Es hört sich komisch an aber trockene Haut kann gerade für Hyperhidrotiker zum echten Ärgernis werden. Besonders betroffen sind die Hände und Füße. Denn im Gegensatz zu normalen Hauttypen gibt es für den Hyperhidrotiker meist nur zwei extreme Zustände:
Unnatürlich nass oder unnatürlich trocken!

Dies liegt daran, dass die vom Schweiß durchweichte Haut viel Schutz verliert, da kaum noch eine natürliche Fettung der Haut stattfinden kann. Fette werden vom salzigen Schweiß aufgelöst und ausgespült. Die Haut, wenn sie denn mal nicht schweißnass ist, ähnelt dann in Extremform einem ausgetrocknet, rissigen Flußbett. Hier hilft nur die konsequente Anwendung einer hochwertigen Fett- oder Feuchtigkeitscreme.

Bläschen und Hautfetzen - die Erneuerung der Haut

Aber auch durch Antitranspirante oder die Leitungswasser-Iontophorese getrocknete Haut führt nicht selten zu spröder, rissiger und/oder übermässig trockener Haut sowie bestimmten "Erneuerungs-Prozessen".
So kann es vorkommen, dass vormals durchnässte Hautpartien jucken oder sich vorübergehende Pusteln oder Bläschen bilden, sowie ganze Hautpartien abgetragen werden (sich "pellen", "abschälen", "abblättern", "abbröckeln", also in irgendeiner Form "erneuert werden").

Gerade diese Erneuerung der Haut führt beim Anwender zu Verwunderung, ist in den meisten Fällen jedoch ein wichtiger Prozess. Denn die durchfeuchtete Haut baut sich immer weiter auf (vgl. einer Hornhaut) um überhaupt die Schutzwirkung normaler Haut erreichen zu können.
Trocknet man die Haut dauerhaft oder hat saisonal bedingt längere trockenphasen (z. B. in der kälteren Jahreszeit), kann die Haut mit weniger Volumen und Substanz mehr Schutzwirkung erreichen, weshalb alte und überflüssige Hautschichten abgetragen werden.

Alle beschriebenen Vorgänge oder Probleme sind meist vorübergehender Natur und sind ein integraler Bestandteil der Veränderungen / Verbesserung der Hautbeschaffenheit.

Hilfe gegen negative Begleiterscheinungen von Antitranspiranten und der Iontophorese

Gegen unangenehmes Jucken empfehlen wir unsere Nutric-Lotion, die die Haut innerhalb von Sekunden kühlt und beruhigen kann.
In den meisten anderen Fällen 
schafft die Verwendung einer hochwertigen Fett- oder Feuchtigkeitscreme Erleichterung, die auf Basis natürlicher Fette und Öle trockener Haut entgegen wirkt. 

Beispielhaft empfehlen wir hier die folgenden Produkte, die jedoch nur exemplarisch für gute Körper- oder Handcremes stehen sollen

Solche Fettcremes (jedoch auch reine aber günstigere Produkte wie Vaseline) halten die Haut geschmeidig und verhindern negative Auswirkungen des Trocknungsprozesses.
Für ein optimales Wohlbefinden empfehlen wir solche Cremes so dünn wie möglich aufzutragen, die Substanzen einwirken zu lassen und auf der Haut verbleibende Reste (z. B. Fette) an einem Handtuch oder Papiertuch abzuwischen.
Bei einer Anwendung pflegender Cremes über Nacht können die enthaltenen Wirkstoffe optimal einwirken. Soll die Creme über Tag angewendet werden, empfehlen wir ein mehrfaches aber möglichst dünnes eincremen. 

Anwendungshinweis zur Leitungswasser-Iontophorese

Wird die Iontophorese gegen Schwitzen eingesetzt, kann es bei beschädigter oder gereizter Haut (z. B. am Nagelbett der Fingerkuppen) zu unangenehmen Empfindungen kommen, da rissige oder spröde Haut weniger Strom-Widerstand aufweist, bzw. der eintretende Strom als deutlich unangenehmer empfunden wird als auf der gesunden Haut. Um dies zu vermeiden, können Fettcremes auch kurz vor der Anwendung nur partiell auf diese Regionen aufgetragen werden, um den Stromeinfluss durch eine Erhöhung des Hautwiderstandes zu minimieren und weitere Reizungen zu vermindern.

Fazit

Es gibt durchaus Möglichkeiten eine schweißhemmende Wirkung und das damit verbundene Lebensgefühl zu genießen ohne dabei unangenehme Beeinträchtigungen durch beschädigte Haut erfahren zu müssen. Ziel sollte es sein, die Substanz durchweichter Haut durch Trocknung zu verbessern. Es ist jedoch überaus wichtig, die Haut dabei zu schützen, damit diese im Zuge der Trocknung nicht rissig wird.

Psychische Faktoren bestimmen nicht nur, wie stark wir ekkrin Schwitzen (siehe "Ursachen des Schwitzens"), auch die Funktion der apokrinen Schweißdrüsen wird durch die Psyche beeinflusst. Emotionale Elemente wie Liebe, Lust, aber auch Angst, Scham oder Ekel können den Körpergeruch deutlich verstärken.

Stress, eine ungesunde Mischung aus Überbelastung, Unzufriedenheit, Zukunfts- und Versagensängsten, spielt ebenso eine große Rolle. Nicht umsonst spricht der Volksmund von "Angstschweiß", den man förmlich riechen kann.

Der wechselseitige Einfluss von Psyche und Schweißdrüsenfunktion ist evolutionär bedingt. In Urzeiten geriet der Mensch oft plötzlich in extreme Gefahrensituationen, auf die der Körper blitzartig und automatisch mit dem bis heute erhaltenen Angstreflex reagierte. Innerhalb kürzester Zeit wurde alle Energie mobilisiert, welche für den Kampf oder die Flucht benötigt wurde. Auch heute kann der Angstreflex hilfreich sein, z. B. bei Unfällen. Im Alltag wird er dagegen eher als störend empfunden. Besonders tückisch wirken sich latente Ängste (z. B. Existenzangst) aus, die nur unterschwellig wirken. Häufiges Schwitzen, Körpergeruch, Abgeschlagenheit oder Schwindel sind die typische Folge (z. T. auch Teil des Burn-Out-Syndroms). Depressive Episoden haben oft vergleichbare Folgen und können sich ebenso durch Schweißausbrüche und schlechten Geruch bemerkbar machen.

Was der Angstreflex auslöst:

In gefährlichen oder aufregenden Situationen wird ein Teil der Körperkontrolle vom Nervensystem übernommen, wobei sich auch die Körperchemie ändert. Steigender Blutzucker, Cortisonausschüttung und Adrenalinschub sind verantwortlich für eine erhöhte Herzfrequenz. Daraus resultiert, dass mehr Blut in die Muskeln gepumpt wird, nicht aber in die Haut. Dies hat zu Folge, dass die Haut blass und kühl wird, auf der Schweißperlen schlechter verdunsten und deutlich sichtbar bleiben. In Folge dieser Körperchemieumstellung werden die Muskeln mit mehr als eigentlich benötigter Energie versorgt. Im Falle der Nichtnutzung wird die überschüssige Energie in Form von Zittern innerhalb der Muskeln wieder abgebaut.

Die erhöhte Schweißproduktion und der körperchemische Umschwung verursachen gemeinsam als Folge starken Körpergeruch.

Stress vermeiden – Anspannung lösen – ohne Angst leben

Angstreflexe sind affektiv und verursachen nur kurzzeitige Veränderungen der körperlichen Verfassung. Bei fortdauernder Stressbelastung dagegen können Schweißproduktion und Körpergeruch zu einer chronischen Belastung werden. In der Bromhidrosis-Therapie kann dies ein wichtiger Schlüssel zum Heilungserfolg sein. Es gilt, direkte oder verborgene psychische Belastungen rechtzeitig zu erkennen und zu bewerten. Dies bietet die Chance, einen Lebenswandel für ein stressfreies, oder zumindestens unbeschwerteres Leben ohne Ängste einzuleiten. Eine psychotherapeutische Betreuung ist in den meisten Fällen zu empfehlen. Aber auch "rezeptfreie" Entspannungsmethoden wie Yoga, Autogenes Training oder Progressive Muskelrelaxation (PMR nach Jacobson) erzielen gute Erfolge.

Das tabuisierte Leiden: Bromhidrosis

 

Die Bromhidrosis (eingedeutscht auch Bromhidrose; von griech. βρῶμος (brômos) „Bocksgestank der Tiere“; ἱδρώς (hidrós) „Schweiß“) ist eine mit der Hyperhidrosis assoziierte Krankheit, bei der der vermehrt produzierte ekkrine Schweiß die Haut permanent durchfeuchtet und so die Vermehrung der hauttypischen Keimflora negativ beeinflusst. Mit dem Abbau des Keratins der Hornhaut durch die Keime (Bakterien) entstehen kurzkettige Fettsäuren und Amine und damit ein unangenehmer Körpergeruch, vor allem im Bereich der Leistenregion, Achselhöhlen und Füße. Auch die Kopfhaut kann einen unangenehmen, "schafsbockartigen" Geruch aufweisen, der jedoch meist weniger stark wahrgenommen wird.

Der aus den "Duftschweißdrüsen" stammende apokrine Schweiß oder Talg wird ebenfalls durch Bakterien in Fettsäurenund Ammoniakverstoffwechselt, was zu einem starken Geruch führt. Je nach Zusammensetzung riecht es muffig, ranzig oder säuerlich.

Obwohl die Bromhidrose schon seit langem eine von der WHO anerkannte Krankheit ist, handelt es sich um ein weitgehend unbekanntes, missverstandenes und tabuisiertes Leiden. Dies steht in auffälligem Widerspruch zu den von der WHO geschätzten Zahl der Betroffenen: Gut 1 % der Weltbevölkerung leidet an starkem bis krankhaftem Körpergeruch.

In heutiger Zeit gilt unangenehmer Körpergeruch als Tabu und als gesellschaftliches Stigma.

 

Das hier beschriebene Problem – in der Tat eine anerkannte Krankheit (ICD-10-Code der WHO: L75.0) – nennt sich medizinisch Bromhidrosis und meint den ständigen, durchdringenden Körpergeruch eines Menschens. Die Ursachen können sehr vielfältig sein, als sekundäre Auslöser kommen Ernährung, innere Krankheiten, Hormonstörungen oder die Psyche in Frage. Konkret entstehen tut der lästige Geruch jedoch vorwiegend auf der Haut, und zwar durch zersetzende Bakterien, welche die Bestandteile der Haut (der Hornschicht) und des Schweißes verstoffwechseln.

Unsere Haut ist naturgemäß mit einer wichtigen, ausbalancierten Bakterienflora besiedelt. Einige dieser Bakterien dienen dazu, das aus den ekkrinen Schweißdrüsen austretende Schweißsekret in verschiedene Bestandteile zu zersetzen, u.a. entstehen dabei Buttersäure und kurzkettige Fettmoleküle, diese nehmen wir als den typischen Schweißgeruch wahr. Die Hornhaut wird außerdem ständig durch den Schweiß durchfeuchtet, besonders wenn eine Hyperhidrosis (extremes Schwitzen) vorliegt. In diesem feuchtwarmen Milieu gedeihen Bakterien besonders gut. Diese Keime "zerlegen" die Keratine der Hornschicht in kurzkettige Fettmoleküle und Amine. Aus verschiedenen Gründen kann es dazu kommen, dass die Bakterienflora dauerhaft aus dem Gleichgewicht gerät und sich die oben genannten Bakterien unkontrolliert vermehren. Ständiger und starker Körpergeruch ist die Folge.

Eine weitere Ursache für Körpergeruch ist eine Fehl- bzw. Überfunktion der apokrinen Schweißdrüsen, jene Art von Schweißdrüsen, die kein Schweißsekret, sondern Talg und Duftstoffe (in der Tierwelt als Pheromone bekannt) absondern. Während wir die Duftstoffe nur unterschwellig wahrnehmen, nehmen wir die von den Bakterien in ebenfalls in Fettsäuren und Ammoniak zersetzten Talge ebenfalls als typischen "Schweißgeruch" wahr. Diese Drüsen werden von den selben Nerven gesteuert, welche auch das Schwitzen steuern. Psychischer Stress oder Angst machen sich dadurch auch über die apokrinen Drüsen bemerkbar. Nicht von ungefähr spricht der Volksmund davon, dass "man den Angstschweiß förmlich riechen konnte".

Unverwechselbarer Code: Der menschliche Körpergeruch

Jeder Mensch besitzt einen individuell einzigartigen, genetisch festgelegten Körpergeruch, der nur bei eineiigen Zwillingen identisch ist. Für den körpereigenen Basisgeruch sind vor allem zerfallende Proteine des ekkrinen Schweißsekrets verantwortlich, der sogenannte MHC-Komplex, der genetisch "vorprogrammiert" und bei jedem Menschen unterschiedlich ist. Je näher die genetische Verwandtschaft, desto ähnlicher ist der Körpergeruch [1]. Schon Neugeborene erkennen ihre Mutter an den Duftstoffen, die von Drüsen an den Brustwarzen abgegeben werden und können sie so von anderen Personen unterscheiden. Ähnliche Duftstoffe, die der Mensch höchstens unterschwellig, selten bewusst, wahrnehmen kann, sorgen beim Wechsel zur körperlichen Reife (Pubertät) für einen typischen Adoleszentengeruch, oft in Verbindung mit verstärktem Schwitzen. Duftstoffe, besonders das apokrine Androstenon, ein Steroid, lösen auch sexuelle Schlüsselreize beim Menschen aus. In einer Studie [2] gaben knapp 50 % der Befragten an, vom Körpergeruch des Partners sexuell stimuliert zu werden. Andererseits ist die Wahrnehmung des Androstenon meist sehr diffus, laut Studien können es nur etwa 70 % der Frauen und 63 % der Männer bewusst riechen. Höchst individuell ausgeprägt ist das subjektive Bewerten des Körpergeruchs: vielfach werden geringe Spuren des "Sexualduftstoffs" als angenehm, größere Mengen jedoch als abstoßend empfunden. Objektive Grenzen können hierbei nicht bestimmt werden.

Überhaupt ist eine Klassifizierung des menschlichen Körpergeruchs kaum möglich, obgleich es hierfür eine eigene Maßeinheit, das Olf, gibt, welche allerdings nur für wissenschaftliche Zwecke verwendet wird. Einen starken bzw. extremen Körpergeruch wird die Mehrzahl der Mitmenschen subjektiv ganz unterschiedlich bewerten, so dass das Augenmerk in der medizinischen Diagnose einer Bromhidrosis eher auf Häufigkeit und Art des Geruchs gerichtet wird.

Ethnische Unterschiede bei Körpergerüchen

Interessant ist im Zusammenhang mit Körpergerüchen, dass die grundsätzlichen ethnischen Gruppen der Weltbevölkerung unterschiedlich stark betroffen sind. Die Neigung zu einem individuellen Körpergeruch kann man nur grob an der Färbung der Haut festmachen (sehr helle Haut (Weiß) über dunkle Haut (Braun) bis hin zu nahezu schwarzer Haut).
Laut international angelegten Studien verfügen die Menschen der verschiedenen Bevölkerungsgruppen (Ethnien) keineswegs über die gleiche Anzahl von Schweißdrüsen. Darüberhinaus spielen auch der Lebensraum und die Ernährungsformen eine Rolle. Insofern ist neben den ethnischen auch von interkulturellen Unterschieden auszugehen. „Koreaner haben fast gar keine apokrinen Schweißdrüsen und also auch so gut wie keinen Körpergeruch; Chinesen haben wenige, Japaner mehr, Weiße noch mehr und Schwarze am meisten. Dazu hinterlassen manche Nahrungsgewohnheiten ihre Spuren im Schweiß (...) Europäer und Amerikaner galten Japanern als bata-kusai, 'Butterstinker' (...)“ [3]

Studien haben auch gezeigt, dass jene Ethnien, die ursprünglich in heißen Gebieten leb(t)en, grundsätzlich weniger schwitzen. Offenbar ist dies ein evolutionärer Weg, um zu hohen Wasserverlust bei der urzeitlichen Jagd zu vermeiden. Laut Forschungsergebnisse muss diese Entwicklung bereits vor Verschiebung der Kontinentalplatten (z.B. Abspaltung des amerikanischen Kontinents von Asien) abgeschlossen gewesen sein, da sich beispielsweise indianische und asiatische Gruppen in punkto ihrer schwachen Ausprägung des Körpergeruchs sehr ähneln.

[1] Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Koerpergeruch

[2] Ebberfeld I, Universität Bremen

[3] Dieter E. Zimmer: Riechen. Ein Wissenschaftsreport, in: ZEIT-Magazin 1987

 

Hinweis: Die aktuelle Gefährdungslage "Aluminium in Kosmetikprodukten" beleuchten wir in diesem Artikel…

Brustkrebs oder andere Krebserkrankungen durch Antitranspirante?

Bereits seit Jahrzehnten geistert das Gerücht, Deos oder Antitranspirante auf Aluminiumbasis würden Brustkrebs erzeugen, durch das Internet. Wissenschaftliche Untersuchungen und zahlreiche medizinische Studien konnten diese Behauptung jedoch bis heute  nicht belegen!

Da Antitranspirante las schweißreduzierenden Mittel bei sachgerechter Anwendung ausschließlich geringfügig sowie oberflächlich aufgetragen werden und die Aluminiumverbindungen kaum in die Haut eindringen können, um so evtl. Blut- oder Lymphgefäße zu erreichen, gelten negative Effekte auf den Organismus bislang als nahezu ausgeschlossen.

"Mögliche Schädlichkeiten" wurden und werden also hypothetisch diskutiert und erforscht (was gut ist), nicht aber wissenschaftlich nachgewiesen (was erfreulich ist) [1].
Das daraus resultierende Fazit kann zum heutigen Zeitpunkt also nur wie folgt lauten:

Der Nachweis, dass Antitranspirante Brustkrebs erzeugen, konnte bislang nicht erbracht werden!

Folgende internationale Behörden, Forschungsprojekte und Krebsverbände haben sich mit diesem Thema beschäftigt:

  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
  • Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfARM)
  • Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ)
  • Deutscher Krebsinformationsdienst (KID)
  • Arbeitskreis für Gynäkologische Onkologie (AGO)
  • Deutsche Krebsgesellschaft (DKG)
  • National Cancer Institute (NCI)
  • Food and Drug Administration (FDA)
  • Fédération Nationale des Centres de Lutte Contre Cancer (UNICANCER)
  • Centre Régional de Lutte Contre Cancer
  • breakthrough breast cancer
  • American Cancer Society
  • breastcancer.org
  • Susan B. Komen Foundation
  • Hans Drexler, Arbeitsmediziner der Universität Erlangen-Nürnberg
  • Scientific Committee on consumer safety SCCS

Hinweis: Die aktuelle Gefährdungslage "Aluminium in Kosmetikprodukten" beleuchten wir in diesem Artikel…

Einschätzung der EU über die "Sicherheit von Aluminium in Konsumentenprodukten" 

Scientific Committee on consumer safety SCCS

Eine vorläufig abschließende Wertung der "Sicherheit von Aluminium in Konsumentenprodukten" scheint bis Ende 2019 zu erfolgen, wobei hier den "Terms of reference" beantragt wurde, dass unter Berücksichtung der von "Cosmetics Europe" übermittelten Ergebnisse die Nutzung von Aluminium in Antitranspiranten, sowie in anderen kosmetischen Produkten wie Lippenstifft und Zahncreme als sicher einzustufen sei, bzw. bei Feststellung von bislang nicht berücksichtigten Gefährungen möglicherweise eine Obergrenze für die Dosierung mit Aluminium einzuführen sei.

Quellenangabe und Link zur Quelle

2. Terms of reference

  1. In light of the new data provided, does the SCCS consider that Aluminium compounds are safe in
  • antiperspirants
  • other cosmetic products such as lipsticks and toothpastes

 

Hinweis: Die aktuelle Gefährdungslage "Aluminium in Kosmetikprodukten" beleuchten wir in diesem Artikel…

Deadline für die Bewertung von Aluminium in Kosmetikprodukten auf 06-2019 verlängert wurde.
Der Grund dafür: The SCCS approved this mandate at its Plenary meeting on 7 March 2017. The extension of
deadline (from 10/2017 to 06/2019) was approved by the mandating DG GROW following a
request to the Applicant sent by the SCCS.

Stiftung Warentest (07/2013) "Aluminium in Deos" 
Hier heißt es u.a.:
"[…] konnte bisher kein kausaler Zusammen­hang zwischen der Aufnahme von Aluminium aus Kosmetika und der Entstehung von Brust­krebs wissenschaftlich belegt werden. Es fehlen größere epidemiologische Studien. Auch für die Behauptung, Aluminiumsalze in Kosmetika würden das Alzheimer-Risiko erhöhen, fehlen klare wissenschaftliche Beweise. […] Gelangt Aluminium durch die Haut in den Körper? […] Das Bundes­institut für Risiko­be­wertung geht davon aus, dass zwar bei jeder Deo-Anwendung viele Milligramm Aluminium auf die Haut kommen, davon aber nur ein kleiner Anteil – wahr­scheinlich im Mikrogramm­bereich – in den Blut­kreis­lauf gelangt. Das müssen Wissenschaftler weiter erkunden. Klar ist aber: Der deutsche Verbraucher nimmt deutlich mehr Aluminium durch Lebens­mittel auf als über Kosmetika." 

Süddeutsche Zeitung (10/2017) - Toxikologie: Angst vor AluminiumAngst vor Aluminium
"[…] Insgesamt liest sich die Arbeit der deutschen Forscher recht beruhigend. Hans Drexler, Arbeitsmediziner der Universität Erlangen-Nürnberg und Mitautor der Studie, verweist zudem auf Erfahrungen mit Arbeitern. "In der Arbeitswelt kennt man hohe Aluminiumbelastungen. Die sogenannte Aluminiumlunge, die durch Einatmen hoher Aluminiumstaubmengen verursacht wird, ist seit Jahren eine anerkannte Berufskrankheit," Bei den Betroffenen findet man hohe und sehr hohe Aluminiumkonzentrationen im Körper, die im normalen Alltag nicht erreicht werden. Dennoch wurden selbst bei diesen Arbeitern keine Nervenerkrankungen oder höhere Krebsraten beobachtet."

 

Achtung! Hoax-Warnung

Seit Ende der 1990er Jahre kursiert im Internet die folgende (z.T. auch in anderen Sprachen verfasste) Kettenmail (engl. fake mail), welche meistens wie nachfolgend zitiert beginnt:

E-mail von: Elizabeth Morin
Dept. of Medicinal Chemistry
Merck Frosst Canada & Co
(mailto: elizabeth_morin(at)merck.com)
Tel. (514) 428-3222
Fax: (514) 428-4900

Ich [Katrina Scott o.a.] sende dies an alle weiter, weil ich mir sicher bin, daß diese Information absolut Sinn ergibt. Bitte geben Sie es an alle für Sie wichtigen Menschen weiter – und auch an Menschen, die Sie nicht so gut kennen.  Frauen, bitte hört her! Und Männer, bitte gebt die Information an Eure Frauen weiter! [ ... ]

Vorsicht! Bei dieser Kettenmail handelt es sich um reine Panikmache!

Besonders weibliche Leser/Empfänger sollen verunsichert werden. Ziel der Kettenmail ist die weltweite Verbreitung durch direkte Weiterleitung, wobei oftmals Computerviren oder Malware heimlich mitverschickt werden. In der Mail mit gefälschten Absenderdaten (weder Adresse noch Telefon/Fax existieren!) wird behauptet, Deodorants würden Brustkrebs verursachen. Dabei bedient sich die angebliche Verfasserin pseudo-wissenschaftlichen Ausdrücken und Beschreibungen, die jedoch allesamt erfunden bzw. schlichtweg falsch sind.

  • gefälschter Absender: bei dem canadischen Konzern Merck Frosst gibt und gab es nie eine Abteilung namens "Dept. of Medicinal Chemistry". Die angegebenen Telefon- und Faxnummern existieren nicht.
  • erfundene Verfasserin: bei dem canadischen Konzern Merck Frosst ist und war nie eine Elizabeth Morin beschäftigt.
  • falsches Vokabular: die verwendeten Fachbegriffe sind falsch, was einer verantwortungsbewussten Forscherin nicht passieren dürfte. So wird z.B. von "Aluminiumchlorat" gesprochen (Al(ClO3)3). Dieses wurde früher in Gurgelmitteln (z.B. Mallebrin) verwendet, wurde aber auch hier zwischenzeitlich ebenfalls durch das harmlose "Aluminiumchlorid" ersetzt. Denn Chlorate sind giftig und außerdem feuergefährlich, wenn sie mit brennbaren Stoffen zusammenkommen! Dass nicht selten von Aluminiumchlorat gesprochen, aber Aluminiumchlorid (AlCl3) gemeint wird, liegt daran, dass im Apothekerlatein Aluminiumchlorid "Aluminium chloratum" heißt. Aluminiumchlorat heißt dagegen "Aluminium chloricum".

    Übrigens dürfte auch der Kontakt von Aluminiumchlorid mit offenen Wunden keine Gefahr bedeuten. Die altbekannten Alaunstifte (Kalium-Aluminiumsulfat) zur Blutstillung wirken auch durch ihren Gehalt an Aluminiumionen.

Unglücklicherweise klingen die Aussagen für viele Laien plausibel, besonders da sie im pseudo-wissenschaftlichen Gewand daherkommen. Wer sich angesichts der Aussagen dieser Mail verunsichert fühlt, sollte unbedingt Rücksprache mit seinem Haus- oder Hautarzt halten, um die einzelnen Punkte der Mail aufzuklären. Legen Sie Ihrem Arzt einen Ausdruck der Mail vor. Man wird Ihnen bestätigen, dass sämtliche Behauptungen sowohl wissenschaftlich als auch medizinisch vollkommen haltlos sind.

Die Kettenmail ist offiziell als Hoax, d.h. als Internet-Märchen deklariert worden  Die Mail findet sich in der Hoax-Liste unter dem Buchstaben "B", Stichwort "Brustkrebs durch Deo". Im englischen Sprachraum wurde die entsprechende Variante der Kettenmail offiziell als Urban Legend, d.h. als "moderne Legende" deklariert.

✍ Empfehlung: Bitte lesen Sie bei Interesse auch die englischsprachigen Quellenangaben und Verweise auf about.com!

 

Aluminium: Gerüchte und andere Unwahrheiten

Nachfolgend die gängigsten Gerüchte und Unwahrheiten in Kurzform:

  • Antitranspirante erzeugen Brustkrebs • Teil 1:
    "Frauenärzte raten ihren Patientinnen kein Deo/Antitranspirant zu benutzen!"
    Dieses leider noch immer populäre Gerücht entstand ursprünglich vermutlich aus der Bitte vieler Frauenärzte, "kein Antitranspirant " vor der Mammographie zu benutzen. Daraus folgerten viele Frauen fatalerweise, Antitranspirante seinen generell "laut Rat der Ärzte" zu vermeiden. Wirklicher Grund ist, dass die metallenen Partikel des Aluminiumsalzes das Mammographiebild verfälschen und so die Diagnose erschweren können.
  • Antitranspirante erzeugen Brustkrebs • Teil 2:
    "Aluminium aus Deos/Antitranspiranten sammelt sich im Brustgewebe an, da es nicht mehr ausgeschwitzt werden kann!"
    Angeblich entsorgen die Lymphgefäße ihre "gesammelten, organischen Abfälle" über die Schweißdrüsen. Würden diese durch Antitranspirante "verstopft", müssten die Lymphknoten die Giftstoffe einlagern. Da Antitranspirante vorwiegend unter den Achseln benutzt werden, wären die axillären Lymphgefäße besonders betroffen. Dadurch entstehe vielfach Brustkrebs, so das Gerücht. Man muss kein Mediziner sein, um den Unsinn dieser Behauptungen zu erkennen: Der Körper scheidet sämtliche Giftstoffe über Leber und Niere aus. Das Schwitzen dient ausschließlich der Wärmeregulierung, nicht der "Entgiftung", auch wenn das Schweißsekret in minimalsten Mengen urinähnliche Stoffe enthält [2]. Außerdem verfügen Lymphgefäße keinerlei Verbindung zu den Schweißdrüsen. Unzählige Studien haben dieses Gerücht zudem widerlegt.
  • Antitranspirante erzeugen Brustkrebs • Teil 3:
    "Eine Studie aus England hat belegt, das Deos/Antitranspirante Brustkrebs erzeugen!"
    (Reading-Studie von Dabre et al.)

    Eine bekannte Studie aus England [3], in der von akkumuliertem Aluminium in Brusttumoren berichtet wurde, sorgte im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausend für große Aufregung. Wissenschaftler der Universität Reading (UK) hatten Gewebe von Mammakarzinomen untersucht und Ansammlungen von Aluminium gefunden. Im Ergebnis wurde rein hypothetisch ein Zusammenhang zwischen der Benutzung von aluminiumhaltigen Antitranspiranten bzw. Deodorants und Tumorbildung diskutiert. Es wurde vermutet, dass Aluminium einen östrogene Wirkung haben könnte, wodurch Wachstum bzw. Mutation von Zellgewebe möglich wäre. Die Studie regte eine Vielzahl von Folgestudien an, die allesamt keinen Beweis für die genannte Hypothese lieferten. ✍ Achtung: Die Reading-Studie der Biologin Philippa Darbre wird scharf kritisiert, da in ihr nur erkranktes Gewebe untersucht wurde. Es fehlte völlig die parallele Untersuchung einer gesunden Vergleichsgruppe!
    Andere Studien hingegen, zum Beispiel die des Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle (USA) [4], haben diese berücksichtigt, wobei 813 Frauen mit, und 793 Frauen ohne Brustkrebs verglichen wurden. Die Studie bewies, dass kein Zusammenhang zwischen der Benutzung von Antiranspiranten und Brustkrebserkrankungen besteht. Spätere Studien belegten dies ebenfalls. Heute bestätigen das BfR, das Deutsche Krebsforschungsinstitut sowie sämtliche internationale Brustkrebsverbände, dass bei der Benutzung eines Antitranspirants kein derartiges Risiko besteht.
  • Antitranspirante erzeugen Brustkrebs • Teil 4:
    "An Brutskrebs erkrankte Frauen dürfen während einer Strahlentherapie kein Deo/Antitranspirant benutzen!"
    Betroffene Frauen, die im Rahmen ihrer Brustkrebsbehandlung einer Strahlentherapie unterzogen werden sollten, riet man früher, "kein Antitranspirant mehr" zu nutzen. Man befürchtete damals, dass die starke radioaktive Bestrahlung der Aluminiumpartikel auf der Haut unangenehme Reizungen auslösen könnte, ein in der Psychoonkologie unerwünschter Effekt, welcher der Akzeptanz dieser ansonsten schmerzlosen Therapieform nicht zuträglich wäre. Viele der zu behandelnen Frauen schlussfolgerten daraus leider, ihr Antitranspirant (oder Deo) wäre Schuld an ihrer Erkrankung. Deshalb hätte ihr Arzt von einer weiteren Benutzung abgeraten. Schlichtweg ein Missverständnis auf Grund mangelnder Kommunikation. Eine aktuelle Studie am Tom Baker Cancer Centre in Calgary (Kanada) hat jedoch gezeigt, dass Frauen während einer Strahlentherapie keinesfalls auf ihr Antitranspirant oder Deodorant verzichten brauchen. Donna Gies hat als radioonkologische Fachangestellte während der zweijährigen Studie (2008 bis 2010) 198 Brustkrebspatientinnen betreut und deren Hautverfassung dokumentiert: “Wir haben keinen Grund gefunden, Frauen sagen zu müssen, sie sollten auf ihr Antitranspirant verzichten". [5]
  • Parabene in Deos: Viele Deodorants und einige wenige Antitranspirante enthalten sogenannte Parabene für die Hautpflege oder als Konservierungsstoff. Parabene stehen im Verdacht, eine östrogene Wirkung zu haben, wodurch Zellmutationen (z.B. im Brustgewebe) theoretisch möglich wären [6]. Dies konnte bis heute wissenschaftlich nicht bewiesen werden. Allerdings ist inzwischen bekannt, dass Parabene das tiefe Eindringen von Substanzen jeglicher Art in die Dermis fördern. Dadurch könnte das Aluminiumsalz theoretisch einziehen und in die Blutbahnen der Unterhaut gelangen, was nicht erwünscht ist. Bislang haben sich jedoch weder Mediziner noch Verbraucherschützer gegen die Verwendung von Parabenen in Kosmetika ausgesprochen. Vorsichtigen Anwendern stehen aber schon heute genügend Produkte ohne Parabene zur Verfügung (z.B. AHC Antitranspirante). Bitte lesen Sie hierzu auch unseren Artikel Parabene in Kosmetika: umstrittene Konservierungsstoffe.
  • Deo + Achselrasur = Gefahr?: Dies ist eines der wenigen Gerüchte, die durchaus ernstzunehmen sind. Bei der Rasur der Achselhaare wird die Haut zwangsläufig verletzt. Auch wenn es nicht sichtbar blutet, können mikroskopisch kleine Schnitte vorliegen. Durch solche Schnitte könnten die Inhaltsstoffe eines Deos oder Antitranspirants in die tieferen Hautschichten (Dermis) eindringen und so in die dort befindlichen Blutgefäße gelangen. Dies ist nicht erwünscht, auch wenn dadurch keine unmittelbare Gefahr besteht. Die langfristigen Effekte sind jedoch bis heute ungeklärt und noch immer Bestandteil der Forschung [7]. AlCl-haltige Mittel sollen deshalb sicherheitshalber erst nach einer Wartezeit von 24 Stunden aufgetragen werden.
  • Angeblicher Lobbyismus der Kosmetikindustrie: Viele Verbraucher folgern richtig und mit gesundem Menschenverstand, dass Aluminiumsalze nicht schädlich oder gefährlich sein können, weil sie gesetzlich nicht verboten sind. Oder umgekehrt: Wären sie schädlich, würden sie längst von "oberster Stelle" verboten sein. Gerade in heutiger Zeit setzen sich Verbraucher sehr kritisch mit Inhaltstoffen und möglichen "Gefahrenquellen" auseinander. In Folge dessen beschäftigen sich offizielle Instanzen wie das BfR und das UBA sehr intensiv mit sämtlichen Dingen des täglichen Lebens. Sie verbieten Substanzen, fordern Warnhinweise und informieren die Bürger. Wo aber bleibt das dringende Verbot von Aluminiumsalzen, wenn es doch angeblich so giftig ist? Einige "Experten", nennen wir sie ruhig Verschwörungstheoretiker, haben auf diese Frage natürlich eine Antwort: "Die Kosmetikindustrie verhindert durch Lobbyismus das Verbot von Aluminiumchlorid." Wie wahrheitsgemäß solche Behauptung sind, erkennt schnell, wer sich mit den Preisen und Margen im Kosmetikbereich beschäftigt. Sicherlich verkaufen sich Deos und Antitranspirante weltweit sehr gut, aber mit dem Wirkstoff Aluminiumchlorid lässt sich kaum Geld verdienen. Angesichts der schwierigen Handhabung des reaktionsfreudigen Wirkstoffes, würden die Hersteller vielmehr liebend gerne darauf verzichten. Produkte ohne AlCl sind oft sogar teurer, weil sie als "natürliche" Alternative vermarktet werden können. Die Kosmetikhersteller generieren ihre Gewinne durch gezieltes Gender- bzw. Value-Marketing, mit dem sie die jeweils spezifischen Bedürfnisse von Frauen und Männern ansprechen. Rendite erzielt die Industrie durch kaum nachprüfbare Produktparameter wie beispielsweise "microencapsulated fragances" (eingeschlossene Duftstoffe, die erst langsam freigegeben werden) für Männer, oder hautstraffende "Vitaminkomplexe" für Frauen [8]. Unbeliebt bei beiden Geschlechtern ist die Eigenschaft von AlCl, Kleidungsstoff in Reaktion mit nassem Schweiß weiß bzw. gelblich zu verfärben ("Deoflecken"). Von daher hat die Kosmetikbranche herzlich wenig Interesse an Aluminiumsalzen. Jedes Jahr investiert sie deshalb viele Millionen Dollar und Euro in die Forschung nach Alternativen (z.B. Deodorants mit Nano-Silber).
  • Antitranspirante erzeugen auch Alzheimer: Seit den 1960er Jahren untersuchen Wissenschaftler, ob ein direkter Zusammenhang zwischen Aluminium und Morbus Alzheimer besteht. Bislang konnte kein Beweis dafür gefunden werden. Bekannt ist nur, das Aluminium – wie alle Metalle – ab einer gewissen Dosis toxisch wirkt. Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass diese Dosis nicht durch die tägliche Benutzung von Antitranspiranten erreicht werden kann. Andere, ganz alltägliche Dinge wie Nahrung, Trinkwasser oder Gebrauchsgegenstände belasten den Körper mit wesentlich höheren, zum Teil 100-fach stärkeren Aluminium-Emissionen. ✍ Wichtig: Bitte lesen Sie dazu die Artikel → Aluminium – Wahrheit und Mythos sowie → Antitranspirant: Alzheimer?

Zusammenfassung

  • Antitranspirante gelten bei korrekter Anwendung bis heute als sicher! Sollte sich dies einmal ändern, würde dies sicher mit einem Verbot einhergehen. 
  • viele der im Internet kursierenden Gerüchte und Behauptungen sind falsch und gehören ins Reich der Märchen. Bilden Sie sich stets ein eigenes Urteil und fragen Sie ggf. Ihren Arzt um Rat.
  • denn Aluminiumsalze in Antitranspirantien oder Deos gelten nach heutigem Wissensstand in ihrer Konzentration und Hautdurchdringung als unbedenklich.
  • Parabene werden in Antitranspiranten und weiteren Kosmetika oftmals als unerwünscht angesehen, obgleich ihre Schädlichkeit bislang wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden konnte.
  • ein Zusammenhang zwischen Antitranspiranten oder Deos und der Entstehung von Morbus Alzheimer konnte bislang in keiner wissenschaftlichen Studie nachgewiesen werden.

Worauf sollten Sie dennoch achten?

  • Benutzen Sie nur hochwertige, spezialisierte Antitranspirante
    1 Tropfen pro Achselhöhle reicht bei solchen Dosierungen völlig aus
  • Benutzen Sie hochdosierte Antitranspirante mit 20% bis 30% AlCl-Anteil
    diese wirken gewöhnlich über mehrere Tage und reduzieren so die Gesamtbelastung
  • Warten Sie nach der Achselrasur 24 Stunden mit der Anwendung
    ✍ ein Eindringen in tiefere Hautschichten wird so verhindert
  • Achten Sie auf die Inhaltsstoffe: Bbesser ohne Parabene
    ein Eindringen in tiefere Hautschichten wird damit verringert
  • Verwenden Sie Antitranspirante nur auf unverletzter, gesunder Haut
    Hautreizungen werden vermieden, ebenso wie ein Eindringen in tiefere Hautschichten

 

 

Aktuelle Studie: Sappino et al. 2012

 

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[1] Jones J. "Can rumors cause cancer?" Journal of the National Cancer Institute (NCI) 2000; 92(18): 1469 -1471; Oxford Journals
[2] Nur bei schweren Nieren-/Lebererkrankungen (Ausfall dieser Organe) werden Giftstoffe in der Haut "eingelagert" und zum Teil über die Hautoberfläche abgeschieden (z.B. "Gelbsucht")
[3] Darbre P PD. "Aluminium, antiperspirants and breast cancer", Universtity of Reading, UK
[4] Mirick D K, Davis S, Thomas D B. "Antiperspirant Use and the Risk of Breast Cancer" Journal of the National Cancer Institute 2002; 94(20): 1578-1580 (3-Jahres Studie am Fred Hutchinson Cancer Research Center, Seattle, USA)
[5] Gies D. “We now have evidence to say that we don’t need to tell women to stop using their antiperspirant.” Artikel der Montreal Gazette (CA), 11/2010 "Calgary study finds cancer patients able to use deodorant during therapy"
[6] Darbre P, et al. "Concentrations of parabens in human breast tumors" Journal of Applied Toxicology 2004; 24: 5-13
[7] McGrath K. "An earlier age of breast cancer diagnosis related to more frequent use of antiperspirants/deodorants and underarm shaving" European Journal of Cancer Prevention 12/2003
[8] Penning A. "A Market Fit – The Evolution of Deodorants and Antiperspirants" GCI Magazine 2010; Issue 8

  

Anfragen zu möglichen Nebenwirkungen und Gefahren von Antitranspiranten und Aluminiumsalzen zeichnen ein Bild eines verunsicherten Verbrauchers. Durch unsachliche und teilweise bewußt irreführende Berichte wird eine Gefährdungslage proklamiert, die nachweislich überhaupt nicht vorhanden ist.

Spezifische-Suchphrasen bei Gooogle sind z. B.

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Antitranspirante und Aluminiumsalze werden seit Jahrzehnten immer wieder mit schädlichen Nebenwirkungen, beispielsweise mit Krebs oder Morbus Alzheimer in Verbindung gebracht. Die nachfolgenden News aus der Wissenschaft sollen dabei helfen, seriöse Berichterstattung von Gerüchten und Panikmache zu unterscheiden.
Dazu wurde die Aussagen (soweit möglich und sinnvoll) mit Datum, Quellenangabe sowie Originalzitaten verlinkt um deren Seriosität zu untermauern.

 

 UPDATE

Der Wissenschaftliche Ausschuss für EU-Verbrauchersicherheit, SCCS, stellt fest, "im Lichte neuer Daten" sind Antitranspirantien und anderen Kosmetika mit Aluminium als sicher anzusehen.

QUELLE https://medwatch.de/2019/12/12/alu-deos-sind-laut-neuen-studien-sicher/

Auszüge aus dem verlinkten Text: 

Der Nürnberger Arbeitsmediziner Prof. Dr. med. Hans Drexler hat mit seinem Team im September außerdem eine Studie veröffentlicht, bei der mehrere Personen über zwei Wochen täglich ein Antitranspirant benutzten und Alu-Konzentrationen jeweils im Blut und Urin gemessen wurden. Dabei fanden sie im Vergleich zu den Alu-Konzentrationen in Zeiten ohne Verwendung des Antitranspirants keine messbare Zunahme.„Die Aluminiumaufnahme über Deos ist so gering, dass sie im Grundrauschen der alltäglichen Aufnahme über Luft und Nahrung untergeht“, sagt Drexler. „Die täglichen spontanen Schwankungen sind so groß, dass dieser zusätzliche Eintrag nicht messbar ist.“ Seine Studie habe er ohne externe Gelder durchgeführt – und ohne Interessenskonflikte […] Insgesamt liefere die Studie Hinweise, dass die Aufnahme von Aluminium über Antitranspirantien „möglicherweise geringer sein könnte als bisher angenommen“, räumt das BfR auf Nachfrage ein […] Das BfR ginge nach derzeitigem Wissen „nicht von einem kausalen Zusammenhang aus“, erklärt es auf Nachfrage von MedWatch – in seiner Stellungnahme findet sich kein derart klarer Satz.

Klar sei, dass Alu in hohen Dosen neurotoxisch sei, sagt Drexler – dies wurde etwa bei unbeabsichtigten Freisetzungen großer Mengen Aluminiums beobachtet. Die Symptome entsprächen aber nicht etwa jenen der Alzheimer-Krankheit. Drexler kritisiert auch, dass vielfach die bloße Vermutung geäußert wird, Alu könne Brustkrebs auslösen. „Man muss gute Argumente haben, wenn man so etwas in die Welt setzt“, sagt er.

Doch diese fehlen: Zwar wurde in Brustkrebsgewebe in einigen Studien erhöhte Alu-Werte gefunden. Doch enthält es auch andere Metalle in größerer Konzentration, und ist offenbar nur eine Folge der Erkrankung – kein Auslöser. 

"Durch die exzessive Aufnahme von Aluminium etwa durch Unfälle gebe es zwar Risiken", sagt auch David R. Borchelt, Neurowissenschaftler an der University of Florida – mit Kollegen hat er 2007 eine Übersichtsarbeit zur Risikobewertung von Aluminium veröffentlicht. Doch dies sei die große Ausnahme: „Menschen, die die Aluminiumbelastung durch Alltagsprodukte reduzieren, werden keinen messbaren Gesundheitsvorteil haben, der über den Placeboeffekt hinausgeht“, sagt er. Er kenne keinerlei verlässlichen Daten, die die Idee unterstützen, dass eine gewöhnliche Alu-Aufnahme „das Risiko für irgendeine Krankheit oder irgendein Leiden erhöht“.

Am Montag veröffentlichte der Wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit (SCCS) der EU-Kommission nun neue Ergebnisse – nachdem er 2014 festgestellt hatte, dass mit den früher vorliegenden Daten keine Risikoeinschätzung für Alu in Kosmetika möglich ist. Damals bat der SCCS den Herstellerverband „Cosmetics Europe“, Untersuchungen in Auftrag zu geben, deren Ergebnisse in den nun vorliegenden Bericht eingeflossen sind. Er liest sich wie eine vollständige Entlastung von Antitranspirantien und anderen Kosmetika, was Aluminium angeht:„Im Licht der neuen Daten“ seien diese als sicher anzusehen. Die tägliche Anwendungen kosmetischer Produkte erhöhe die gesamte Alu-Aufnahme nicht signifikant,erklärt der Ausschuss – nach dessen Einschätzung das Leichtmetall auch keine krebserregenden Eigenschaften hat.

Keine Nervenerkrankungen oder höhere Krebsraten selbst bei hohen und sehr hohen Aluminiumkonzentrationen

QUELLE https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/toxikologie-angst-vor-dem-aluminium-1.3696713

Ebenfalls interessant sind die Erkenntnisse, mit denen der Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg, Prof. Dr. med. Hans Drexler, bereits 2017 in der Süddeutschen Zeitung zitiert wurde:

Insgesamt liest sich die Arbeit der deutschen Forscher recht beruhigend. Hans Drexler, Arbeitsmediziner der Universität Erlangen-Nürnberg und Mitautor der Studie, verweist zudem auf Erfahrungen mit Arbeitern. "In der Arbeitswelt kennt man hohe Aluminiumbelastungen." Bei den Betroffenen findet man hohe und sehr hohe Aluminiumkonzentrationen im Körper, die im normalen Alltag nicht erreicht werden. Dennoch wurden selbst bei diesen Arbeitern keine Nervenerkrankungen oder höhere Krebsraten beobachtet.

Entwarnung zu Demenzielles Syndrom: Aluminium in Hirngewebe gefunden

QUELLE https://www.aerzteblatt.de/archiv/196131/Schlusswort

Schlusswort von Prof. Dr. med. Hans Drexler zu einer Diskussion im Deutschen Ärzteblatt aus dem Jahr 2018:

[…] wurden in der Vergangenheit klinisch relevante, neurotoxische Effekte bei Dialysepatienten mit Verwirrtheit, Gedächtnis- und Sprachstörungen sowie im längeren Verlauf einem demenziellen Syndrom und teils fokalen, teils generalisierten Krampfanfällen beschrieben, wobei erhöhte Konzentrationen von Aluminium in Plasma und Hirngewebe gefunden wurden.

Ursächlich hierfür war der Aluminiumgehalt des zur Dialyse verwendeten Leitungswassers […] wurde Wasser, das zur Dialyse verwendet wurde, in einem Boiler mit zwei Aluminiumanoden als Korrosionsschutz erhitzt, sodass eine hohe Aluminiumkonzentration im Wasser vorlag. Es wurden Dialyse-Enzephalopathien und drei Todesfälle beobachtet. Nachdem der Boiler nicht mehr verwendet wurde, besserte sich der Zustand aller Patienten wesentlich.

Aluminium (Al) ist das dritthäufigste Element und häufigste Metall der Erde. Täglich kommt der Mensch auf ganz natürliche Weise mit Aluminiumverbindungen in Berührung. Selbst die Atemluft und unser Trinkwasser enthalten deutlich messbare Spuren des Metalls. Auch in unserer Nahrung kommt Aluminium ganz natürlich (also nicht durch Anreicherung) vor, so zum Beispiel in Kartoffeln und vielen anderen Gemüsearten wie auch in Teeblättern. Darüberhinaus findet sich das Metall in einer schier endlosen Anzahl von Gebrauchsgegenständen, die, je nach ihrer Beschaffenheit, mehr oder weniger viel Aluminium absondern (Emission).

Vor diesem Hintergrund ist es verwunderlich, dass Mitte der 1990er Jahre ausgerechnet Antitranspirante und Deodorants auf Grund ihres Aluminiumgehaltes plötzlich eine dringliche Gefahr für Mensch und Gesundheit darstellen sollten. Nach mehr als 100 Jahren problem- und konfliktloser Anwendung, wurden diese Mittel quasi über Nacht verteufelt, ungeachtet der wissenschaftlich belegten Tatsache, dass deren Aluminiumgehalt relativ gering und eine Aufnahme durch den Körper nahezu ausgeschlossen ist. Trotzdem verbreitete sich das Gerücht ungeprüft oder durch Halbwissen fragwürdig ergänzt, in Windeseile. Am Ende waren Anwender auf der ganzen Welt verunsichert. Erst wer seinen Arzt konsultierte wurde aufgeklärt. Noch heute geistern Gerüchte wie "Deos erzeugen Brustkrebs" oder "Aluminium-Deos lösen Alzheimer aus" durch das Internet. Wer sich jedoch näher mit den diffamierten Produkten und vorallem mit dem Thema "Aluminium" beschäftigt, wird schnell erkennen, was von den unzähligen Behauptungen wahr oder falsch ist.

Alles, was Sie über Aluminium wissen sollten:

  • Aluminium ist das häufigste Metall der Erde. Es ist praktisch unmöglich, nicht damit in Berührung zu kommen.

  • Wie alle Metalle der Erde ist auch Aluminium ab einer gewissen Dosis toxisch, d.h. erst ab einer gewissen Konzentration im Körper besteht eine Gefahr für den Organismus. Das BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) bzw. die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) haben in ihren Sicherheitsveröffentlichung einen festen Grenzwert für die maximal tolerierbare Aufnahme von Aluminium definiert:

    1. Pro Woche sollte der Mensch nicht mehr als 60 mg Al aufnehmen.

    2. Pro Tag sollte der Mensch nicht mehr als 8,6 mg Al aufnehmen.

Die maximal mögliche Aufnahme von Aluminium durch eine Benutzung von AlCl-basierten Antitranspiranten ist mit nur 7 Mikrogramm pro Tag verschwindend gering [1]. Selbst mit der Atemluft nimmt der Mensch täglich mehr Aluminium zu sich. Studien haben vielmehr gezeigt, dass einige Medikamente die Grenzwerte für die Aluminiumemission/-aufnahme um ein tausendfaches überschreiten. Als kritisch gelten außerdem bestimmte, saure Gemüsesorten, insbesonders wenn sie in Dosen aus Aluminiumlegierungen lagern. Auch die Zubereitung von Mahlzeiten mit sauren Zutaten (z.B. Zitronensaft oder Essig) in Töpfen und Pfannen aus Aluminiumlegierungen sowie das Backen solcher Mahlzeiten in Aluminiumfolie ist mit Vorsicht zu genießen: Wiederholen sich solche Mahlzeiten mehrmals pro Woche, so würde der Grenzwert schon bald überschritten werden. Dagegen scheint die tägliche Benutzung eines reinen Antitranspirants, d.h. ohne Parabene oder Peptide, eher unbedenklich. Um vergleichbare Werte wie bei den Medikamenten zu erreichen, müsste ein Mittel mit 20% Aluminiumchlorid über 8000 mal pro Tag angewendet werden!

Aluminium in Forschung und Wissenschaft
Die Hypothese, dass Aluminium eventuell im Zusammenhang mit Brustkrebs oder Morbus Alzheimer stehen könnte, wurde erstmals in den 1960er Jahren geäußert. Unzählige wissenschaftliche Studien haben sich seit dem intensiv mit dem Thema beschäftigt. Bis heute gibt es jedoch keinen Nachweis dafür, dass Aluminium Brustkrebs- oder Alzheimer-Erkrankungen auslösen kann oder für deren Entstehung direkt verantwortlich ist.

Wichtig:
Bitte lesen Sie hierzu unsere ausführlichen Artikel → Antitranspirant: Brustkrebs und → Antitranspirant: Alzheimer.

[1] QUELLE: Flarend R, Bin T, Elmore D, Hem SL (2001), "A preliminary study of the dermal absorption of aluminium from antiperspirants using aluminium" Food and Chemical Toxicology, Volume 39, Issue 2, February 2001, Pages 163–168

Antitranspirante sind ein überaus wirksames Mittel gegen Schwitzen. Um eine größtmögliche Reduktion des Schwitzens zu erreichen – ohne dabei die Haut zu reizen – müssen Antiperspirante korrekt angewendet werden. An dieser Stelle möchten wir deshalb Tipps zur richtigen Anwendung sowie die häufigsten Anwendungsfehler bei der Benutzung von Antitranspiranten auflisten. In folgendem Video erklärt Sascha Ballweg die Wirkung eines Antitranspirants auf die Schweißdrüsen… 

Bitte beachten Sie bei der Anwendung von Antitranspirantien die nachfolgende Punkte:

  • Antitranspirante nur äußerlich anwenden!

  • Reinigen Sie die betroffene Hautpartie vor der Anwendung!
    Reinigen Sie Ihre Haut vor dem Auftragen der Antitranspirants stets auf sanfte, aber effektive Art und Weise, so dass die Poren und Ausgangskanäle der Schweißdrüsen möglichst frei von Talg, Fetten und anderen Rückständen wie zum Beispiel losen Hautschuppen sind.

  • Sorgfältig abtrocknen!
    Nach der Reinigung lassen Sie die betroffene Hautpartie unbedingt vollständig trocknen, bevor Sie Ihr Antitranspirant auftragen. Vermeiden Sie starkes Rubbeln mit einem Handtuch, da dies zu minkroskopisch kleinen Reizungen oder Verletzung der Hautoberfläche führt! Tupfen Sie die Haut lieber mit dem Handtuch trocken. Eventuell können Sie auch einen Fön verwenden.
  • Verwenden Sie Antitranspirante immer nur abends, unmittelbar vor dem Schlafengehen!
    Benutzen Sie Ihr Antitranspirant am besten ganz am Ende des Tages, wenn möglich in entspannter Atmosphäre, bereits im Bett liegend oder auf der Bettkante sitzend. Am Abend schränkt der Körper die Stoffwechselvorgänge ein, der Kreislauf wird langsamer und die natürliche Tätigkeit der Schweißdrüsen reduziert. Damit ist die bestmögliche Basis für eine wirkungsvolle Anwendung geschaffen. Während der Nacht kann das Antitranspirant optimal auf die Schweißdrüsen einwirken. Durch den eingeschränkten Schweißfluss besteht keine Gefahr, dass das Mittel direkt wieder "ausgewaschen" werden kann.

    Tipp: Sollten Sie auch im Bett liegend noch schwitzen, versuchen Sie bitte folgenden Trick: stellen Sie sich Ihren Wecker auf einen Zeitpunkt in der Nacht, zu dem Sie normalerweise bereits schlafen (und das Schwitzen dadurch normalerweise automatisch reduziert ist). Tragen Sie das Antitranspirant auf und schlafen Sie weiter.

    Eine Anwendung am Morgen oder während des Tages macht keinen Sinn und ist nicht zu empfehlen. Wenn Sie sich dadurch jedoch besser und sicherer fühlen, könnte jedoch der positive, rein psychologische Aspekt zur Schweißreduktion beitragen.
  • Benutzen Sie so wenig Antitranspirant wie möglich!
    Antitranspirante der neuesten Generation sind hoch dosiert (20% bis 30% Wirkstoffanteil). Deshalb wirken schon kleinste Mengen. Beginnen Sie lieber mit kleinsten Mengen, tröpfchenweise. Nur Bedarf sollten Sie die Dosis erhöhen. Beispiel: Bei Achselschwitzen reicht ein einziger Tropfen pro Achselhöhle vollkommen aus!
  • Behandeln Sie nur die Hautpartien, die auch Schweiß absondern!
    Die ekkrinen Schweißdrüsen des Körpers sind keineswegs gleichmäßig über die Haut verteilt. In der Achselhöhle konzentrieren sich die Schweißdrüsen beispielsweise auf einer vergleichsweise kleinen Fläche am tiefsten Punkt der Achsel. Dieser Bereich hat in etwa die Größe eines 2-Euro-Stücks. Folglich muss das Antitranspirant nur an dieser Stelle aufgetragen werden. Die Behandlung der gesamten Achselregion würde nur zu unnötigen Hautreizungen führen. Übrigens: Es kommt uns nur so vor, als wäre stets die ganze Achsel schweißnass. Dies liegt daran, dass der Schweiß unter den Armen nur schlecht verdunsten kann (nahezu geschlossener Raum). Zudem wird der Schweiß durch die Bewegungen der Arme ständig auf der Haut verteilt.

  • Planen Sie leichte Reaktionen der Haut ein – dies ist normal!
    Die Einwirkung des Mittels auf die Ausgangskanäle der Schweißdrüsen ist ein chemisch-biologischer Prozess auf der Hautoberfläche, welcher in vielen Fällen spürbar sein wird. Dies ist völlig normal und kein Grund zur Besorgnis. Sie sollten sich deshalb auf ein leichtes Brennen, Zwicken oder Jucken einstellen. Sorgen Sie für Ablenkung und Entspannung beim Einschlafen. Nach ca. 15 bis 30 Minuten sollten die Hautreizungen nachlassen. Sollte dies nicht der Fall sein, können Sie ca. 20 Minuten (Trocknungszeit) nach jeder Anwendung die betroffene Hautstelle mit einer fetthaltigen, kühlenden und pflegenden Hautlotion (z.B. Nutric re-active Lotion) großzügig eincremen. Damit werden länger anhaltende Reizungen, welche Sie wohlmöglich vom Schlaf abhalten, nachhaltig verhindert.

  • Verwenden Sie nur Antitranspirante mit hautpflegenden Zusatzstoffen!
    Sollten die oben beschriebenen Reizungen nicht auszuhalten sein, empfehlen sich Antitranspirante mit hautpflegenden Zusatzstoffen, am besten mit natürlichen Pflanzenextrakten (z.B. AHC sensitive) sowie die Anwendung von beruhigenden Cremes oder Hautlotions (z.B. Nutric re-active Lotion).
  • Vermeiden Sie Antitranspirante in Sprühflaschen oder Deoroller!
    Der beherzte Druck auf den Sprühkopf des Antitranspirantsprays oder das großzügige Auftragen mittels eines Deorollers (auch Roll-On oder Deo-Stick genannt) führen zwangsläufig zu einer Überdosierung des Mittels. Hautreizungen (Jucken, Brennen, Stechen oder Rötungen) sind so vorprogrammiert. Mit einem Spray ist die Anwendung im Gesicht und an anderen empfindlichen Stellen (Antitranspirante sollten nicht mit Augen und Schleimhäuten in Berührung kommen!) unmöglich. Aus diesem Grund sind Antitranspirante in Tropfflaschen stets die bessere Wahl. Mit diesen können Sie das Antitranspirant Tröpchen für Tröpfchen, mit der Fingerkuppe sanft an der betroffenen Stelle einmassieren. Eine weitere Möglichkeit ist die Benutzung eines Wattebausches oder eines Wattepads. In diesen Fällen müssen Sie jedoch damit rechnen, dass verhältnismäßig viel Antitranspirant im saugfähigen Trägermaterial verbleibt und somit vergeudet wird. Übrigens: Wenn Sie Hände und Füße gleichzeitig behandeln wollen, tropfen Sie 2 bis 3 Tropfen auf Ihre Handinnenflächen und massieren Sie das Antitranspirant mit den Händen sanft in die Fußsohlen ein. So behandeln Sie gleichzeitig Schweißhände und Schweißfüße auf optimale Weise.

  • Ermitteln Sie Anwendungsintervalle und reduzieren Sie die Anwendung schnellstmöglich!
    Antitranspirante wirken in den meisten Fällen schon nach der ersten Applikation. Sollten Sie gerade erst mit der Anwendung begonnen haben, so sollten Sie nach 7 Tagen durchgängiger und regelmäßiger Benutzung eine Anwendungspause einlegen. Finden Sie heraus, wie lange die Wirkung bei Ihnen persönlich anhält. Dies kann zwischen 24 Stunden und drei oder gar mehr Tagen variieren. Auf diese Weise können Sie herausfinden, wie oft Sie das Mittel anwenden müssen. Nach einiger Zeit sollten Sie somit Ihren individuellen Rhythmus (Anwendungsintervalle) gefunden haben. Übrigens: Sollte die Wirkung auch nach einer Woche noch nicht eingesetzt haben, so müssen Sie das Mittel selbstverständlich weiter anwenden. Leider gibt es solche Fälle, auch wenn sie eher selten sind.

  • Eine dauerhafte, ununterbrochene Anwendung verbessert nicht die Wirkung!
    Nur zu Beginn der Anwendung sollten Antitranspirante regelmäßig, d.h. für 1 Woche benutzt werden. Danach richtet sich der Gebrauch nach den persönlichen Erfahrungen. Ziel ist es, das Mittel dauerhaft in festen Intervallen mit großzügigen Pausen anzuwenden. Grund dafür ist die Wirkweise eines Antitranspirants: Durch die Verengung der Schweißdrüsenkanäle und dessen temporären Verschluss durch einen natürlich gebildeten "Korken" (Propf aus losen Hautschuppen etc.) wird der Schweißfluss deutlich reduziert. Bei vorzeitigem Auftragen des Mittels kann dieser Pfropf jedoch aufgelöst bzw. gelöst werden. Die erreichte Wirkung würde also wieder aufgehopen werden. Deshalb sind Anwendungspausen dringend anzuraten. Ein weiterer Vorteil für Sie: Dies schont Ihre Haut und gleichzeitig den Geldbeutel.
  • Benutzen Sie die richtige Stärke für Ihr individuelles Schweißproblem!
    Ein Antitranspirant mit 20% Anteil des Basiswirkstoffs Aluminiumchlorid kann am gesamten Körper angewendet werden. Typische Einsatzgebiete sind beispielsweise Achseln, Gesicht, Kopf, Brust, Rücken und der Intimbereich. Gegen übermäßiges Hand- oder Fußschwitzen sind jedoch meistens stärkere Mittel mit 30% Wirkstoff notwendig.

    Tipp: Da das Schwitzen an Händen und Füßen auf Grund der Beschaffenheit der Haut meist deutlich schwieriger und langwieriger zu behandeln ist kann es sinnvoll sein, den Vorgang durch eine "Initialzündung" zu beschleunigen. Um eine erste spürbare Entlastung gegen Schweißhände/Schweißfüße zu schaffen empfehlen wir deshalb folgende Kombinationstherapie

  • Haben Sie Geduld – nicht verrückt machen!
    Für viele Menschen, die sich dazu entschließen, nach einer leidvollen und unwürdigen Zeit des übermäßigen Schwitzens, endlich Maßnahmen zu ergreifen, stellen Antitranspirante den ersten, wichtigen Schritt in ein "neues Leben" dar. Ein Notanker, an den sie sich voller Hoffnung klammern. Dementsprechend hoch ist die Erwartungshaltung. Jedoch sollte man sich nicht derartig unter Druck setzen und angespannt die Wirkung des Mittels herbeisehnen. Psychologische Faktoren spielen beim Schwitzen leider eine sehr große Rolle, so dass es in angespannter Atmosphäre schnell zu negativen Korrelationen hinsichtlich der Wirkung kommen kann. Stress und Enttäuschung (bei zunächst ausbleibendem Erfolg) können das Schwitzen überaus verstärken und damit den positiven Effekt des Antitranspirantes aufheben.

    Versuchen Sie also Geduld aufzubringen. Rechnen Sie von Anfang an damit, dass ein Antitranspirant mehrere Tage, manchmal auch Wochen brauchen kann um seine Wirkung voll zu entfalten. Wenn es dann doch deutlich schnell geht: Um so besser!

    Versuchen Sie entspannt und doch hoffnungsvoll in ein neues, schweißreduziertes Leben zu starten. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

 

Ein kritischer Blick ...

Die sehr verschiedenen Möglichkeiten eine Hyperhidrose (krankhaft verstärktes Schwitzen) zu behandeln, lassen sich in mehrere Vorgehensweisen unterteilen. Es gibt äußerliche (nicht-invasive), konservative, chirurgische, minimal-invasive und invasive Behandlungsmethoden. Das Behandlungsspektrum ist sehr weitläufig und der Beratungsbedarf dementsprechend groß. Jedem Betroffenen sei deshalb geraten, sich grundlegend über die einzelnen Therapien gegen Schwitzen zu informieren. Im Zusammenhang mit einer ärztlichen Beratung bzw. Verschreibung sollte möglichst eine Zweitmeinung eingeholt werden. Tatsache ist: Wirksamkeit, Risiko, Vor- und Nachteile sind je nach Therapieform höchst unterschiedlich. Manch stark schwitzenden Menschen haben überraschenderweise schon einfachste Hausmittel geholfen, bei anderen dagegen trat erst nach operativen Eingriffen eine Besserung auf.

Die folgende Tabelle gibt einen kurzen, jedoch im Detail kritischen Überblick über die gängigen Behandlungsmöglichkeiten gegen starkes Schwitzen.

 

Therapie Vorteile Nachteile
Deodorants, äußerliche Anwendung; rezeptfrei
nur äußere Anwendung;
einfache Handhabung
nur minimale schweißhemmende Wirkung
Hausmittel, z.B. Salbeitee, Kaisernatron, Eichenrindensud, Babypuder äußerliche und innere Anwendung u.ä.; rezeptfrei
günstige, alternative Behandlungsmöglichkeit
individuell sehr unterschiedliche Wirkung; teilweise sehr zeitaufwendig (Herstellung etc.)
Antitranspirante, äußerliche Anwendung, hochdosiert; rezeptfrei
günstig (ca. 10 bis 30 Euro); nur äußere Anwendung; sehr effektiv; hohe Erfolgsquote; beste Lösung für Schwitzen im Gesicht; einfache Handhabung
harmlose Hautreizungen möglich (einfach zu behandeln)
Iontophorese, äußerliche Anwendung einer Schwachstrom-Technik mit Wasserbädern; bei Kostenübernahme verschreibungspflichtig, Heimgeräte frei beziehbar
[ Linktipp ]
nicht-chirurgische Therapie; ohne chemische Wirkstoffe o.ä.; Mietverträge verfügbar
besonders geeignet für Hand-, Fuß- und Achselschwitzen; individuell unterschiedliche Wirkung; wissenschaftlich kaum erklärte Wirkung; sehr zeitaufwendig (bei Anwendung in der Arztpraxis); es empfiehlt sich die Anschaffung eines Heimgerätes, Kosten werden nur selten von der Krankenkasse übernommen; nicht geeignet bei: Metallimplantaten, Herzschrittmacher, Intrauterinpessaren, Schwangerschaften
Medikation, hauptsächlich Tablettenform; innere Anwendung, rezeptpflichtig
effektiv, wirksame Alternative bei Unverträglichkeit anderer Therapieformen z.T. starke Nebenwirkungen, Wirkstoffe stammen meistens aus dem Bereich der Psychopharmaka oder Parkinson-Medizin
Injektionen mit Botulinumtoxin, mehrfache subkutane Injektionen von Botox® oder ähnlichen Präparaten mit Spritzen; verschreibungspflichtig; klinische Voruntersuchung und Anamnese nötig
effektiv nur geeignet für Hand-, Fuß- und Achselschwitzen (lokal begrenztes Schwitzen); chirurgischer Eingriff mit sämtlichen typischen (Folge-)Risiken; Injektion eines Toxins (Nervengift); z.T. schmerzhafte Einstichem und Betäubung; mehr als 25 Einstiche pro Hand/Fußsohle; Effekt hält nur ca. 6 Monate an; hohe Kosten, meist Privatleistung; wiederkehrende Kosten (2x pro Jahr); nicht geeignet bei: Schwangerschaften
LSA (Laser Sweat Ablation), Entfernung der Schweißdrüsen durch subkutane Verbrennung bzw. Verödung mittels Laser; verschreibungspflichtig; klinische Voruntersuchung und Anamnese nötig
effektiv; minimal-invasiv (Schlüsselloch-OP) Erfolg abhängig von der Anzahl der tatsächlich entfernten Schweißdrüsen (während der OP optisch nicht kontrollierbar); nur für Achselschwitzen; nicht rückgängig zu machen; chirurgischer Eingriff mit sämtlichen typischen (Folge-)Risiken; geringes Risiko von kompensatorischem Schwitzen
Liposuktion (Saugkürettage) Entfernung der Schweißdrüsen durch subkutane Absaugung mittels Saugkürette; verschreibungspflichtig; klinische Voruntersuchung und Anamnese nötig
effektiv; relativ minimal-invasiv (Schlüsselloch-OP) Erfolg abhängig von der Anzahl der tatsächlich entfernten Schweißdrüsen (während der OP optisch nicht kontrollierbar); nur für Achselschwitzen; nicht rückgängig zu machen; chirurgischer Eingriff; geringes Risiko von kompensatorischem Schwitzen
Kürettage, Entfernung der Schweißdrüsen durch subkutane Ausschabung; verschreibungspflichtig; klinische Voruntersuchung und Anamnese nötig
effektiv; relativ minimal-invasiv
Erfolg abhängig von der Anzahl der tatsächlich entfernten Schweißdrüsen (während der OP optisch kaum kontrollierbar); nur für Achselschwitzen; nicht rückgängig zu machen; chirurgischer Eingriff mit sämtlichen typischen (Folge-)Risiken; geringes Risiko von kompensatorischem Schwitzen
Exzision, Entfernung der Schweißdrüsen durch Herausschneiden eines Hautlappens mitsamt Schweißdrüsen; verschreibungspflichtig; klinische Voruntersuchung und Anamnese nötig
effektiver als LSA, Kürettage und Liposuktion
Erfolg abhängig von der Anzahl der tatsächlich entfernten Schweißdrüsen (während der OP optisch kaum kontrollierbar); nur für Achselschwitzen; nicht rückgängig zu machen; chirurgischer Eingriff mit sämtlichen typischen (Folge-)Risiken; geringes Risiko von kompensatorischem Schwitzen
ESB (Endoscopic Sympathetic Blockade), chirurgischer Eingriff, bei dem Teilstränge des Sympathikus-Nervs mittel (Laser-)Schnitt durchtrennt werden; verschreibungspflichtig; klinische Voruntersuchung und Anamnese nötig
sehr effektiv;
Eingriff ist in den meisten Fällen rückgängig zu machen
chirurgischer Eingriff mit sämtlichen typischen (Folge-)Risiken; hohes Risiko von z.T. drastischen Nebenwirkungen; sehr hohes Risiko von kompensatorischem Schwitzen
ETS (Endoscopic Thoracic Sympathectomy), chirurgischer Eingriff, bei dem Teilstränge des Sympathikus-Nervs abgeklemmt, d.h. unterbrochen werden; verschreibungspflichtig; klinische Voruntersuchung und Anamnese nötig
absolut effektiv
ultima ratio; nicht rückgängig zu machen; chirurgischer Eingriff mit sämtlichen typischen (Folge-)Risiken; hohes Risiko von z.T. drastischen Nebenwirkungen; sehr hohes Risiko von kompensatorischem Schwitzen



Möglichkeiten der Therapierung starken Schwitzens

Antihidrotika: Medikamente gegen Schwitzen

Eine primäre Hyperhidrosis lässt sich nicht durch Medikamente heilen. Es gibt keine medikamentöse (med. orale systemische) Therapie, mit der sich das krankhafte Schwitzen heilen lässt, es sei denn, dieses hat eine primäre Ursache, beispielsweise durch eine Erkrankung der Schilddrüse oder ähnliches (sekundäre Hyperhidrosis). Die medikamentöse Therapie stellt deshalb lediglich eine Symptombekämpfung da, welche die Krankheit selbst nicht "abschalten" kann.

Orale systemische Therapie mit Medikamenten

Antichloinergika: Methantheliniumbromid und Bornaprinhydrochlorid
Gegen das Schwitzen als Symptom gibt es verschiedene Präparate, mit denen sich das übermäßige Schwitzen reduzieren bzw. verhindert lässt. In schweren Fällen von generalisierter Hyperhidrose (und Bromhidrosis) verschreiben Dermatologen in der Regel Anticholinergika wie Methantheliniumbromid (Vagantin®) oder Bornaprinhydrochlorid (Sormodren®). Beide Medikamente wurden ursprünglich als krampflösende Mittel (z.B. bei Morbus Parkinson) entwickelt. Ihre Wirkstoffe hemmen die Wirkung von Acetylcholin, einem Botenstoff der Nervenbahnen, der die ekkrinen und apokrinen Schweißdrüsen zur Produktion und Sekretion von Schweiß anregt. Anticholinergika reduzieren allerdings nicht nur die Schweißdrüsenfunktion, sondern unterdrücken auch Nervenreize, die andere Drüsen des Körpers (z.B. Speicheldrüsen, Tränendrüsen, Talgdrüsen etc.) stimulieren. Deshalb berichten Patienten oft von starker Mund-, Augen- und Hauttrockenheit. Auch Verstopfungen und Harnverhaltungen sind bekannte Nebenwirkungen. Obgleich Anticholinergika wegen dieser und anderer Nebenwirkungen (siehe Atropin ff.) kontrovers diskutiert werden, ist ihre Wirksamkeit doch unumstritten und wissenschaftlich belegt.

Atropin und Oxybutyin gegen Schweißbildung
Auch Atropin oder Oxybutynin (Ditropan®) hemmen die cholinerge Signalübertragung zur Schweißdrüse und damit die Schweissproduktion. Auch hier sind wie bei den oben genannten Präparaten Nebenwirkungen wie Sehstörungen, Mundtrockenheit, Verstopfung und Harnverhaltung möglich. Anwendungseinschränkungen und Arzneimittel-Wechselwirkungen müssen beachtet werden. Atropin wie auch Oxybutynin können auch lokal angewandt werden, etwa bei einer Kombinationstherapie mit der Iontophorese.

Psychopharmaka
Da das Schwitzen durch das vegetative Nervensystem gesteuert wird, können psychische Störungen bedeutenden Einfluss auf die Schweißproduktion haben. Nach eingehender ärztlicher Beurteilungen durch einen Psychiater kann in Einzelfällen das übermäßige Schwitzen durch Einnahme von Psychopharmaka gemindert werden. Diese Präparate sollen Stress, nervöse Zustände und Ängste auflösen. Jedoch sollte immer abgewogen werden, ob die Gefahr einer Toleranzbildung (Suchtproblematik) sowie andere Nebenwirkungen nicht die Vorteile des "nicht-Schwitzens" aufheben. Rezeptfreie Beruhigungsmittel (z.B. Baldrian) sind meistens zu schwach dosiert und ihre Wirkung zu diffus als dass sie bei Schwitzen empfohlen werden könnten.

Beta-Blocker und andere Medikamente zur Blutdrucksenkung
In einzelnen Patientenfällen konnte eine schweißmindernde Wirkung von Betablockern und anderen blutdrucksenkenden Medikamenten – wie Kalziumanalblocker oder Sympatholika (z.B. Clonidin®) – beobachtet werden. Allerdings wurden diese Mittel den Patienten primär gegen Hypertonie (Bluthochdruck) verschrieben. Da es zur einer eventuellen Wirkung als "Schweißblocker" keine medizinischen Studien gibt, sind diese Medikamente nicht zur Therapie von starkem Schwitzen oder Hyperhidrose zugelassen. Dennoch kann ein Arzt die Präparate in Einzelfällen "zulassungsüberschreitend" verschreiben, wobei aufgrund der zahlreichen Nebenwirkungen die gesamte Verfassung des Patientens berücksichtigt werden muss – allen voran der Blutdruck. Bei Hypotonie (niedriger Blutdruck) scheiden blutdrucksenkende Mittel selbstverständlich von vornherein aus.



Vorteile

  • hohe Wirksamkeit: Studien haben belegt, dass Anticholinergika die Schweißproduktion deutlich hemmen.
  • Kostenübernahme durch Krankenkasse: Anticholinergika werden vom Arzt verschrieben. Die Kosten übernehmen i.d.R. die gesetzlichen Krankenkassen (abzgl. Zuzahlung).
  • einfache Handhabung: im Vergleich zu alternativen Therapiemöglichkeiten gestaltet sich die Einnahme von Tabletten extrem einfach. Arztbesuche, Nachsorge, Strombäder zu Hause u.v.a.m. sind dagegen zeitintensiv und aufwendig. Allerdings muss die Dosis der eingenommenen Präparate langsam gesteigert werden ("Einschleichung"), so dass die angestrebte Wirkung erst nach einer individuellen "Anlaufzeit" erreicht werden kann. Zum Absetzen der Medikamente wird ebenfalls ein "Ausschleichen" empfohlen (langsame Reduzierung der Dosierung).

 

Nachteile

  • Nebenwirkungen: Sehstörungen, starke Mund-, Augen- und Hauttrockenheit, Verstopfung, Harnverhaltung
  • Unverträglichkeit: Anticholinergika dürfen nicht in Verbindung mit bestimmten Medikamenten eingenommen werden. Auch bei bestimmten Erkrankungen, wie z.B. Engwinkelglaukom („Grüner Star“), Erkrankungen des Verdauungstraktes wie Einengungen, Verschlüsse oder Megacolon, akutes Lungenödem (“Wasser in der Lunge“) kommen sie nicht in Frage.
  • Altersbeschränkung: Für Jugendliche (und Kinder) sind Anticholinergika ungeeignet.
  • Nutzen/Risiko-Faktor: bei einigen Erkrankungen muss der Arzt sorgfältig abwägen, ob Nutzen oder Risiko größer sind, z.B. bei gutartiger Prostatavergrößerung, bei Erkrankungen mit der Gefahr von Herzrhythmusstörungen (Kammerflimmern, Kammerflattern) sowie während der Schwangerschaft und Stillzeit.
  • eingeschränkte Fähigkeit zu schwitzen: Antihidrotika reduzieren das Schwitzen am gesamten Körper. Deshalb besteht bei extrem heißen Temperaturen und bei starker körperlicher Belastung grundsätzlich die Gefahr der Überhitzung.

 

Achselpads sind Einlagen die benutzt werden um sichtbares Schwitzen unter den Achseln zu verhindern. Dabei soll der Schweiß vom Pad aufgesaugt und in einem Saugkern eingeschlossen werden, wodurch die Entstehung von Schweißflecken auf der Kleidung verhindert werden soll. Es gibt prinzipiell vier Arten der Anbringung von Pads gegen Schwitzen die im folgenden grob beschrieben und anhand des Beispiels eines Achselpads ausgewertet werden.

Vor- und Nachteile der Anbringung von Achselpads gegen Schwitzen:

  • Pads die auf die Haut aufgeklebt werden
    Vorteil: Der Schweiß wird dort aufgefangen, wo er auch entsteht.
    Nachteil: Die Achselhöhle muss (auch bei Männern) sauber rasiert sein. Das Pad muss via Kleber auf die Haut aufgebracht werden (ggf. Hautreizungen). Der Kleber kann sich durch den Schweiß und das Eigengewicht des Pads u.U. lösen und abfallen.
  • Pads die in Textilien eingeklebt werden (Achselbereich)
    Vorteil: Kein direkter Hautkontakt mit dem Kleber des Pads. Erschwertes Abfallen des schweißnassen Pads.
    Nachteil: Klebereste auf Textilien. Durch Kleber verursachte textile Verfärbungen. Erhöhte Faser-Beanspruchung empfindlicher Blusen oder Hemden. Der Kleber kann sich durch den Schweiß und das Eigengewicht des Pads u.U. lösen und abfallen. Am Klebepad vorbei fliessender Schweiß tritt rund um das Pad als "Korona" auf, was den Achselschweiß noch auffälliger zu Tage fördert.
  • Pads die über einen Träger in der Achsel gehalten werden
    Vorteil: Kein direkter Hautkontakt mit dem Kleber des Pads. Kein Rasieren notwendig. Im Bestfall erschwertes Abfallen des schweißnassen Pads.
    Nachteil: Verhältnismässig teuer. Nicht immer ist der Sitz befriedigend, der Träger rutscht.
  • Pads die in Spezialtextilien in Haltetaschen eingelegt werden
    Vorteil: Kein direkter Hautkontakt mit Kleber. Kein Rasieren notwendig. Kein Abfallen des schweißnassen Pads möglich.
    Nachteil: Verhältnismässig teuer. Nicht immer ist der Sitz oder die Anmutung der Spezialtextilie befriedigend. Am Einlegepad vorbei fliessender Schweiß tritt rund um das Pad als "Korona" auf, was den Achselschweiß noch auffälliger zu Tage fördert.

 

Generelle Nachteile von (Achsel)Pads:

  • Pads sind nicht für jede Körperregion geeignet: Pads gegen Schwitzen eignen sich nur für bestimmte Körperregionen wie die Achseln oder den Rücken. Ein Schwitzen im Gesicht, Schweißhände oder Schweißfüße lassen sich mit Pads nicht eindämmen, da die Pads immer offensichtlich zur Schau gestellt würden.
  • Schweiß im Saugkern kann stinken: Alle Schweißpads arbeiten so, dass der Schweiß aufgesaugt und in einem Saugkern (ähnlich einer Damenbinde oder Windel) eingeschlossen wird. Im Kern des Pads können (in Abhängigkeit von Konzeption und Qualität des Pads) in Folge unangenehme Gerüche entstehen, was ein häufiges Wechseln der Pads nötig machen kann.
  • Achselpads können abfallen: Bis auf die Pads, welche in teure Spezialtextilien eingelegt werden müssen, können sich prinzipiell alle Schweißpads lösen und aus der Kleidung fallen, wenn das Pad durch die aufgesaugte Nässe zu schwer wird oder es sich auf Grund von Bewegungen vom Körper löst (z.B. verursacht durch bestimmte Arbeitsprozesse oder auch Sport). Das mit einem herabfallenden Schweißpad verbundene Schamgefühl wird von den meisten Betroffenen, die bereits einmal ein herabfallendes, pitschnasses Schweißpad miterleben mussten, als deutlich unangenehmer empfunden, als das Problem, das das Schweißpad eigentlich verstecken sollte.
  • Achselpads sind sichtbar: Die meisten Achselpads liegen nicht in Hautfarben vor, sondern nur in der Standardfarbe weiß. Bei Klebepads, die auf die Haut oder die Textilie aufgeklebt oder über einen Träger gehalten werden, können Außenstehende das Pad z.T. deutlich erkennen, sobald der Anwender ein kurzärmeliges Hemd oder T-Shirt trägt und den Arm über 45° anhebt (z.B. während bestimmter Arbeitsprozesse, beim Tanzen oder im Fitness-Studio). Und selbst wenn ein Achselpad eins zu eins der Textilfarbe entspricht, klagen viele Anwender noch immer darüber, dass die Umrisse der Pads nach außen hin sichtbar sind.