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Körpergeruch: Normaler oder starker Körpergeruch?

Sascha Ballweg

Normaler Körpergeruch lässt sich effektiv durch regelmäßige Körperhygiene und das Wechseln der Kleidung verhindern. Tritt der Geruch jedoch permanent auf (Bromhidrose), so bleiben diese Maßnahmen wirkungslos.

Wo und wie aber zieht man die Grenze zwischen normalen und starken "Ausdünstungen"? Ab wann gilt starker Schweißgeruch als Krankheit?

Typische Merkmale für krankhaften Körpergeruch:

  • Geruch tritt trotz intensiver und regelmäßiger Körperpflege auf
  • Geruch ist besonders intensiv und penetrant
  • Geruch bleibt in der Kleidung, auch nach der Wäsche, haften
  • Geruch tritt auch bei wenig oder keinem Schweiß auf

Betroffene tun sich mit der Beurteilung dieser Merkmale schwer. Einerseits sind viele Menschen nicht in der Lage, ihren eigenen Geruch objektiv wahrzunehmen, d.h. sie können kaum nachvollziehen, ab welchem Zeitpunkt und wie stark sie ihre Umwelt unfreiwillig belästigen. Eher kommt es vor, dass sie dies erst anhand "heimlicher" abwertender Reaktionen der Mitmenschen registrieren. In unserer heutigen "Beauty"-Gesellschaft ist Schweißgeruch ein großes Tabu, weshalb sich Außenstehende oft schwer tun, den "Verursacher" offen auf das Problem hinzuweisen. Meistens geschieht dies indirekt, da nur hinter dem Rücken des Betroffenen über das Problem diskutiert (sprich: gelästert) wird. Die Reaktionen reichen von unverhohlenem Spott, über Ekel und Abscheu bis hin zur Vorverurteilung ("Igitt! Der wäscht sich nie!"). Ein konstruktiver Umgang mit der Sache findet nur selten statt.

Angesichts solcher Erlebnisse ist es nur verständlich, dass sich Betroffene schon bald aus dem öffentlichen Leben zurückziehen, stehen sie doch dem Problem ohne fachlich-medizinische Hilfe völlig hilflos gegenüber. Auf Dauer kann diese soziale Isolation zu nachhaltigen psychischen Problemen führen. Unter Umständen können sich Zwangshandlungen (z.B. neurotischer Waschzwang), Depressionen und massive Verhaltensstörungen entwickeln. Schon aus diesem Grund, sollten Betroffene so bald wie möglich professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Doch auch der Mediziner kann sich bei der Diagnose einer Bromhidrose im Grunde nur auf die Aussage seiner Patienten beziehen und allenfalls seine eigene Erfahrungen in der Praxis hinzuziehen. Zwar lassen sich Gerüche "technisch" erfassen, messen und durch die Maßeinheit Olf beziffern, doch der Aufwand wäre immens.

Bitte lesen Sie mehr zum Thema "Maßeinheit für Gerüche" hier.