Antitranspirant: Besser in der Tropfflasche

Sascha Ballweg

Einleitung zum Thema Tropfflasche

Sprühflaschen

Viele Anbieter von Antitranspirantien (Mittel gegen Schwitzen) vertreiben ihre Produkte in Sprühflaschen, wie man sie von Deodorants kennt. Obgleich diese sogenannten Pumpflaschen meist ohne Treibmittel (FCKW oder Butan) auskommen und damit recht umweltverträglich sind, sollte man auf "Schweiß-Blocker" in diesem Verpackungstyp verzichten.

Vorsicht vor Überdosierung
Zu groß ist die Gefahr der Überdosierung, denn schon mit einem einzigen Sprühstoß wird meist eine viel zu große Menge aufgetragen. Sensible Haut oder normale Haut an empfindlichen Stellen (z.B. Gesicht, Brust, Leistengegend) reagiert mit Hautreizungen auf die Überdosierung. Das charaktristische Jacken, Brennen oder Stechen ist – obwohl medizinisch harmlos – kaum zu ertragen.

Anhaltspunkt: Nur 1 bis 2 Tropfen Antitranspirant-Flüssigkeit mit 20 % Wirkstoff reichen pro Achselhöhle um das Schwitzen deutlich zu reduzieren!

Eine Feindosierung ist mit einer Sprühflasche kaum möglich. Bei einer Antitranspirant Anwendung als Gesichtsdeo gegen Schwitzen im Gesicht oder an anderen Stellen, in deren Nähe empfindliche Hautpartien liegen (z.B. Schenkelinnenseiten) sind Sprühflaschen völlig ungeeignet! Antitranspirante dürfen nicht in die Augen oder auf die Schleimhäute gelangen. Ferner werden Erstanwender, die bisher Deos verwendet hatten, dazu verleitet, das Antiperspirant "üppig" aufzutragen. Kein Wunder, dass viele Anwender von danach von gereizter und geröteter Haut berichten.

Moderne, sanfte Antitranspirante (wie z.B. AHC classic, AHC sensitive und AHC forte) werden aus den genannten Gründen ausschließlich in einer Tropfflasche vertrieben. Diese handlich kleinen Plastikfläschchen erlauben es, das Mittel Tropfen für Tropfen auf die Fingerkuppe zu träufeln oder ein kleines Stück Watte zu tränken, womit das Antitranspirant optimal auf die gewünschten Stelle gezielt aufgetragen werden kann – selbst im Gesicht in Nähe der Augen, über der Oberlippe, im Intimbereich oder an anderen sensiblen Hautstellen.

Vorsicht vor Sprühflaschen mit Butan
Unter der reisserischen Headline "Tödlicher Rausch aus der Dose" berichtete Spiegel Online (SpOn) von zwei aktuellen Todesfällen unter Jugendlichen, die offenbar regelmäßig Deodorants "geschnüffelt" haben. Diese billige und praktisch "legale" Form des Berauschens ist seit einigen Jahren auch bei der Deutschen Jugend zur traurigen "Modeerscheinung" geworden. Handelsübliche Deos werden in Müllsäcke gesprüht und die Dämpfe bzw. das Treibgas der Dose, Butan, inhaliert. Da hierbei eine Dosierung unmöglich ist, kommt es immer wieder zu Todesfällen durch das Sudden Sniffing Death Syndrom (SSDS), dem plötzlichen Zusammenbruch sämtlicher Herzfunktionen durch Überdosierung und Vergiftung.

Nun fordern betroffene Eltern und Verbraucherschützer eine Kennzeichnungspflicht für Gesundheitsrisiken, die durch das gezielte Einatmen der Inhaltsstoffe entstehen können – zu recht, denn im Gegensatz zu den sonst bekannten "Schnüffelstoffen" wie z.B. Klebstoff oder Verdünnungsmittel kann das Inhalieren von Deodorants mit Butan schon beim ersten Versuch tödlich enden. Überflüssig indes ist die vielerorts zu vernehmende, gutmenschlerische Empörung über das "Mordinstrument im Badezimmerschrank" (SpOn), welches schon Kinder in Drogerien und Supermärkten frei erwerben könnten. Denn: die allerwenigsten Bestandteile eines Deos haben einen berauschenden Effekt. Sie wirken keinesfalls als psychogene Drogen wie andere Substanzen (z.B. Lösungsmittel beim Klebstoffschnüffeln). Der Rausch beim "Deo-Schnüffeln" entsteht hauptsächlich durch Sauerstoffmangel. Butan wirkt muskellähmend, stoppt damit die Lungenfunktion und verdrängt zudem die Atemluft aus den Kapillaren. Ferner verhindert entweder die gleichzeitig über das Gesicht gezogene Plastiktüte das Atmen oder die klebrigen Parfum- und Feuchtigkeitsstoffe (Elmulgatoren) des Deos verkleben schockartig die Bronchien, so dass die Sauerstoffaufnahme der Lunge für einige Sekunden stark vermindert wird. Durch den akuten Sauerstoffmangel im Gehirn, welcher auch als "todesnahe Grenzerfahrung" verklärt wird, werden schlagartig Botenstoffe freigesetzt, die für zwei bis drei Minuten ein Gefühl von höchster Euphorie erzeugen. Durch die extreme Ausschüttung von Adrenalin, kann es jedoch zum Kreislaufkollaps, schlimmstenfalls zu einem Herzstillstand kommen (SSDS). Der angenehme Geruch (in diesem Fall "Geschmack") vieler Deodorants macht dabei das Ganze gerade für Kinder und Jugendliche besonders verlockend. Aktuelle Studien zeigen, dass diese gefährlichen Methoden des Rausches inzwischen bei Kindern ab 12 Jahren eindeutig dem Konsum von Zigaretten, Cannabis oder Alkohol vorgezogen wird.

✍ Eltern, die auf Nummer sicher gehen wollen, sollte Sprühflaschen mit Butan komplett aus dem Haus verbannen und statt dessen auf haut- und geldbeutelschonende Antitranspirante (z.B. AHC Antiperspirant) umsteigen. Diese wirken nicht nur deutlich effektiver als jedes Deo – sie kommen auf Grund der Tropfflasche für das berauschende “Schnüffeln” einfach nicht in Frage.

 


 

Roll-Ons

 

Viele Anbieter von Antitranspirantien (Mittel gegen Schwitzen) vertreiben ihre Produkte als sogenannte Roll-Ons, wie man sie von Deo-Rollern kennt. Obgleich diese Roll-On-Sticks sehr praktisch erscheinen, sollte man auf "Schweiß-Blocker" in diesem Verpackungstyp besser verzichten. Zu groß ist die Gefahr der Verunreinigung (Kontaminierung) wodurch die Stoffreinheit des Wirkstoffes Aluminiumchlorid (Aluminiumsalz) schon nach kurzer Anwendungsdauer nicht mehr gewährleistet ist. Grund für den Verfall des Wirkstoffs sind ständige Verunreinigungen wie Hautschuppen, Staub und Schweiß (Wasser), die bei jedem Rollen der klebrigen Kugel in das Innere der Flasche transportiert werden.

Hautreizungen durch Salzsäure und Verlust der Wirksamkeit:
Während Hautschuppen und Staub eher in punkto bakterieller Hygiene zu bedenken geben, ist es vorallem das Wasser des Schweißes, welches dem Aluminiumsalz stark zusetzt. Geraten Wasser und Aluminiumchlorid zusammen, so entsteht in einem chemischen Prozess unter Gasbildung konzentrierte Salzäure (HCl), in mikroskopischen Mengen freilich, doch reichen diese aus, um auf die Haut massiv und in vielen Fällen nachhaltig zu reizen. Dies äußert sich meist durch Brennen, Jucken und gerötete Haut. Bei dauerhaft auftretenden Fällen spricht der Laie auch von einem "Deo-Ekzem". Mit fortlaufender Verunreinigung des Antitranspirants nimmt außerdem dessen Wirksamkeit rapide ab, während die Hautreizungen vermehrt auftreten.

Bedenken wegen Aluminiumaufnahme des Körpers:
Normalerweise ist das Metall Aluminium (Al), welches als Salz in jedem gängigen Antitranspirant enthalten ist, nicht ohne weiteres in der Lage die oberen Hautschichten zu durchdringen, um so über die Blutgefäße der tieferen Hautschichten in den Organismus zu gelangen. Auch über die Lymphgefäße kann dies nicht geschehen. Beides gilt auch ausnahmslos für Antitranspirante in Roll-On-Flaschen, solange diese keine Stoffe enthalten, welche die Aufnahme von Inhaltsstoffen begünstigen könnten.

Gefahr durch Überdosierung:
Eine Feindosierung ist mit einem "Roll-On" nahezu unmöglich. Bei einer Anwendung im Gesicht oder an anderen Stellen, in dessen Nähe empfindliche Hautpartien liegen (z.B. Schenkelinnenseiten) sind "Deo-Roller ungeeignet! Antitranspirante sollten möglichst nicht in die Augen oder auf die Schleimhäute gelangen. Ferner werden Erstanwender, die bisher Deos verwendet hatten, leicht dazu verleitet, das Antiperspirant üppig wie mit einem "Deo-Stick" aufzutragen. Kein Wunder, dass viele Anwender von gereizter Haut, d.h. von Jucken, Brennen und geröteter Haut berichten. In 90% aller Fälle ist dies Folge einer Überdosierung (oder einer zu häufigen Anwendung).

Hygienische Bedenken:
Viele Anwender möchten ein Antitranspirant an verschiedenen Körperstellen anwenden. Aus hygienischen Gründen ist dabei eine Benutzung des Roll-Ons mit seiner klebrigen Kugel an Hautpartien mit Behaarung, im Schambereich oder an den Füßen, bei anschließender/vorheriger Nutzung im Gesicht kaum denkbar. Die alternative Übertragung der Flüssigkeit von der Kugel auf wattierte Träger o.ä. gestaltet sich außerdem unnötig schwierig.

Deshalb: Antitranspirante besser in der Tropfflasche:
Moderne, sanfte Antitranspirante wie AHC classic, AHC sensitive und AHC forte werden aus den genannten Gründen ausschließlich in einer Tropfflasche vertrieben. Diese handlich kleinen Plastikfläschchen erlauben es, das Mittel Tropfen für Tropfen auf die Fingerkuppe zu träufeln, womit es dann an der gewünschten Stelle gezielt und sicher aufgetragen werden kann.