Antitranspirante: Irrtümer & Fehleinschätzungen

Anfragen zu möglichen Nebenwirkungen und Gefahren von Antitranspiranten und Aluminiumsalzen zeichnen ein Bild eines verunsicherten Verbrauchers. Durch unsachliche und teilweise bewußt irreführende Berichte wird eine Gefährdungslage proklamiert, die nachweislich überhaupt nicht vorhanden ist.

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Antitranspirante und Aluminiumsalze werden seit Jahrzehnten immer wieder mit schädlichen Nebenwirkungen, beispielsweise mit Krebs oder Morbus Alzheimer in Verbindung gebracht. Die nachfolgenden News aus der Wissenschaft sollen dabei helfen, seriöse Berichterstattung von Gerüchten und Panikmache zu unterscheiden.
Dazu wurde die Aussagen (soweit möglich und sinnvoll) mit Datum, Quellenangabe sowie Originalzitaten verlinkt um deren Seriosität zu untermauern.

 

 UPDATE

Der Wissenschaftliche Ausschuss für EU-Verbrauchersicherheit, SCCS, stellt fest, "im Lichte neuer Daten" sind Antitranspirantien und anderen Kosmetika mit Aluminium als sicher anzusehen.

QUELLE https://medwatch.de/2019/12/12/alu-deos-sind-laut-neuen-studien-sicher/

Auszüge aus dem verlinkten Text: 

Der Nürnberger Arbeitsmediziner Prof. Dr. med. Hans Drexler hat mit seinem Team im September außerdem eine Studie veröffentlicht, bei der mehrere Personen über zwei Wochen täglich ein Antitranspirant benutzten und Alu-Konzentrationen jeweils im Blut und Urin gemessen wurden. Dabei fanden sie im Vergleich zu den Alu-Konzentrationen in Zeiten ohne Verwendung des Antitranspirants keine messbare Zunahme.„Die Aluminiumaufnahme über Deos ist so gering, dass sie im Grundrauschen der alltäglichen Aufnahme über Luft und Nahrung untergeht“, sagt Drexler. „Die täglichen spontanen Schwankungen sind so groß, dass dieser zusätzliche Eintrag nicht messbar ist.“ Seine Studie habe er ohne externe Gelder durchgeführt – und ohne Interessenskonflikte […] Insgesamt liefere die Studie Hinweise, dass die Aufnahme von Aluminium über Antitranspirantien „möglicherweise geringer sein könnte als bisher angenommen“, räumt das BfR auf Nachfrage ein […] Das BfR ginge nach derzeitigem Wissen „nicht von einem kausalen Zusammenhang aus“, erklärt es auf Nachfrage von MedWatch – in seiner Stellungnahme findet sich kein derart klarer Satz.

Klar sei, dass Alu in hohen Dosen neurotoxisch sei, sagt Drexler – dies wurde etwa bei unbeabsichtigten Freisetzungen großer Mengen Aluminiums beobachtet. Die Symptome entsprächen aber nicht etwa jenen der Alzheimer-Krankheit. Drexler kritisiert auch, dass vielfach die bloße Vermutung geäußert wird, Alu könne Brustkrebs auslösen. „Man muss gute Argumente haben, wenn man so etwas in die Welt setzt“, sagt er.

Doch diese fehlen: Zwar wurde in Brustkrebsgewebe in einigen Studien erhöhte Alu-Werte gefunden. Doch enthält es auch andere Metalle in größerer Konzentration, und ist offenbar nur eine Folge der Erkrankung – kein Auslöser. 

"Durch die exzessive Aufnahme von Aluminium etwa durch Unfälle gebe es zwar Risiken", sagt auch David R. Borchelt, Neurowissenschaftler an der University of Florida – mit Kollegen hat er 2007 eine Übersichtsarbeit zur Risikobewertung von Aluminium veröffentlicht. Doch dies sei die große Ausnahme: „Menschen, die die Aluminiumbelastung durch Alltagsprodukte reduzieren, werden keinen messbaren Gesundheitsvorteil haben, der über den Placeboeffekt hinausgeht“, sagt er. Er kenne keinerlei verlässlichen Daten, die die Idee unterstützen, dass eine gewöhnliche Alu-Aufnahme „das Risiko für irgendeine Krankheit oder irgendein Leiden erhöht“.

Am Montag veröffentlichte der Wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit (SCCS) der EU-Kommission nun neue Ergebnisse – nachdem er 2014 festgestellt hatte, dass mit den früher vorliegenden Daten keine Risikoeinschätzung für Alu in Kosmetika möglich ist. Damals bat der SCCS den Herstellerverband „Cosmetics Europe“, Untersuchungen in Auftrag zu geben, deren Ergebnisse in den nun vorliegenden Bericht eingeflossen sind. Er liest sich wie eine vollständige Entlastung von Antitranspirantien und anderen Kosmetika, was Aluminium angeht:„Im Licht der neuen Daten“ seien diese als sicher anzusehen. Die tägliche Anwendungen kosmetischer Produkte erhöhe die gesamte Alu-Aufnahme nicht signifikant,erklärt der Ausschuss – nach dessen Einschätzung das Leichtmetall auch keine krebserregenden Eigenschaften hat.

Keine Nervenerkrankungen oder höhere Krebsraten selbst bei hohen und sehr hohen Aluminiumkonzentrationen

QUELLE https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/toxikologie-angst-vor-dem-aluminium-1.3696713

Ebenfalls interessant sind die Erkenntnisse, mit denen der Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg, Prof. Dr. med. Hans Drexler, bereits 2017 in der Süddeutschen Zeitung zitiert wurde:

Insgesamt liest sich die Arbeit der deutschen Forscher recht beruhigend. Hans Drexler, Arbeitsmediziner der Universität Erlangen-Nürnberg und Mitautor der Studie, verweist zudem auf Erfahrungen mit Arbeitern. "In der Arbeitswelt kennt man hohe Aluminiumbelastungen." Bei den Betroffenen findet man hohe und sehr hohe Aluminiumkonzentrationen im Körper, die im normalen Alltag nicht erreicht werden. Dennoch wurden selbst bei diesen Arbeitern keine Nervenerkrankungen oder höhere Krebsraten beobachtet.

Entwarnung zu Demenzielles Syndrom: Aluminium in Hirngewebe gefunden

QUELLE https://www.aerzteblatt.de/archiv/196131/Schlusswort

Schlusswort von Prof. Dr. med. Hans Drexler zu einer Diskussion im Deutschen Ärzteblatt aus dem Jahr 2018:

[…] wurden in der Vergangenheit klinisch relevante, neurotoxische Effekte bei Dialysepatienten mit Verwirrtheit, Gedächtnis- und Sprachstörungen sowie im längeren Verlauf einem demenziellen Syndrom und teils fokalen, teils generalisierten Krampfanfällen beschrieben, wobei erhöhte Konzentrationen von Aluminium in Plasma und Hirngewebe gefunden wurden.

Ursächlich hierfür war der Aluminiumgehalt des zur Dialyse verwendeten Leitungswassers […] wurde Wasser, das zur Dialyse verwendet wurde, in einem Boiler mit zwei Aluminiumanoden als Korrosionsschutz erhitzt, sodass eine hohe Aluminiumkonzentration im Wasser vorlag. Es wurden Dialyse-Enzephalopathien und drei Todesfälle beobachtet. Nachdem der Boiler nicht mehr verwendet wurde, besserte sich der Zustand aller Patienten wesentlich.

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