Hausmittel gegen Schwitzen

Sascha Ballweg

Bei leichtem Schwitzen können "altbewährte" Hausmittel eventuell helfen, den Alltag angenehmer zu gestalten. Leider ist die ohnehin sehr fragwürdige Wirkung einiger "Hausrezepte" bei starkem Schwitzen oder Hyperhidrose gleich null. Angesichts eventueller Kosten sollten "Eigenversuche" nur mit günstigen, im Haus vorrätigen Mitteln erfolgen. Die Anschaffung der nachfolgend genannten Hausmittel lohnt sich für Hyperhidrotiker in der Regel nicht.

Einige klassische Hausmittel gegen Schwitzen:

  • Salbeitee: Der Klassiker gegen Schwitzen. Tatsächlich wirken die ätherischen Öle des Gartensalbeis (Salvia officinalis) gegen übermäßige Schweißbildung. Vorallem bei Nachtschweiß lassen sich mit dem aus Salbeiblättern gebrühten Tee relativ gute Erfolge erzielen. Das Problem: Menschen mit wirklich starkem Schwitzen müssten sehr viel Tee zu sich nehmen, um spürbare Besserung zu erleben. Dies ist vielen aufgrund des bitteren Geschmacks unmöglich.
  • Babypuder: Wohlbekannt in der Babypflege, soll es auch bei Achselschweiß, schwitzigen Händen und Schweißfüßen helfen. Die schwache Wirkung hält jedoch nur sehr kurz an. Außerdem ist die Handhabung des Puders verständlicherweise sehr umständlich. Kleine Erfolge lassen sich eventuell in der Leistengegend und an den Füßen erzielen, wenn dort das Puder in die Unterwäsche bzw. die Schuhe gegeben wird.
  • Kaisernatron: Besser bekannt als Backpulver, wirkt dieses Hausmittel mitunter etwas deutlicher als Babypuder. Allerdings bringt es die selben Probleme bei der Handhabung mit sich.
  • Eichenrindensud: Ein traditionelles Hausmittel gegen Schweißfüße, bei dem die Füße in dem Sud gebadet werden sollen. Obgleich das Rezept von Generation zu Generation überliefert wird, ist über die genaue Wirkung leider nur wenig bekannt. Die meisten Anwender brechen die "Behandlung" ab, da sich die Herstellung und Lagerung des Suds aufwendig gestaltet.
  • Franzbranntwein: Einreibungen mit Franzbranntwein, also hochprozentigem Alkohol mit Menthol-, Kampfer-, Fichtennadel- oder Latschenkieferzusätzen, sollen auch Schweißbildung verhindern. Der tatsächliche Effekt ist jedoch trügerisch. In Wirklichkeit trocknet der Alkohol die Haut stark aus, was der Anwender zunächst als Verbesserung wahrnehmen mag. Langfristig ist die Austrocknung der Haut jedoch schädlich.
  • Zimt: Zimt in den Schuhen oder mit Zimt gefüllte Schuheinlagen können Schweißfüße und Fußgerüche verhindern. Allerdings beruht dieser Effekt nicht auf einer schweißhemmenden Wirkung. Vielmehr ist Zimt in der Lage, relativ große Mengen Schweiß geruchsfrei zu binden. Das bekannte Gewürz hat zudem antibakterielle Eigenschaften, wodurch Schweißgeruch verhindert wird. Das eigentliche Schweißproblem (z.B. Hyperhidrosis plantaris) wird dadurch jedoch nicht gelöst.