Falsch: Schweiß verursacht Körpergeruch

Sascha Ballweg

Das menschliche Schweißsekret, welches von den ekkrinen Schweißdrüsen produziert und ausgeschieden wird, ist völlig geruchlos.

Erst bei der Zersetzung durch Bakterien auf der Haut entsteht durch Aufspaltung verschiedener Bestandteile der typische Schweißgeruch. Insofern ist das Schwitzen mehr oder weniger direkt für den Körpergeruch verantwortlich. Allerdings bedeutet verstärktes Schwitzen nicht automatisch, dass der Betroffene mehr "stinkt" als andere. Schon geringe Mengen Schweiß können eine erhebliche Geruchsbelästigung verursachen. Im Gegensatz dazu gibt es Menschen, die zwar stark schwitzen, jedoch kaum Schweißgeruch entwickeln. Pauschal gesagt ist es allerdings richtig, dass große Schweißmengen, besonders wenn Sie die anliegende Kleidung durchnässen, den Körpergeruch deutlich verstärken.

Was viele Menschen jedoch nicht wissen: In vielen Fällen ist nicht der ekkrine Schweiß schuld, wenn es unangenehm riecht. In solchen Fällen ist der Körpergeruch an sich eine Krankheit. Der Mediziner spricht von Bromhidrosis (eingedeutscht oft Bromhidrose). Bei dieser Krankheit sorgt eine ungünstige Bakterienflora auf der Haut dafür, dass schon kleinste Mengen Schweiß zu großer Geruchbelästigung führen. Meistens geht eine Hyperaktivität der apokrinen Schweißdrüsen, welche Geruchsstoffe absondern, einher. Betroffene Menschen können diesem Phänomen weder mit intensiver Körperpflege, noch durch Wechseln der Kleidung entgegenwirken. Selbst peinlichst genaue und regelmäßige Hygiene hilft nicht. Bereits 5 Minuten nach der Dusche kann die Haut wieder nach Schweiß riechen ...

Ausführliche Infos zur Bromhidrosis und deren Therapie finden Sie hier.