Generalisierte Hyperhidrose

Sascha Ballweg

Unter einer generalisierten Hyperhidrose (Hyperhidrosis generalis) versteht die Dermatologie ein krankhaftes Schwitzen, das unspezifisch am gesamten Körper oder an mehr als drei Körperstellen gleichzeitig auftritt.

Prinzipiell ist der Mensch in der Lage, am gesamten Körper – sofern von Haut bedeckt – zu schwitzen, da die Schweißdrüsen (wenn auch ungleichmäßig) von Kopf bis Fuß verteilt sind. Tritt das starke Schwitzen an mehreren verschiedenen Körperregionen gleichzeitig auf, ohne dass eine klare regionale Abgrenzung zu erkennen ist, so spricht man von Hyperhidrosis generalis.

Örtlich deutlich eingeschränktes Schwitzen, beispielweise nur an den Händen bezeichnet man als fokale Hyperhidrose, in diesem Fall als Hyperhidrosis palmaris.

Leider kann eine typische Heimanwendung über Antitranspirante oder anhand eines Iontophoresegeräts nur bei einer fokalen, also abgegrenzten Körperregion angewendet werden und dies auch nur dann, wenn dafür ein entsprechender Applikator vorliegt (z. B. eine Iontophorese-Gesichtsmaske, ein Iontophorese-Nackenkissen). Es gibt kein Iontophorese-Gerät, das sich vollumfänglich gegen eine generalisierte Hyperhidrose einsetzen lässt.

Dies stellt jedoch keinen Grund dar, die Hyperhidrose nicht zu behandeln! Denn auch wenn eine generalisierte Hyperhidrose anhand der Iontophorese nicht vollumfänglich behandelt werden kann, dürfte es für Betroffene doch eine große Erleichterung darstellen, wenn sie ausschließlich die Körperregionen mit der Iontophorese trocken legen, an denen das Schwitzen am auffälligsten oder unangenehmsten ist. Auch eine nur partiell erfolgreiche Schweißreduktion kann eine deutliche Steigerung der Lebensqualität mit sich bringen. Gleichzeitig reduzieren sich Stress und Leidensdrucks was im besten Fall zu weiterer psychische Entlastungen führt.