Schwitzen am Kopf (Kopfhaut, Hals, Nacken)

Sascha Ballweg

Als Hyperhidrosis craneales bezeichnet der Mediziner starkes, krankhaftes Schwitzen auf dem Kopf. Besonders auf der Kopfhaut kann es zu vermehrter Schweißproduktion kommen, da volles Haar die Luftzirkulation hemmt und den Schweißfluss dadurch noch weiter verstärkt. In Folge wirkt das durchfeuchtete Haar auch bei ausgiebiger Pflege schnell matt und stumpf. Aufwendige Frisuren halten trotz Benutzung von reichlich Haarfestiger oder -spray nur kurz. Ein ästhetisches Ärgernis, unter dem besonders Frauen zu leiden haben. Ferner ist die feuchtwarme, durchweichte Kopfhaut idealer Nährboden für Bakterien und Hautpilze, wodurch sich oft ein lästiger "schafsbockartiger" Geruch der Haare sowie Kopfhautschuppen (meist durch hauttypische Hefepilze) bilden.

Auf kurzhaarigen Köpfen und Glatzen bilden sich ebenso oft Schweißperlen, meist jedoch durch die ungeschützte Sonneneinstrahlung. Die Temperaturen, die dabei entstehen, sind zum Teil eklatant hoch und gesundheitsgefährdend ("Sonnenstich"). Um im wahrsten Sinne des Wortes einen "kühlen Kopf" zu bewahren, erhöht das Gehirn automatisch die Schweißproduktion auf der Kopfhaut. Abhilfe helfen Hüte oder Mützen aus atmungsaktiven Stoffen, beispielsweise der berühmte "Panama-Hut" aus geflochtenem Bast. Mit einem solchen Hut wird der Kopf vor der Sonneneinstrahlung geschützt, jedoch lässt das Flechtwerk genug Luft durch, damit die Verdunstung des natürlichen Schweißes nicht behindert wird.

Ebenfalls zum cranealen Schwitzen zählt das Schwitzen an Hals und Nacken. Meist ist hierbei ebenfalls die direkte Sonneneinstrahlung schuld oder ein hoher Blusen-/Hemdkragen verhindert ausreichende Luftzirkulation.

 

Sofortmaßnahmen gegen Schwitzen auf der Kopfhaut

Da die Kopfhaut recht empfindlich ist, sollten dort nur "sanfte" Antitranspirante zum Einsatz kommen. Grundsätzlich gilt: Eine Behandlung der schwitzigen Kopfhaut mit Antitranspiranten ist sehr schwierig und zeitaufwendig, da das Mittel direkt auf der Kopfhaut (nicht in die Haare) einmassiert werden muss. Bei langen Haaren ist dies sehr mühselig. Dennoch ist es mit etwas Geduld möglich, eine gleichmäßige und großflächige Applikation zu erreichen. Dazu eignet sich eine Tropfflasche am besten, mit der das Antitranspirant auf die Fingerkuppe geträufelt werden kann.  Damit kann das Mittel gezielt mit dem Finger einmassiert werden (vergleichbar mit einem Haarwasser). Empfehlenswert ist auch das Umfüllen der Flüssigkeit in eine Flasche mit spitzer Tropftülle (ähnlich einer Flasche für Haushaltbenzin o.ä.). Deartige Fläschchen sind in Geschäften für Friseurbedarf erhältlich.

Bei der Anwendung auf der Kopfhaut ist jedoch etwas Vorsicht ist geboten:

  • Die Flüssigkeit darf nicht in die Augen laufen und nicht auf die Schleimhäute (Mund, Nase) gelangen!
  • Die Haare müssen zum Zeitpunkt der Anwendung trocken sein! Antitranspirante können in Verbindung mit Feuchtigkeit und Schmutz die Haut reizen.
  • Achtung! Bei getönten und gefärbten Haaren, aber auch bei bestimmten Naturtönen (z.B. rote Haare) können Antitranspirante unter Umständen zu Farbveränderungen oder Bleicheffekten führen. Erkundigen Sie sich im Vorfeld unbedingt beim Hersteller über die Möglichkeit der Anwendung auf der Kopfhaut. Wenden Sie das Produkt zunächst nur an einer unauffälligen Stelle an!

 

Sofortmaßnahmen gegen Schwitzen an Hals und Nacken

Grundsätzlich sollte eine Bekleidung aus atmungsaktiven Materialien getragen werden. Diese sollte so locker sitzen, dass Luftzirkulation möglich ist.

Weitere Abhilfe schaffen sanfte Antiperspirante, auch "Gesichtsdeos" genannt, welche abends vor dem Schlafengehen auf Hals oder Nacken aufgetragen werden. Da sie über Nacht einziehen, stören sie am nächsten Morgen nicht. Kleidung wird nicht verfärbt und normales Waschen/Duschen ist ohne Probleme möglich.