Wieviel Schwitzen ist gesund?

Sascha Ballweg
Publiziert in Schwitzen: Allgemeines
Bekanntlich schwitzt der Körper um sich zu kühlen. Der nahezu unsichtbare Schweiß verdunstet dabei fast unbemerkt. Erst bei höheren Temperaturen oder körperlicher Anstrengung produziert der Körper mehr Schweiß als unmittelbar verdunsten kann.

Dieser erscheint deshalb als "Schweißperlen" auf der Haut und

beginnt sogar abzutropfen. Kleidung behindert zusätzlich die Verdunstung. Der Schweiß wird von ihr meistens aufgesaugt und erscheint dann als "Schwitzfleck". Dass dies alles ein natürlicher Vorgang ist, weiß jeder Mensch. Allerdings kann Schwitzen ab einem gewissen Grad auch ungesund bzw. krankhaft sein.

 

Schwitzen ist beim Sport erwünscht und normal. Im Alltag dagegen werden Schweißflecken als unangenehme Belastung empfunden.

Wer sehr stark schwitzt, und dies über längere Zeit, verliert dabei viel Flüssigkeit sowie wichtige Spurenelemente. Es drohen Dehydration und Elektrolytmangel. Kommt es zu einer dauerhaft erhöhten Schweißproduktion, ohne das genügend Flüssigkeit und Salze durch Trinken ausgeglichen werden, ist Schwitzen nicht nur ungesund sondern sogar lebensbedrohlich.

Starkes Schwitzen kann auch Symptom einer Krankheit sein (Sekundäre Hyperhidrosis) oder es ist sogar die Krankheit selbst (Primäre Hyperhidrosis). Krankhafte Transpiration ist medizinisch definiert. Ab einer Schweißproduktion von 100 mg in 5 Minuten gilt eine Hyperhidrose in der Diagnostik als bestätigt.

Betroffenen nützen diese physikalischen Mengenangaben allerdings herzlich wenig. Ab wann das Schwitzen für einen Menschen zur Belastung wird, kann weder gemessen noch in Zahlen ausgedrückt werden. Die psychische Belastung ist oft immens. Gleichzeitig wird dies jedoch von Außenstehenden unter der Premisse "Schwitzen ist immer Gesund!" verkannt. In vielen Fällen, insbesonders bei Jugendlichen, kann Schwitzen (und der daraus resultierende Körpergeruch) zu Spott, Mobbing, Ausgrenzung und sozialer Isolation führen. Es können sich Verhaltensstörungen oder Zwangshandlungen entwickeln, in Einzelfällen drohen Depression oder sogar Suizidgefahr. Grund für die hohe psychische Belastung ist die gesellschaftliche Ächtung des Schwitzens, welches in Industrieländern nicht den hohen Hygieneerwartungen entspricht.

 

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