Von einem übermäßigen Schwitzen (Hyperhidrose) sind etwa 2 von 100 Personen betroffen. Dabei kann das störende starke Schwitzen am ganzen Körper auftreten (generalisierte Hyperhidrosis). Meist besteht das Schwitzen aber nur lokalisiert an Händen, Füssen, im Gesicht und vor allem in den Achselhöhlen (fokale Hyperhidrosis), überall dort, wo sich besonders viele ekkrine Schweißdrüsen befinden. Meist ist die Hyperhidrose auf eine Veranlagung zurückzuführen und ist schon bei jemandem in der Familie aufgetreten (primäre Hyperhidrosis).

Schweiß an sich ist völlig geruchlos. Das Sekret wird jedoch auf der Hautoberfläche von Bakterien zersetzt, wodurch geruchsintensive Stoffe wie Fettmoleküle und Buttersäure entstehen. Folglich begünstigte eine hyperhidrotisch gesteigerte Schweißmenge die Bildung von Schweißgeruch. Da viel mehr Schweiß durch die Poren "ausgeschwitzt" wird, als es für den thermoregulatorischen Effekt nötig wäre, kann die Flüssigkeit nicht mehr schnell genug verdunsten und es bildet sich ein nasser Schweißfilm. Je länger dieser auf der Haut liegt, um so mehr Bakterien vermehren sich dort. Permanent "schweißgetränkte" Körperregionen sind meistens besonders von einem unangenehmen Körpergeruch betroffen.

Körpergeruch: Ernährung & Diät

Posted by Sascha Ballweg

Jeder weiß: Wer Knoblauch isst, riecht schon kurz darauf aus allen Poren danach. Schon lange ist bekannt, dass bestimmte Nahrungsmittel, Gemüsesorten, Gewürze und Kräuter den menschlichen Körpergeruch "spürbar" verändern können, ob hin zum Guten oder Schlechten sei einmal dahingestellt. Grund für die Geruchsbeeinflussung sind pflanzliche ätherische Öle, die einen starken, charakteristischen Eigenduft haben. Diese sind aufgrund ihrer kleinen Molekularstruktur in der Lage über die Schleimhaut und den Magen-Darm-Trakt in den Blutkreislauf zu gelangen. Über die Blutgefäße der Dermis können sie auch über die Hautoberfläche "ausdünsten". Der oft als unangenehm empfundene Geruch nach dem Genuss von Knoblauch rührt von den Abbauprodukten schwefelhaltiger Inhaltsstoffe wie dem Alliin, das zu Allicin umgewandelt wird, her. Darüberhinaus werden die Körpergerüche eines Menschens durch den Stoffwechsel bestimmt, durch den die individuell aufgenommene Nahrung in ihre Bestandteile zerlegt und diese verstoffwechselt werden. Die dabei entstehenden Stoffwechselprodukte sind z. T. geruchsintensive Verbindungen, die über den Schweiß, andere Körperausscheidungen und den Atem nach außen abgegeben werden. Die Vielzahl der bestimmenden Faktoren macht es schwierig pauschale Ratschläge für eine "Anti-Körpergeruch-Diät" zu geben (siehe unten).

Ebenso kompliziert verhält es sich mit den regional typischen Ernährungsformen diverser Bevölkerungsgruppen und den daraus resultierenden Änderungen des Körpergeruchs, beispielsweise wenn sich Gruppen vorwiegend von Fisch, andere von Tierprodukten, andere wiederum hauptsächlich von Gemüse ernähren. Studien haben gezeigt, dass der grundsätzliche Geruch einer lokalisierten, ethnischen Gruppe vorwiegend genetisch festgelegt ist [1].

Den Charakter des Körpergeruchs, besonders hinsichtlich der Wahrnehmung durch Andere, kann die Ernährung jedoch sehr wohl beeinflussen. Beispiel: Hinduisten in Indien ernähren sich generell vegetarisch. Lokale Interviews durch Komarek haben zufällig gezeigt, dass Hinduisten "Fleischesser" anhand ihres Geruchs erkennen, den sie als "schlecht riechend" bezeichnen. Um den Zusammenhang zwischen fleischloser, fleischarmer und fleischhaltiger Ernährung und Körpergeruch zu erforschen, führten Jan Havlicek und Pavlina Lenochova an der Charles University, Prag (CZ) eine Studie [2] durch, bei der sich zwei männliche Testgruppen jeweils vegetarisch/nicht-vegetarisch ernährten und deren Körpergerüche anschließend durch weibliche Probanten bewertet wurden. Zwar war es diesen nicht immer möglich zu bestimmen, ob der Geruch von einem Vegetarier oder nicht stammte, doch hatte der Fleischverzicht/-konsum einen deutlichen Einfluss auf die "Attraktivität" des Geruchs. Wie die im Jahre 2006 durchgeführte Studie deutlich zeigte, wurde der Körpergeruch der fleischlosen Testgruppe als deutlich attraktiver und anziehender sowie als weniger intensiv bezeichnet. Eine weitere interessante Erkenntnis ist, dass schon nach 7 Tage des Fleischvezichts eine Veränderung auftrat, denn keiner der männlichen "Geruchsspender" war im eigentlichen Leben Vegetarier.

Ernährungsempfehlung bei starkem Körpergeruch: Verzichten Sie auf ...

  • Knoblauch
  • Zwiebeln
  • Chilischoten
  • Pfeffer
  • Essig
  • Schimmelkäse
  • Kohl
  • Rettich
  • fermentierte Milchprodukte
  • marinierten Fisch

 

Kein Einfluss auf den "genetischen" Körpergeruch

Bestimmte Ernährungsgewohnheiten können den Geruch eines Menschens zwar verstärken, verändern oder diesem neue Nuancen hinzufügen, die individuelle "Duftmarke" eines Menschens, der sogenannte "genetische Basisgeruch" ist jedoch unabhängig von Ernährungsgewohnheiten. "Auch wenn die Ernährung umgestellt wird, ist der Körpergeruch charakteristisch genug, um eindeutig wiedererkannt zu werden," so der Wissenschaftler Jae Kwak vom Monell Chemical Senses Center in Philadelphia, USA. [3]

Schweißgeruch durch falsche Ernährung

Da starkes Schwitzen die Entstehung von Körpergeruch (Schweißgeruch) begünstigt, bitten wie Sie zu diesem Thema auch unseren ausführlichen Beitrag → Schwitzen durch falsche Ernährung zu lesen.

[1] Wade N "Japanese scientists identify ear wax gene" The New York Times, 29.01.2006
[2] Havlicek J, Lenochova P "The effect of meat consumption on body odor attractiveness" Chem Senses. 2006 Oct;31(8):747-52. Epub 2006 Aug 4
[3]  Kwak J et al "Genetically-Based Olfactory Signatures Persist Despite Dietary Variation", PLoS ONE, Vol.3, Nr.10, 31.10.2008

Krankheiten können den Körpergeruch negativ beeinflussen. Im Umkehrschluß kann man so manche Krankheit deshalb auch recht gut per Geruch diagnostizieren. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Krankheiten, die das Schwitzen steigern, und solchen, die den Geruch direkt verändern.

Krankhaftes Schwitzen

  • Primäre Hyperhidrosis | extremes, genetisch bedingtes Schwitzen, ohne primäre Ursache, in Folge Schweißgeruch
  • Sekundäre Hyperhidrosis | innere Krankheiten als Ursache des Schwitzen (z. B. Schildrüsenfehlfunktion); in Folge Schweißgeruch

Krankhafter Körpergeruch

  • Bromhidrosis | starker und permanenter Körpergeruch mit diffuser Ursache, auch lokal auftretend (z. B. in der Leistengegend)

Krankheiten als Auslöser des Körpergeruchs

Kann man Krankheit riechen? Manche körperlichen Leiden erkennt man am Geruch:

  • Stoffwechselstörungen | Trimethylaminurie (TMAU); Fischgeruch-Syndrom durch abnormale Mengen Trimethylamin in Schweiß, Urin und Speichel
  • Zuckerkrankheit | Diabetes mellitus, obstartiger, süßlicher oder Acetongeruch. Kann auch während einer Fastenkur auftreten
  • Leberkrankheiten | z. B. Hepatitis, dadurch typischer Ammoniakgeruch (bisweilen mit erdiger Geruchsnote)
  • Nierenkrankheiten | Uringeruch, durch erhöhte Mengen urinpflichtiger Stoffe im Schweiß
  • Harnwegsinfekte | nach Fäulnis riechender Harn, verursacht durch bakterielle Prozesse
  • Hormonelle Störungen | Störungen des Hormonspiegels, z. B. zu hohe Testosteronwerte bei Frauen, atypische Östrogenwerte bei Männern
  • Innere Entzündungen | süßlicher Geruch, insbesonders bei eiterigen Herden (z. B. bei chronisch obstruktiver Bronchitis), bzw. faulig richender Stuhl bei Entzündung der Bauchspeicheldrüse
  • Fiebererkrankungen | erhöhte Schweißproduktion durch Fieberschübe, in Folge Schweißgeruch. Dieser kann schon bei nur leicht erhöhter Temperatur auftreten.
  • Adipositas | ggf. in schwer zu pflegenden Hautfalten durch eine instabile Keimflora der Haut entstehender Schweißgeruch
  • Hautkrankheiten | Ekzeme, Nekrosen, Hautwolf
  • Amputationen und Prothesen | ggf. an Stümpfen entstehender Schweiß-/Wundgeruch

Hormone beeinflussen die Art und Bildung des menschlichen Körpergeruchs massiv. Dies zeigt sich in einer Studie der Bremer Kulturanthropologin und Sexualwissenschaftlerin Ingelore Ebberfeld, bei der die Befragten folgende Faktoren als maßgeblich für den Geruch einstuften:

  • Geschlechtsverkehr 53,7 % (314 Personen)
  • Regelblutung 35,0 % (151 Personen)
  • Monatszyklus 22,6 % (96 Personen)
  • Schwangerschaft 5,3 % (23 Personen)

Die Bildung geschlechtsspezifischer Hormone, wie das weibliche Östrogen und das männliche Testosteron sowie sexueller Botenstoffe (z. B. Androstenon) führt offensichtlich zu einer deutlich wahrnehmbaren Steigerungen des Körpergeruchs. Studien haben gezeigt, dass geringfügige Änderungen als angenehm (sogar sexuell stimulierend) empfunden werden, größere hingegen als abstoßend.

Typischerweise treten diese hormonellen Aberrationen in folgendem Zusammenhang auf:

  • Pubertät (Anstieg des Östrogen-/Testosteronspiegels)
  • Menopause (Abfall des Östrogenspiegels)
  • Monatszyklus/Regelblutung
  • Schwangerschaft
  • sexuelle Erregung
  • während/nach Geschlechtsverkehr
  • u. U. bei athletischen Sportarten

Der Hormonhaushalt hat einen direkten Einfluss auf die ekkrine Schweißproduktion sowie auf die Aktivität der apokrinen Schweißdrüsen. Aus diesem Grund entsteht zu den genannten Phasen hormonellen Umschwungs oft ein gesteigerter Schweiß- bzw. Körpergeruch.

Psychische Faktoren bestimmen nicht nur, wie stark wir ekkrin Schwitzen (siehe "Ursachen des Schwitzens"), auch die Funktion der apokrinen Schweißdrüsen wird durch die Psyche beeinflusst. Emotionale Elemente wie Liebe, Lust, aber auch Angst, Scham oder Ekel können den Körpergeruch deutlich verstärken.

Stress, eine ungesunde Mischung aus Überbelastung, Unzufriedenheit, Zukunfts- und Versagensängsten, spielt ebenso eine große Rolle. Nicht umsonst spricht der Volksmund von "Angstschweiß", den man förmlich riechen kann.

Der wechselseitige Einfluss von Psyche und Schweißdrüsenfunktion ist evolutionär bedingt. In Urzeiten geriet der Mensch oft plötzlich in extreme Gefahrensituationen, auf die der Körper blitzartig und automatisch mit dem bis heute erhaltenen Angstreflex reagierte. Innerhalb kürzester Zeit wurde alle Energie mobilisiert, welche für den Kampf oder die Flucht benötigt wurde. Auch heute kann der Angstreflex hilfreich sein, z. B. bei Unfällen. Im Alltag wird er dagegen eher als störend empfunden. Besonders tückisch wirken sich latente Ängste (z. B. Existenzangst) aus, die nur unterschwellig wirken. Häufiges Schwitzen, Körpergeruch, Abgeschlagenheit oder Schwindel sind die typische Folge (z. T. auch Teil des Burn-Out-Syndroms). Depressive Episoden haben oft vergleichbare Folgen und können sich ebenso durch Schweißausbrüche und schlechten Geruch bemerkbar machen.

Was der Angstreflex auslöst:

In gefährlichen oder aufregenden Situationen wird ein Teil der Körperkontrolle vom Nervensystem übernommen, wobei sich auch die Körperchemie ändert. Steigender Blutzucker, Cortisonausschüttung und Adrenalinschub sind verantwortlich für eine erhöhte Herzfrequenz. Daraus resultiert, dass mehr Blut in die Muskeln gepumpt wird, nicht aber in die Haut. Dies hat zu Folge, dass die Haut blass und kühl wird, auf der Schweißperlen schlechter verdunsten und deutlich sichtbar bleiben. In Folge dieser Körperchemieumstellung werden die Muskeln mit mehr als eigentlich benötigter Energie versorgt. Im Falle der Nichtnutzung wird die überschüssige Energie in Form von Zittern innerhalb der Muskeln wieder abgebaut.

Die erhöhte Schweißproduktion und der körperchemische Umschwung verursachen gemeinsam als Folge starken Körpergeruch.

Stress vermeiden – Anspannung lösen – ohne Angst leben

Angstreflexe sind affektiv und verursachen nur kurzzeitige Veränderungen der körperlichen Verfassung. Bei fortdauernder Stressbelastung dagegen können Schweißproduktion und Körpergeruch zu einer chronischen Belastung werden. In der Bromhidrosis-Therapie kann dies ein wichtiger Schlüssel zum Heilungserfolg sein. Es gilt, direkte oder verborgene psychische Belastungen rechtzeitig zu erkennen und zu bewerten. Dies bietet die Chance, einen Lebenswandel für ein stressfreies, oder zumindestens unbeschwerteres Leben ohne Ängste einzuleiten. Eine psychotherapeutische Betreuung ist in den meisten Fällen zu empfehlen. Aber auch "rezeptfreie" Entspannungsmethoden wie Yoga, Autogenes Training oder Progressive Muskelrelaxation (PMR nach Jacobson) erzielen gute Erfolge.

Körperliche Anstrengung, sei es durch Arbeit oder Sport, löst bekanntlich im Rahmen der Thermoregulation verstärktes Schwitzen aus. Bleibt dieser ekkrine Schweiß auf der Haut, kann schon nach kurzer Zeit Schweißgeruch entstehen.

Übergewichtige Menschen mit schlechter Konstitution geraten besonders schnell, auch bei nur mäßiger körperlicher Betätigung, ins Schwitzen. In diesem Sinne scheint Adipositas (Fettleibigkeit) in einem gewissen Zusammenhang mit dem Körpergeruch stehen. Die pauschale Annahme, dicke Menschen würden grundsätzlich stärker riechen als schlanke ist jedoch falsch: Auch Leichtgewichtige können entsprechend schnell in Schweiß ausbrechen, wenn ihre Kondition schlecht ist. Das Gewicht lässt also keinen direkten Rückschluss auf den entstehenden Körpergeruch zu. Vielmehr ist der Stoffwechsel entscheidend. Wird dieser durch Erkrankungen (z. B. als Folgestörung des Übergewichts) beeinträchtigt, so ändert sich auch die Zusammensetzung des Schweißsekrets und in Folge der Schweißgeruch.

Übrigens: Ein banaler, aber häufiger Grund für Körpergeruch bei Adipositas sind Hautfalten des Fettgewebes, in denen sich Schweiß unbemerkt ansammeln kann.

Trainierte Sportler schwitzen nicht?

Ein sehr verbreiteter Irrtum ist, dass geübte Sportler angeblich weniger Schwitzen würden. Genau das Gegenteil ist der Fall: Bei trainierten Menschen hat sich der Körper erfolgreich auf die sportlichen Anstrengungen eingestellt. Er reagiert wesentlich schneller auf den Temperaturanstieg unter Belastung, wodurch Herz und Kreislauf geschont werden. Ebenfalls wird in kurzer Zeit mehr Schweiß ausgeschüttet als bei untrainierten Sportlern. Zusammen mit einer oberflächlichen Kapillarerweiterung sorgt dies für konstant niedrige Körpertemperaturen sowie für einen niedrigen Puls und Blutdruck. Während des Ausdauersports reduziert der Körper nicht etwa die Schweißmenge sondern die Zusammensetzung, damit nicht zu viele Elektrolyte ausgeschieden werden.

Meistens können sich sportliche Menschen, auch aufgrund ihrer leichteren Ernährung, eines gesunden Stoffwechsels erfreuen. Dies macht sich auch beim Körpergeruch positiv bemerkbar.

Ausnahme: Einige Kraftsportler ("Stoffer") benutzen mehr oder minder fragwürdige Stoffe, um den Muskelwachstum zu beschleunigen. Bei bestimmten Präparaten kann es zu atypischen Körperausdünstungen (z. B. Geruch von Aceton) kommen.

Ratschläge, um Schweißgeruch bei Arbeit und Sport zu verhindern:

  • regelmäßig und gründlich waschen (Körperpflege)
  • luftdurchlässige, atmungsaktive Kleidung aus Naturfasern tragen
  • Übergewicht reduzieren
  • Sport treiben
  • Wärmehaushalt und Gefäßsystem trainieren (Sauna)

Wer seinen Körper pflegt und sich täglich wäscht, braucht keinen Körpergeruch befürchten, so die landläufige Meinung. Dies ist jedoch nicht immer richtig. Selbstverständlich kann man Schweißgeruch verhindern, indem man den Schweiß der ekkrinen und den Talg der apokrinen Schweißdrüsen abwäscht, bevor diese Substanzen von den Hautkeimen zersetzt werden und zu riechen anfangen. Die genetische Veranlagung zu einem stärkeren oder charakteristischen Körpergeruch kann die Hygiene, sei sie auch noch so penibel, nicht beeinflussen. Auch die Pubertät pubertierender Kinder und hormonelle Abnormalitäten können zu einem stark und unangenehm wahrnehmbaren Körpergeruch führen. 

Besonders Heimtückisch: Man nimmt den eigenen Körpergeruch selbst nicht oder vollkommen abweichend wahr und selbst Partner und Familienmitglieder können diesen weniger intensiv riechen als externe Personen. Auch der Geruch eines Hauses / einer Wohnung kann sich für Dritte unangenehm auf die Kleidungsstücke übertragen, obwohl man selbst diesen Geruch gar nicht wahrnimmt (Essensgerüche, Feuchtigkeit, Schimmelgeruch).

Waschen bleibt wirkungslos

Menschen, die krankhaft unter starkem, permanentem Körpergeruch (med. Bromhidrosis) leiden, ist nicht mit den üblichen Pflegemitteln geholfen. Von daher ist es falsch, diesen Menschen vorzuwerfen, sie würden sich "nie waschen". Dies ist leider ein gängiges Vorurteil, denn sämtliche Produkte des Supermarkts, wie z. B. parfümierte Seifen, Duschgels oder Deodorants sind machtlos gegen die weitgehend unbekannte Erkrankung Bromhidrosis.

Normale Körperpflegeprodukte haben leider keinerlei Einfluss auf die Aktivität der Schweißdrüsen. Da der Grad der Schweißproduktion maßgeblich für die Entstehung penetranten Geruchs verantwortlich ist, sollte mit speziellen Produkten und ggf. mit medizinischen Therapien versucht werden, diese zu reduzieren. Echte Antitranspirante, mit mindestens 20 % Wirkstoffanteil, sind eine erste, rezeptfreie Möglichkeit für die Behandlung. Mit ihnen kann das ekkrine Schwitzen oft deutlich reduziert und lokal (z. B. unter den Achseln) auch ganz verhindert werden. Möglichem Schweißgeruch wird somit die Grundlage entzogen. Die Folgen der apokrinen Sekretion (Talge, die von Bakterien zersetzt werden) können durch antiseptische Waschschäume minimiert werden, da sie die Mikroflora der Haut ausbalancieren.

Neben dieser Symptombekämpfung ist eine fundierte Ursachenforschung unerlässlich. In fast allen Fällen von Bromhidrosis wird der Körpergeruch durch mehrere Faktoren gleichzeitig verursacht. Diese Faktoren gilt es im Einzelfall zu bestimmen, gegebenenfalls ist hierbei neben der dermatologischen auch eine allgemeinmedizinische oder psychotherapeutische Betreuung notwendig.

Deodorants helfen nicht

Deodorants werden tagtäglich millionenfach gegen Körpergeruch angewandt. Sie versprechen, die Geruchsentwicklung für 24 Stunden oder länger zu verhindern und ihre Parfumstoffe transportieren je nach gusto ein Gefühl von Lifestyle, Stamina, Exotik, Erotik, Maskulinität oder Feminimität. Der internationale Erfolg dieser Deos zeigt, dass der Großteil der Bevölkerung mit diesen Produkten gute Erfahrungen gemacht hat, da sie mit ihnen ihren ureigenen Geruch selbstbestimmt, nach eigenen Wünschen bzw. Träumen, formen können.

Bromhidrosebetroffene können dagegen nicht auf die Wirkung dieser Kosmetikprodukte vertrauen. Oft sind es gerade die flüchtigen Parfumstoffe, welche den schlechten Geruch besonders stark in der Umgebungsluft verbreiten. Bei starken Fällen versagen die Deos ganz ihre Wirkung, schlimmstenfalls kommt es zu unangenehmen Mischdüften.
In heutiger Zeit werden Deos in der Werbung oft als Antitranspirante ("Schweiß-Blocker") bezeichnet, da sie angeblich auch das Schwitzen verhindern. Allerdings enthalten die meisten Produkte so wenig Wirkstoff, dass die Wirkung höchstens bei schwacher Schweißbildung bemerkbar wäre. Normal starkes Schwitzen, z. B. bei Hitze oder beim Sport, können diese Mittel nicht verhindern.

Hygiene dennoch nicht vernachlässigen ...

Trotz der Wirkungslosigkeit normaler Waschprodukte, sollten Bromhidrotiker unbedingt auf eine regelmäßige und akkurate Hygiene achten. Nur so kann der Grundstock für eine gesunde, ausgeglichene Hautflora gelegt werden. Zu häufiges Waschen ist in dieser Beziehung allerdings kontraproduktiv.

Dermatologen empfehlen folgende Hygienemaßnahmen:

  • regelmäßig, jedoch nicht zu oft waschen
  • insbesondere Oberteile täglich wechseln (auch mehrfach)
  • antiseptische Waschschäume verwenden (z. B. BromEX foamer)
  • 20 %-Antitranspirante benutzen (z. B. AHC sensitive)
  • Körperbehaarung rasieren oder kürzen
  • Hausmittel ausschöpfen (z. B. Zimteinlagen)

 

Ursachen für Körpergeruch

Posted by Sascha Ballweg

Jeder Mensch verfügt über einen individuellen, genetisch festgelegten Körpergeruch. Dieser "Basisduft" wird von Mitmenschen äußerst subjektiv wahrgenommen. Er kann allerdings darüber entscheiden, ob uns jemand sympathisch oder nicht ist. Dies zeigt, dass spontane Sympathien nicht nur "auf den ersten Blick" entstehen, sondern auch über sensorische Wahrnehmungen der Nase entschieden werden.

Neben der genetischen Veranlagung, spielen auch ethnische Herkunft, Lebensraum, regionale oder persönliche Ernährungsgewohnheiten eine Rolle. In dieser Hinsicht, ist es dem Menschen kaum bzw. gar nicht möglich, seinen Basisgeruch zu beeinflussen oder zu ändern.

Über diesen grundlegenden "Geruchscode" hinaus, kann sich Körpergeruch durch verschiedene Faktoren verstärken und zum Negativen verändern. In einer Studie der Bremer Kulturanthropologin und Sexualforscherin Ingelore Ebberfeld machten 96,1 % der Befragten detaillierte Angaben darüber, was ihrer Meinung nach den eigenen/fremden Geruch wahrnehmbar beeinflusst.

Faktoren, die den Körpergeruch verändern:

  1. Hygieneverhalten 76,4 % (330 Personen) ➤ Hygiene & Körperpflege
  2. körperliche Anstrengungen 72,7 % (314 Personen) ➤ physische Belastungen
  3. Geschlechtsverkehr 53,7 % (314 Personen) ➤ Hormone & Botenstoffe
  4. sekundärer Körpergeruch 51,2 % (221 Personen) ➤ Krankheiten/Hyperhidrose
  5. Nahrung 42,8 % (185 Personen) ➤ Ernährung & Diät
  6. Regelblutung 35,0 % (151 Personen) ➤ Hormone & Botenstoffe
  7. Stress 35,0 % (151 Personen) ➤ psychische Belastungen
  8. Monatszyklus/Eisprung 22,6 % (96 Personen) ➤ Hormone & Botenstoffe
  9. sonstiges 8,3 % (36 Personen)
  10. Schwangerschaft 5,3 % (23 Personen) ➤ Hormone & Botenstoffe

Reduziert man diese Angaben auf ihre ➤ grundsätzliche Ursache, so ergibt sich eine nach ihrer Bedeutung geordnete Übersicht. Die einzelnen Faktoren stellen wir in den nachfolgend aufgelisteten Kapiteln vor.

Ursachen des Körpergeruchs:

Chromhidrose (Colored Sweat)

Posted by Sascha Ballweg

Chromhidrosis oder dt. Chromhidrose ist eine extrem seltene Erkrankung der apokrinen Schweißdrüsen, bei der ein farbiges Schweißsekret (engl. Coloured Sweat) abgesondert wird. Die Sekretionen können dabei die Farbe Gelb, Grün, Blau oder Schwarz haben. Verursacht wird der verfärbte Schweiß durch sogenanntes Lipofuszin, braun-gelbe Pigmente, die sich in den apokrinen Schweißdrüsen sammeln und dort oxidieren. Je nach Grad der Oxidation tritt das apokrine Sekret in unterschiedlichen Farbabstufungen aus. Besonders deutlich zeigen sich diese Farben auf der Kleidung, wenn die Schweißflecken deutlich gelb, grün, blau oder schwarz gefärbt sind.

Da die Chromhidrose nicht mit dem Körpergeruch in Zusammenhang steht, und dieser sich nicht durch die Färbung des Schweißes verändert, soll an dieser Stelle nicht weiter auf die Krankheit eingegangen werden.

Trimethylaminurie (auch TMAU-Syndrom oder Fischgeruch-Syndrom) ist eine seltene autosomal-rezessive Stoffwechselkrankheit. An Trimethylaminurie erkrankte Patienten riechen nach leicht vergammeltem Fisch ("Fischgeruch"), da sie mit ihrem Schweiß und Urin abnormale Mengen Trimethylamin aussondern. Trimethylamin (TMA) wird normalerweise in der Leber durch Enzyme der Familie der Flavin-Monooxygenasen (FMO) zum geruchlosen Trimethylamin-N-Oxid (TMAO) umgewandelt. Man vermutet, dass ein Enzymdefizit der Leber diese Stoffwechselkrankheit auslöst. Ursache des Enzymmangels könnten Defekte der verantwortlichen FMO3-Gene sein. Bis heute ist das TMAU-Syndrom Bestandteil medizinischer Forschung, um die Verebungsmechanismen zu klären und Heilmittel zu entwickeln.

Wichtiger Hinweis

TMAU-Syndrom und Bromhidrosis sind zwei grundsätzlich verschiedene Krankheiten. Trimethylaminurie ist eine Stoffwechselkrankheit. Die unangenehmen Gerüche werden nicht nur über den Schweiß, sondern über alle Körperausscheidungen abgegeben. Eine Bromhidrose ist dagegen eine neurologische Störung, eine Überfunktion bzw. Hyperaktivität der apokrinen Schweißdrüsen. Hinzu kommt die veranlagte Tendenz der Hautflora, eine deutliche Geruchsbildung zu begünstigen. Die BH geht oft mit einer Hyperhidrose einher. Achtung: Bitte bedenken Sie, dass Produkte gegen Hyperhidrose und Bromhidrose bei einer Trimethylaminurie nicht helfen!

Für das Fischgeruch-Syndrom gibt es bis heute keine direkte Heilung (sytematische Therapie). Allerdings können die Symptome (fischiger Geruch) durch die nachfolgenden Maßnahmen gemindert werden.

Was kann gegen das TMAU-Syndrom helfen?

  • spezielle Diät: auschließlicher Verzehr von Nahrung ohne Cholin, Carnetin, Nitrogen, Schwefel und Lecithin, d.h.
  • Verzicht auf Eier, Hülsenfrüchte, Fleisch, Fisch und alle anderen Zutaten, die o.g. Stoffe enthalten [1]
  • tägliche Einnahme von speziellen Antibiotika, um die Tätigkeit bestimmter Darmkeime einzuschränken [2]
  • Einreibungen mit leicht sauren Tinkturen
  • tägliche Einnahme von Aktivkohle
  • tägliche Einnahme von Kupfer-Chlorophyll
  • tägliche Benutzung von Antitranspiranten zur Schweißminderung

Nur wenige Wissenschaftler beschäftigen sich mit dieser seltenen Krankheit, welche zudem nicht ohne Laboruntersuchungen nachweisbar ist (von dem subjektiv wahrnehmbaren "Fischgeruch" abgesehen).

Nachfolgend finden Sie einige der wenigen wissenschaftlichen Kontakte, an die sich TMAU-Betroffene wenden können. Erkrankte aus Deutschland sollten sich nicht scheuen, mit ausländischen Forschern in Kontakt zu treten! Auch wenn diese keine Lösung für das Problem aus dem Hut zaubern können: wichtig ist die kontinuierliche Kommunikation mit der Wissenschaft, damit neueste Forschungsergebnisse und etwaige Heilungchancen aus erster Hand erfahren werden können.

Internationale TMAU-Forschung

Klinischer Test | TMAU-Labor | Gentest | Prenatale Diagnostik:


UniversitätsKlinikum Heidelberg
Stoffwechselzentrum - Labor
PhD Jürgen G. Okun

UniversitätsKlinikum Heidelberg
Klinik für Kinderheilkunde I - Sektion für
angeborene Stoffwechselkrankheiten
Prof. Dr. med.,  Prof. h.c. (RCH) G. F. Hoffmann

Universität Regensburg
Center for Human Genetics Regensburg
Regensburg, Germany

Dr. Ute Hehr

Sheffield Children's NHS Foundation Trust
Sheffield Diagnostic Genetics Service
Sheffield, UK

Ann Dalton, PhD, FRCPath

Denver Genetic Laboratories
UCD Biochemical Genetics Laboratory
Aurora, Colorado, USA

Stephen I. Goodman, MD
Michael Woontner, PhD
Johan Van Hove, MD, PhD

PreventionGenetics
Molecular Diagnostics and BioBanking
Marshfield, Wisconsin, USA

James L. Weber, PhD
Bruce R. Krawisz, MD
Khemissa Bejaoui, PhD
Marwan Tayeh, PhD, FACMG
Keith Nykamp, PhD
Michael Chicka, PhD
Dr. Ying Wang, MD, PhD
Margaret Ann Chen, PhD, MS, CGC, FACMG

 

TMAU-Forschung | Fachautoren:


Ian R. Phillips, PhD
Professor of Molecular Biology

School of Biological and Chemical Sciences
Queen Mary, University of London
London, UK
eMail: i.r.phillips @ qmul.ac.uk

Elizabeth A. Shephard, PhD
Professor of Molecular Biology

Department of Structural and Molecular Biology
University College London
London, UK
eMail: e.shephard @ ucl.ac.uk

 

Patientenaufklärung (USA + UK)

 

 

 

[1]
[1] relevante Studie: Danks et al., 1976; Mitchell, 1996
[2] relevante Studie: Treacy et al., 1995
[3] Mitchell S.C.; Smith R.L., DMD Drug Metabolism & Disposition, 4/1 2001