittel gegen Schwitzen. Die nachweißlich schweißhemmende Wirkung wird durch den Wirkstoff Aluminiumchlorid (AlCl) als Hauptbestandteil neben Alkohol oder Wasser und Bindemittel erzielt, oder alternativ durch Kaliumaluminiumsulfat (bekannt als Allaun, z.B. "Deokristall"). Grundsätzlich ist festzustellen dass die Wirksamkeit, gerade bei starkem Schwitzen oder Hyperhidrose, mit der Höhe des AlCl-Anteils ansteigt. Mischungen mit weniger als 5% AlCl gelten unter Belastung (Sport, Arbeit, Hitze) als unwirksam. Sie haben allenfalls einen kosmetischen Effekt der kaum messbar ist – dennoch werden "einfache" Deodorants in der Werbung oft irreführend als "Antitranspirante" bezeichnet.

Unter Antiperspiranten versteht man Präparate, die die Schweiß- und in Folge auch die Geruchsbildung verringern sollen und können. Es gibt sie als Stick, Roller sowie als Sprays und in vielen verschiedenen Duftrichtungen. Bestenfalls sind es jedoch einfache Tropfflaschen, mit denen man das Mittel mit der Fingerkuppe auftragen kann. Hierbei geht am wenigsten der wertvollen Flüssigkeit verloren. Eine Antiperspirant-Tropfflasche ist in der Anwendung ist nicht nur einfach, sondern auch äußerst effektiv. Um die Schweißbildung zu verhindern, werden die Poren der Schweißdrüsen verstopft oder verkleinert. Dies kann die Ausschüttung von Schweiß um bis zu 90 % verhindern.

Der reine Schweiß ist geruchsneutral. Erst in Verbindung mit den in der Achselhöhle sitzenden Bakterien entwickelt er seinen stechenden Eigenduft. Da Antiperspirante jedoch die Schweißdrüsen verstopfen, wird den Bakterien die Nahrung entzogen. Somit können diese keine Ausscheidungen mehr produzieren und die Geruchsbildung bleibt aus. Da jedoch nicht immer alle Schweißdrüsen in der Achsel mit einem Antiperspirant getroffen werden, ist meist kein vollständiger Geruchsschutz gegeben.

Im Antiperspirant (auch Antitranspirant oder Anti-Perspirant genannt) sind Aluminiumchloride und verschiedene Aluminiumverbindungen enthalten (Aluminiumsalze). Präparate für die empfindliche Haut sind z. B.  mit Bartflechte, Nelkenblüte und Salbei angereichert. Dies verhindert Hautreizungen sowie Brennen und Juckreiz. Die Substanz Triclosan verwenden viele Hersteller, um das Wachstum der Bakterien zu reduzieren. Möchte man den Schweißaustritt zum Kühlen nicht hemmen, sondern lediglich Bakterien bekämpfen, gibt es als Alternative herkömmliche Deodorants. Auch für Hände und Füße gibt es inzwischen spezielle Antiperspirante auf dem Markt. Diese enthalten eine sehr starke Aluminiumchlorid-Dosis um die 30 % wohingegen normale Antiperspirante für die Anwendung an weniger dicken Hautschichten in der Regel mit 8 bis 20 % des Wirkstoffs dosiert sind.

Antitranspirante gelten bei Ärzten (Dermatologen) als erste Wahl bei der Behandlung von verstärktem oder krankhaften Schwitzen. Der maßgebliche Vorteil ist das sehr gute Verhältnis von Wirkung, Verträglichkeit und Preis. Ein mit 20% dosiertes Antitranspirant kostet im Schnitt nur 15 Euro, kann jedoch eine Schweißreduktion i.H.v. 95% erreichen. Abgesehen von Hautreizungen sind keine Nebenwirkungen bekannt. Langfristige gesundheitliche Risiken sind durch die rein oberflächliche Anwendung ausgeschlossen. Behauptungen, Mittel dieser Art könnten in die Haut einziehen und in Blut- oder Lymphgefäße gelangen, sind wissenschaftlich widerlegt und gelten offiziell als Hoax (moderne Märchen). Die Wirksamkeit von Antitranspirantien ist hingegen durch medizinische Studien mehrfach belegt worden. Ein weiterer Vorteil ist die einfache und sichere Anwendung, die der eines Deos gleicht.

Weltweit zu erkennen ist, dass immer mehr Menschen, die transpirieren, morgens zu einem Deodorant greifen und im Laufe des Tages auch gern einmal "nachsprühen". Dies trifft auf jugendliche Schüler und Personen im Berufsleben ebenso zu, wie auf die sogenannten Best-Ager. Deos sind also überall anzutreffen und es gibt sie in den unterschiedlichsten Darreichungs- und Wirkungsformen.
Doch was viele nicht wissen ist, dass Deodorants in erster Linie den Schweißgeruch reduzieren, neutralisieren oder auch nur überlagern und einfach nicht gegen starkes Schwitzen ausgelegt sind. Der Begriff "Antiperspirant" taucht zwar immer wieder auch in Kombination mit Deodorants auf, seine genaue Bedeutung oder das "Versprechen" das dahinter steht, bleibt dem Konsumenten jedoch weitestgehend verborgen.

Dabei würden Menschen, die stark schwitzen und dieses sichtbare Schwitzen reduzieren wollen, mit der Anwendung eines Antiperspirants vorbeugend reagieren. Denn aluminiumhaltige Antiperspirante sind " Spezialisten unter den Deos" und im Bereich der Vermeidung der Schweißbildung sehr effektiv. Mit Hilfe des Antiperspirants werden die Ausgänge der Schweißporen im Achselbereich verengt und verstopft. Dies führt in Folge dazu, dass kaum bzw. nur noch sehr wenig Schweiß an die Hautoberfläche gelangt – sichtbare Schweißflecken können somit leicht der Vergangenheit angehören.

Allgemein ist bei der Anwendung eines Antiperspirants zu beachten, dass die Anwendung genau nach Empfehlung des Herstellers und den individuellen Bedürfnissen entsprechend auch regelmäßig stattfindet. In Tests konnte bei den meisten Personen festgestellt werden, dass bereits nach 1 – 4 Anwendungen erste positive Ergebnisse eintraten und der Schweiß deutlich reduziert werden konnte – teilweise um bis zu 90 % der ursprünglichen Schweißmenge.

Es wird empfohlen ein Antiperspirant nur vor dem Schlafengehen anzuwenden. Hierbei ist aber darauf zu achten, dass es nach dem oberflächlichen Auftragen des Antiperspirants auf die Haut nicht mehr zum Schwitzen kommt, da ansonsten die Wirkung verwässert und die Poren nicht geschlossen werden können. Dies bedeutet im Umkehrschluss jedoch nicht, dass bei der Anwendung eines Antiperspirants auf jegliche andere Kosmetik verzichtet werden muss. Denn Antiperspirante werden ausschließlich abends angewendet und wirken somit über Nacht! Am Morgen danach (wenn das Aluminium über Nacht gut einwirken konnte) kann ganz normal die gewohnte Hygiene und Körperpflege betrieben werden. Dazu gehört auch das normale Deo, Makeup oder eine hautpflegende Creme. Die Anwendung des Antiperspirants muss nach einer Initialphase ca. alle 2 – 3 Tage wiederholt werden. Weitaus längere Anwendungsintervalle sind jedoch durchaus möglich und keine Seltenheit (berichtet wird von bis zu 14 Tagen).

Ein Antiperspirant kann auch an empfindlichen Körperpartien angewendet werden.

Antiperspirant – der wirksame Schweißhemmer?

Antiperspirante haben im Gegensatz zu handelsüblichen Deodorants eine stärker ausgeprägte schweißhemmende Wirkung. Dadurch können sie gut für die Vermeidung von lokalem Schwitzen eingesetzt werden (starkes, sichtbares Schwitzen an einzelnen Körperregionen). Da ihre Anwendung auch Schweißgeruch, der häufig mit starkem Schwitzen einhergeht, mildert, werden sie oft anstelle von Deodorants benutzt.

Beim Achselschwitzen zeigen sich große und nasse Schwitzflecken in der Kleidung, die als störend und peinlich empfunden werden. Obwohl die Konzentration der Schweißdrüsen an der Stirn oder an den Handflächen wesentlich höher ist als im Achselbereich, quält das Schwitzen unter den Achseln die Betroffenen viel mehr. Denn da die Achseln stellen (wie auch größere Hautfalten, z. B. unter dem Bauch oder unter der Brust) einen abgeschlossenen Raum dar, weshalb der Schweiß hier nicht so schnell verdunstet. In Folge hinterlässt er unangenehm sichtbare Feuchtigkeitsflecken und Rinnsale. Antiperspirante können als Fertigzusammensetzung gekauft oder vom Apotheker mit individueller Rezeptur gemischt werden und finden in allen beschriebenen Fällen Einsatz.

Wirkstoffe von Antiperspiranten

Antiperspirante1 (auch Antitranspirant oder Anti Perspirant) haben eine andere Wirkstoffzusammensetzung als handelsübliche Deodorants. Als Komponenten sind Metallsalzlösungen Standard, deren Wirksamkeit erfolgreich getestet wurde. Vor allem sind als Adstringentien (Schweißhemmer) Aluminiumsalze zu nennen, deren therapeutische Effektivität von Ärzten, Dermatologen, Apothekern sowie in vielen Studien bestätigt wird. Bewährte Adstringentien sind neben Aluminiumchlorid-Hexahydrat auch das Aluminiumchlorohydrat (ACH) und der Aluminium-Zirkonium-Tetrachloro-Glycin-Komplex (ZAG). All diese Verbindungen sind für die Herstellung schweißhemmender Produkte in Deutschland zugelassen und werden als sicher eingestuft. In dermatologischen Versuchen konnte durch die Anwendung von Antiperspiranten mit Metallsubstanzen bei 95 % der Probanden eine deutlich geringere Schweißabsonderung festgestellt werden. Antiperspirante sind deshalb dem Bereich der Funktioniellen Kosmetik zuzuordnen und gelten nicht als verschreibungspflichtige oder freie Medikamente gegen Schwitzen.

Für den Begriff Antiperspirant gibt es auch viele andere Formulierungen, so wird es auch Anti Transpirant oder auch Deo Transpirant genannt. Obwohl gerade der Begriff "Antitranspirant" in unseren Breitengraden sehr verbreitet ist, sieht es im angelsächsischen Raum (zu dem in erster Linie Großbritannien, die Vereinigten Staaten sowie Australien gehören) vollkommen anders aus. Dort ist der Begriff Antitranspirant kaum bekannt, da wir hier vom "Transpirieren" und englisch sprechende Menschen weltweit vom förmlicheren "Perspirieren" sprechen. In Deutschland hingegen kann man getrost auch den Begriff Antiperspirant verwenden und man bekommt das gesuchte Mittel gegen Schwitzen, denn beide Wortvarianten sind ausreichend ähnlich. Seit einigen Jahren sind einige Antiperspirante so konzipiert, dass die häufigste auftretende Nebenwirkung, die spürbare Reizung der Haut, immer weiter reduziert werden konnte. Sogenannte "sensitive Antitranspirante" können somit nahezu am ganzen Körper gegen Schwitzen eingesetzt werden. 


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Hausmittel gegen Schwitzen

Posted by Sascha Ballweg

Bei leichtem Schwitzen können "altbewährte" Hausmittel eventuell helfen, den Alltag angenehmer zu gestalten. Leider ist die ohnehin sehr fragwürdige Wirkung einiger "Hausrezepte" bei starkem Schwitzen oder Hyperhidrose gleich null. Angesichts eventueller Kosten sollten "Eigenversuche" nur mit günstigen, im Haus vorrätigen Mitteln erfolgen. Die Anschaffung der nachfolgend genannten Hausmittel lohnt sich für Hyperhidrotiker in der Regel nicht.

Einige klassische Hausmittel gegen Schwitzen:

  • Salbeitee: Der Klassiker gegen Schwitzen. Tatsächlich wirken die ätherischen Öle des Gartensalbeis (Salvia officinalis) gegen übermäßige Schweißbildung. Vorallem bei Nachtschweiß lassen sich mit dem aus Salbeiblättern gebrühten Tee relativ gute Erfolge erzielen. Das Problem: Menschen mit wirklich starkem Schwitzen müssten sehr viel Tee zu sich nehmen, um spürbare Besserung zu erleben. Dies ist vielen aufgrund des bitteren Geschmacks unmöglich.
  • Babypuder: Wohlbekannt in der Babypflege, soll es auch bei Achselschweiß, schwitzigen Händen und Schweißfüßen helfen. Die schwache Wirkung hält jedoch nur sehr kurz an. Außerdem ist die Handhabung des Puders verständlicherweise sehr umständlich. Kleine Erfolge lassen sich eventuell in der Leistengegend und an den Füßen erzielen, wenn dort das Puder in die Unterwäsche bzw. die Schuhe gegeben wird.
  • Kaisernatron: Besser bekannt als Backpulver, wirkt dieses Hausmittel mitunter etwas deutlicher als Babypuder. Allerdings bringt es die selben Probleme bei der Handhabung mit sich.
  • Eichenrindensud: Ein traditionelles Hausmittel gegen Schweißfüße, bei dem die Füße in dem Sud gebadet werden sollen. Obgleich das Rezept von Generation zu Generation überliefert wird, ist über die genaue Wirkung leider nur wenig bekannt. Die meisten Anwender brechen die "Behandlung" ab, da sich die Herstellung und Lagerung des Suds aufwendig gestaltet.
  • Franzbranntwein: Einreibungen mit Franzbranntwein, also hochprozentigem Alkohol mit Menthol-, Kampfer-, Fichtennadel- oder Latschenkieferzusätzen, sollen auch Schweißbildung verhindern. Der tatsächliche Effekt ist jedoch trügerisch. In Wirklichkeit trocknet der Alkohol die Haut stark aus, was der Anwender zunächst als Verbesserung wahrnehmen mag. Langfristig ist die Austrocknung der Haut jedoch schädlich.
  • Zimt: Zimt in den Schuhen oder mit Zimt gefüllte Schuheinlagen können Schweißfüße und Fußgerüche verhindern. Allerdings beruht dieser Effekt nicht auf einer schweißhemmenden Wirkung. Vielmehr ist Zimt in der Lage, relativ große Mengen Schweiß geruchsfrei zu binden. Das bekannte Gewürz hat zudem antibakterielle Eigenschaften, wodurch Schweißgeruch verhindert wird. Das eigentliche Schweißproblem (z.B. Hyperhidrosis plantaris) wird dadurch jedoch nicht gelöst.

Starkes Schwitzen wird durch psychologische Einflüsse weiter verstärkt. Nicht selten sind die psychologischen Probleme sogar der Auslöser für die übermäßige Schweißproduktion. Man spricht dann in der Fachsprache von einem psychosomatischem Schwitzen. Für den Laien ist vielleicht der Begriff "emotionales Schwitzen" etwas verständlicher. Leider ist es für den Betroffenen oft nicht einfach, eigene psychologische Belastungen objektiv zu beurteilen bzw. sie überhaupt zu erkennen.

Was bedeutet eigentlich Psychotherapie?

Die einfachste Definition einer Psychotherapie wäre vielleicht "Sich selbst betrachten mit Hilfe eines anderen." Diese Beschreibung umfasst eigentlich alles, was bei einem Psychologen oder Psychiater [1] geschieht, denn kaum etwas von dem öffentlichen Schreckensbild des "Seelenklempners" entspricht der Wahrheit.

Leider existiert in Deutschland noch immer eine deutliche Hemmschwelle, welche Betroffene davon abhält, sich in psychologische Hände zu begeben. In anderen Ländern hat sich die Psychologie längst als Ergänzung oder "Alternative" zur traditionellen Medizin etabliert. Angesichts der ständig steigenden Belastungen im Alltag eigentlich eine logische Konsequenz. Bedauerlicherweise herrscht in Deutschland noch immer die Angst, man würde beim "Irrenarzt" vorschnell für "verrückt" erklärt und wohlmöglich gleich "in die Irrenanstalt eingewiesen". Dies ist natürlich völliger Unsinn. Nicht einmal die berühmte "Psychiatercouch" wird man in den "Behandlungszimmern" moderner Psychologen finden. Vielmehr ist es Aufgabe des Psychologen, sich durch ungezwungene Gespräche, durchaus "bei Tee und Gebäck" in den Patienten hineinzudenken, um etwaige Probleme zu erkennen. Dabei muss der Patient sich nicht einmal dazu überwinden, von sich aus auf mögliche Probleme im Leben zu sprechen zu kommen, eher stellt der Psychologe zwischendurch zielgerichtete Fragen, um diese Probleme "herauszukitzeln". Einzige Voraussetzung ist die Bereitschaft, möglichst ehrlich zu antworten und eine relative Offenheit. Die Veranlagung "offen reden" zu können ist jedoch nicht erforderlich! Auch sollte die "Chemie" zwischen Patient und Behandler stimmen. Sollte dies nicht der Fall sein, ist ein Wechsel anzuraten. Selbstverständlich unterliegt jeder Psychologe einer ganz besonderen Schweigepflicht! Wichtig zu wissen: Dem Psychologen obliegt es nicht, ein Urteil über das Verhalten des Patienten zu fällen. Er wird den "Lebensweg" eines Patienten weder bewerten noch verurteilen.

Was passiert bei der Psychotherapie?

In regelmäßigen Einzelgesprächen (z.B. 1x wöchentlich über 6 Monate, jeweils ca. 45 Minuten) wird der Psychologe versuchen, den Patienten kennenzulernen und etwaige psychologische Probleme "behutsam" aufzuzeigen. Dies kann auch über zusätzliche Maßnahmen erfolgen, z.B. mittels Supervision, Aufstellung, Paargesprächen (zusammen mit dem Lebenspartner), Elterngesprächen oder zwanglosen Rollenspielen. Menschen, die sich "unter vier Augen" kaum zu öffnen vermögen, hilft ggf. die Teilnahme an Gruppengesprächen, an denen sie nicht zwangsläufig aktiv teilnehmen müssen. Vielmehr hilft es ihnen, die Schilderungen der anderen Teilnehmer passiv aufzunehmen, um sich darin teilweise wiederzuerkennen. Dies kann die Bereitschaft stärken, sich in nachfolgenden Einzelgesprächen offener zu äußern.

Die eigentlich Psychotherapie erfolgt für den Patienten eher "unmerklich". Das heißt, der Psychologe bindet psychologische Maßnahme in die Gespräche ein. Das Vorgehen kann dabei, grob gesehen, zwei grundsätzliche Ansätze haben:

  • Verhaltenstherapie: Der Patient lernt nach und nach, eigene emotionale Reaktionen auf bestimmte Situationen oder Dinge sowie eigene Stimmungen und Belastungen bewusst(er) wahrzunehmen. Ihm wird aufgezeigt, wie man negative Einflüsse im Alltag abschwächen kann. Mit der richtigen Reaktion auf bestimmte Emotionen soll das Leben im allgemeinen positiver gestaltet werden. Zusätzlich können aktive Entspannungsmethoden erlernt werden.
  • Tiefenpsychologische Therapie: In der Tiefenpsychologie sollen verborgene, verdrängte, langfristige, affektive oder frühkindliche Erfahrungen erkannt und abgemildert werden. Diese können über das gesamte Leben hinweg unbewusste und unkontrollierbare Reaktionen in bestimmten Lebenssituationen hervorrufen (z.B. latente Ängste; konkrete Ängste wie "Spinnenangst"; unerklärbar negative/positive Gefühle beim Erleben einer bestimmten Szenerie). Die Reaktionen können sowohl emotional (z.B. Angst, Hass, Liebe, Wut, Lust) als auch physischer Natur sein (Panik: Herzrasen, Schweißausbrüche).

Psychotherapeutische Hilfe bei starkem Schwitzen

Stress bewältigen, Hemmschwellen und Schamgrenzen überwinden, gelassener leben, Ängste besiegen ... all das kann durch eine Psychotherapie erreicht werden. In der Praxis lässt sich der Erfolg der Therapie jedoch nur schwer messen. Auch gibt es keine Erfolgsgarantie. Trotzdem ist in vielen Fällen von "emotionalem Schwitzen" eine psychologische Betreuung ratsam. Allerdings kann diese die klassischen Heilverfahren nur ergänzen bzw. im Zusammenspiel die Symptombekämpfung erleichtern.

Die Tiefenpsychologie bietet die Chance, unbewusste Auslöser des starken Schwitzens zu ergründen. Zu einer fundierten Ursachenforschung gehört heutzutage auch die psychologische Bewertung durch einen Spezialisten.

 

[1] Der Unterschied zwischen Psychologe und Psychiater ist einfach zu erklären: Beide Berufe versuchen im Rahmen einer Psychotherapie den Patienten zu helfen. Ein Psychiater hat über die psychatrische Ausbildung hinaus zusätzlich eine humanmedizinische, oft auch neurologische Facharztausbildung. Ein Psychiater ist also Arzt. Aus diesem Grund dürfen nur Psychiater "krankschreiben" oder Medikamente wie z.B. Psychopharmaka und Antidepressiva verschreiben. Dies geschieht übrigens seltener als gedacht. Nach Möglichkeit wird immer versucht, die Probleme ohne Medikamente zu lösen. Die weit verbreitete Sorge, man würde vorschnell mit "Drogen vollgepumpt" ist deshalb unbegründet.

Es gibt verschiedene Entspannungsübungen und -techniken, die helfen können übermäßiges Schwitzen zu lindern und im besten Falle auf ein normales Maß zu reduzieren. Allen Entspannungstechniken scheint ein positiver Effekt auf das vegetative Nervensystem gemein zu sein, welche das menschliche Schwitzen steuert (bitte lesen Sie dazu → "Psychische Ursachen" des Schwitzens)

In wie weit sich die Schweißproduktion durch Beruhigungsmethoden und Autosuggestion reduzieren lässt ist schwer zu messen und wissenschaftlich kaum zu belegen. Es gibt jedoch eine ganze Reihe von positiven Erfahrungsberichten bei denen Anwender eine Verbesserung Ihrer Lebenssituation, auch bezogen auf das Schwitzen erreichen konnten.

Grundlage dieser Methoden ist jedoch die Bereitschaft sich viel Zeit und Geduld zu nehmen. Ein Umstand, der gerade in unserer heutigen Zeit viele Menschen abschreckt, die nach Möglichkeit eine "Sofort-Heilung" des Schweißproblems ohne eigenes körperliches oder geistiges "Zutun" erreichen wollen. Empfehlenswerter für Körper und Geist ist es jedoch, dass vegetative Nervensystem zu beruhigen und somit die Ursache des Schwitzens zu bekämpfen.

Entspannungstechniken:

Yoga
Yoga ist eine der klassischen Ausübungsformen der indischen Philosophie. In Westeuropa und Nordamerika denkt man bei dem Begriff Yoga meist an körperliche Übungen. Einige meditative Formen von Yoga legen ihren Schwerpunkt auf die geistige Konzentration, andere mehr auf körperliche Übungen, Positionen und Atemübungen. Einige andere Richtungen betonen die Askese.

Yoga hat nachweislich positive Effekte, sowohl auf die physische als auch auf die psychische Gesundheit. Yoga kann unter Umständen zu einer Linderung verschiedensten Krankheiten führen (Durchblutungsstörungen, Schlafstörungen, nervösen Beschwerden, Angst und Depression, chronischen Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen. Positive Auswirkungen auf die Reduktion übermäßigen Schwitzens sind bislang nicht bewiesen, wurden jedoch auch kaum untersucht. Sie lassen sich aber anhand einiger Erfahrungsberichte grundsätzlich nachvollziehen.

Meditation
Meditation(lateinisch meditatio = „Ausrichtung zur Mitte“) ist eine in vielen Religionen und Kulturen geübte spirituelle Praxis. Durch Konzentrationsübungen soll sich der Geist beruhigen und sammeln und jegliche Unruhe vermieden werden. In östlichen Kulturen gilt sie als eine grundlegende und zentrale bewusstseinserweiternde Übung. Es werden Bewusstseinszustände erreicht die man am treffendsten mit Umschreibungen wie "Stille", "Leere", "Eins-Sein", "im Hier und Jetzt sein" oder "frei von Gedanken sein" beschrieben werden können.

Regelmäßige Meditation wirkt beruhigend und wird in der westlichen Medizin als Entspannungstechnik empfohlen. Die Wirkung, der meditative Zustand, ist neurologisch als Veränderung der Hirnwellen messbar. Der Herzschlag wird verlangsamt, die Atmung vertieft, Muskelspannungen reduziert. Körperlich wird ein Zustand erreicht, der dem schlafenden Körper ähnelt, was sich ebenfalls positiv auf die für das Schwitzen zuständigen Nerven auswirken kann.

Autogenes Training
Das autogene Training ist eine auf Autosuggestion basierende Entspannungstechnik. Es wurde vom Berliner Psychiater Johannes Heinrich Schultz aus dem Phänomen der Hypnose entwickelt. Heute ist das autogene Training eine weit verbreitete und anerkannte Methode, um Stress und psychosomatische Störungen zu behandeln. Eine positive Wirkung gegen übermäßiges Schwitzen gilt unter Fachleuten als erwiesen.

Tàijíquán (Tai Chi Chuan)
Tai Chi Chuan ist ein geistig­-körperlicher Übungsweg, der aus China stammt. Hierbei handelt es sich um eine Bewegungskunst, in der meditativ fließende Bewegungen ausgeführt werden. Dadurch steigen Wohlbefinden, Entspannung und Konzentration. Die innere Energie wird gestärkt. Tai Chi Chuan ist Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin. Körper, Geist und Seele werden verbunden. Es reguliert die Atmung, stärkt Herz, Kreislauf und Nervensystem und lindert psychosomatische und chronische Beschwerden. Der positive Effekt ist am ehsten mit den Auswirkungen von Yoga auf das vegetative Nervensystem zu vergleichen.

Qi Gong
Qi Gong (sprich: Tschi­Gung) bedeutet Arbeit oder Übung mit dem Qi, der „Lebensenergie‘‘. Es ist Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin. Durch bestimmte Körperhaltungen, Bewegungen und Atemtechniken, sowie meditative Konzentration kann die Lebensenergie im Körper selber beeinflusst werden. Die Methode des Qi Gong ermöglicht, die Balance zwischen Körper, Geist und Seele zu erhalten oder wieder herzustellen. Zunehmend wird Qi Gong auch in den westlichen Ländern eingesetzt, um Krankheitsverläufe positiv zu beeinflussen, etwa bei Rheuma, Nervenerkrankungen, Krebs, Tinnitus oder Asthma. Der positive Effekt ist am ehsten mit den Auswirkungen von Yoga auf das vegetative Nervensystem zu vergleichen.

Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson (PMR)
Die Progressive Muskelentspannung nach dem Amerikaner Edmund Jacobson ist eine ideale Methode um auch in belastenden Situationen schnell und effektiv zu entspannen. Sie beruht auf der Erkenntnis, dass durch starkes Anspannen und wieder Entspannen von Muskelgruppen eine tiefe Ent­spannung erzielt wird. Und wer körperlich entspannt ist, kann auch seelisch entspannen, wird ruhiger und gelassener. Mit der PMR kann man sich auch mitten im Alltag ganz gezielt "erholen". Die Übungen sind schnell und einfach zu erlernen und sind überall anwendbar. Auch mal ganz schnell in der Mittagspause ...

Hinweis: Die oben beschriebenen Entspannungstechniken können in VHS- oder Abendkursen und in vielen Physiotherapeutischen Zentren erlernt werden.

Wie man lebt und wie man sein eigenes Leben erlebt – dies kann besonders in psychischer Hinsicht wichtig bei der Bekämpfung von Schweißausbrüchen sein. Dabei ist es unerheblich, ob man im Einzelfall nur unter dem alltäglichen Leben, beispielsweise dem Job, leidet, oder ob eine ernste, psychologisch diagnostizierte Erkrankung vorliegt.

Alle denkbaren psychologischen Belastungen können das Schwitzen und unseren Eigengeruch massiv beeinflussen, wobei dieser Effekt bei jedem Menschen individuell ausgeprägt ist. Grund dafür ist die neurologische Steuerung der ekkrinen und apokrinen Schweißdrüsen, welche sehr sensibel auf Gefühle und Emotionen reagiert. Nicht umsonst spricht man beispielsweise von "Angstschweiß". Ebenso wird ein jeder unangenehme Schweißausbrüche in aufregenden Situationen (z.B. "Lampenfieber") kennen. Bei psychischen Erkrankungen können diese Symptome chronisch werden. Schwitzen und Körpergeruch sind dann zum ständigen Begleiter geworden.

Bekannte psychische Faktoren:

  • Stress
  • latente Ängste (z.B. Zukunftsangst, Geldsorgen usw.)
  • Angststörungen (Phobien)
  • Zwangshandlungen
  • Depressionen

Sowohl Ursachenforschung als auch Therapie der ggf. sondierten Auslösefaktoren gehören in professionelle Hände! Hierzu bedarf es der Betreuung durch einen Psychologen bzw. Psychiater. Im Rahmen einer Verhaltenstherapie kann ein engagierter Psychotherapeut in Bezug auf starkes Schwitzen und Körpergeruch eine nachweisliche Verbesserung erzielen.

Teufelskreis durchbrechen!

Ein gesonderter Fokus sollte bei der Psychotherapie auf mögliche "Rückkopplungseffekte" gerichtet werden. Diese treten auf, wenn der Betroffene bereits aus bloßer Angst vor dem Schwitzen noch mehr schwitzt. Diesen Teufelskreis gilt es so schnell wie möglich mit therapeutischer Hilfe zu durchbrechen.

Alternative Methoden

Jenseits der konservativen Therapieansätze finden sich heutzutage viele interessante Alternativen. Inzwischen werden in Deutschland flächendeckend Kurse angeboten, in denen einfache Methoden für eine entspanntere, positive Lebensweise vorgestellt und trainiert werden. In Einzel- oder Gruppensitzungen können offene Gespräche geführt werden, die geistig entlasten und die Fixierung auf das eigene Problem lösen.

Einige Angebote im Überblick:

  • Gesprächstherapie: Loslösung von alltäglichen Sorgen
  • Autogenes Training
  • Meditation
  • Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson (PMR)
  • Yoga
  • Pilates
  • Tai-Chi-Chuan
  • Qi Gong

Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag Entspannungstechniken: Yoga & Co.

Gesund leben – wenig schwitzen

Posted by Sascha Ballweg

Nicht nur in der Ernährung gibt es viele Zutaten, die das übermäßige Schwitzen regelrecht "anfeuern". Was wir täglich essen, trinken oder sonstwie konsumieren spielt eine wichtige Rolle bei der Schweißbildung. Deshalb ist es grundsätzlich ratsam, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten und entsprechend "risikoreiche" Dinge nur in Maßen zu konsumieren. Lesen Sie hierzu auch unseren ausführlichen Beitrag → Schwitzen durch falsche Ernährung.

Das Schwitzen negativ beinflussen können z.B.:

  • scharfe Gewürze
  • scharfe Speisen
  • Nikotin
  • Kaffee
  • Alkohol
  • Betäubungsmittel
  • Arzneimittel
  • ephedrinhaltige Präparate

Capsaicin: Schwitzen nach scharfen Speisen

Scharfe Zutaten wie Chilischoten enthalten den Wirkstoff Capsaicin (CPS), ein Alkaloid, das die selben Nerven stimuliert (reizt) wie Hitze. Deshalb wird es auf der Zunge und der Haut als scharf brennend empfunden. Was dem Menschen geschmacklich als scharf erscheint, ist im Grunde nichts anderes als eine "vorgetäuschte" Verbrennung auf der Zunge. Die hitzeempfindlichen Nerven melden den vermeindliche Hitzeschock an das Gehirn, welches sofort Gegenmaßnahmen ergreift: Die Haut wird zur Abkühlung stark durchblutet, die Pulsfrequenz erhöht und die ekkrinen Schweißdrüsen sondern besonders viel Schweiß ab.

Acetylcholine: Wehe, wenn sind losgelassen ...

Hinter dem schwierig auszusprechenden Namen Acetylcholin verbirgt sich ein Botenstoff, mit dem das sympathische Nervensystem die Schweißdrüsen aktiviert und zum vermehrten Schwitzen anregt. Stimulierende Substanzen wie Nikotin besetzen die selben Nervenenden (Rezeptoren) wie das Acetylcholin und blockieren damit die Befehle des Sympatikus, da dessen Transmitter nicht mehr andocken können. Dieser Blockade begegnet das vegetative Nervensystem nach Abbau des Nikotins mit einer nachträglichen Aussendung von Acetylcholinen. Dadurch kann es in der "Entzugsphase" zu stärkerem Schwitzen kommen, wenn die Schweißdrüsen regelrecht mit dem Botenstoff überschüttet werden.

Eigentlich müsste Nikotinkonsum das Schwitzen durch die Acetylcholin-Hemmung spontan vermindern. Doch man schwitzt schon während des Rauchens. Der Grund dafür: Nikotin ist sehr anregend und steigert u.a. die Durchblutung der Haut. Dies nimmt der Körper als scheinbare Temperaturerhöhung wahr, woraufhin er das Schwitzen zur Thermoregulation einsetzt.

Koffein und Alkohol: Erst hui, dann pfui

Koffein (auch Coffein, Tein oder Thein) und Alkohol haben, grob gesehen, ähnliche Eigenschaften wie Nikotin. Sie wirken sehr anregend und steigern eine Vielzahl von Körperfunktionen. Gleichzeitig hemmen sie ebenfalls die Anlagerung von Acetylcholin. Alkohol behindert zusätzlich die Übermittlung weiterer Nervenreize, wodurch die bekannten direkten Folgen des Alkoholkonsums (z.B. Schwindelgefühl, Angstminderung, Zungenträgheit, Sehstörungen etc.) entstehen. Tatsächlich reduziert sich nach dem Konsum von Kaffee (von der Hitze des Getränkes abgesehen) und Alkohol zunächst auch das Schwitzen. Nach dem Abbau der Substanzen folgt jedoch ein ähnlicher Effekt wie beim Nikotin: Schweißausbrüche.

Ephedrin – die versteckte "Droge"

Ephedrin ist ein Phenylethylamin-Alkaloid, das in Pflanzen der Gattung Ephedra (auch "Mormonentee" oder "Ma-Huang"). In konzentrierter und aufbereiteter Form bzw. als synthetisch gewonnene Substanz wurde und wird Ephedrin unter anderem erfolgreich gegen die Symptome asthmatischer Anfälle sowie gegen starken Schnupfen eingesetzt, gilt aber aufgrund der stark anregenden, leicht berauschenden Wirkung – es wirkt schwächer, jedoch langanhaltener als Adrenalin – als bedenklich. Im Jahre 2001 wurden Arzneimittel sowie frei verkäufliche Präparate mit höherem Ephedringehalt verboten, auch weil das Alkaloid zur Herstellung stärkerer Rauschmittel ("Meth") verwendet werden kann. In schwächerer Dosis ist es jedoch noch immer in Erkältungspräparaten, Schnupfen-Gels oder -Sprays, als auch in Appetithemmern enthalten. Durch die Eigenschaft des Ephedrins, die Ausschüttung von Noradrenalin und Adrenalin zu stimulieren, kann bei regelmäßiger Benutzung solcher Präparate auch die ekkrine Schweißdrüsentätigkeit, und damit das Schwitzen merklich gesteigert werden.