Hausmittel gegen Körpergeruch

Sascha Ballweg

Alte Hausmittel, über Jahrhunderte erprobt und von Generation zu Generation weitergegeben, können bei leichtem Körpergeruch durchaus Erfolg bringen. Doch auch wenn die meisten dieser Methoden eine echte Bromhidrose kaum in Schach halten werden: Ein Versuch lohnt sich immer, denn Hausmittel sind günstig, natürlich und bestens verträglich. Da Körpergeruch vielfach durch ekkrinen Schweiß entsteht, sollten auch → Hausmittel gegen Schwitzen (siehe unten) probiert werden.

Traditionelle Hausmittel gegen Körpergeruch:

  • Zimt _ Schon im Altertum war gemahlener Zimt (Rinde des Zimtbaumes) als Mittel gegen Schweißfüße und den damit verbundenen Geruch bekannt. Heute wird das Gewürz in Schuheinlagen eingearbeitet, die in der Regel sehr gut helfen. Bitte lesen Sie hierzu auch unseren Artikel zu → Zimtsohlen gegen Fußgeruch.
  • Zitrone _ Ein klassisches Hausmittel gegen Schweißgeruch ist die Zitrone. Diese erfüllt hierbei nicht nur die Aufgabe eines Deodorants (Geruchsneutralisierung). Sie kann aufgrund ihrer Inhaltsstoffe auch die Schweißbildung reduzieren. Der Saft der Zitrone wird dabei einfach auf die betreffenden Körperstellen aufgetragen, z. B. in dem man mit der halbierten Frucht über die Achselhöhle streicht. Die Folge ist ein relativ neutraler, langanhaltender und frischer Citrusduft. Die sauren Bestandteile der Zitrone (u. a. Ascorbinsäure) haben einen adstringierenden Effekt, d.h. die Haut zieht sich an der eingeriebenen Stelle zusammen, wodurch die Schweißporen verengt und damit der Schweißabgaben reduziert werden. Inzwischen gibt es auch Deodorants ohne Aluminium, die die "Kraft der Zitrone" nutzen.
  • Spitzwegerich _ Die desinfizierende Wirkung von Gerbstoff und Acubin in Spitzwegerich (Plantago lanceolata), beispielsweise bei natürlichen Hustensäften bekannt, wird auch für die Bekämpfung von Körper- bzw. Schweißgeruch eingesetzt. Da die Gewinnung des Pflanzensaftes jedoch recht aufwendig ist, sollte man auf natürliche Pflegeprodukte des Handels zurückgreifen. Spezielle Waschschäume (z. B. BromEX Foamer) enthalten Spitzwegerich, dadurch können die geruchsbildenen Hautbakterien reduziert werden.
  • Süßholzwurzel _ Die Wurzel der aus Asien stammenden Süßholzpflanze (Glycyrrhiza) wird seit jeher vielseitig eingesetzt. Aus dem Saft der Wurzel wird Lakritze hergestellt, welches nicht nur für seinen aparten süßlichen Geschmack bekannt ist, sondern auch für seine vielseitige medizinische Wirkung. Die Süßholzwurzel wirkt aufgrund der enthaltenen Saponine, vor allem der Glycyrrhizinsäure, antibakteriell und antimykotisch. Spezielle Waschschäume (z. B. BromEX Foamer) enthalten Süßholzwurzelextrakte, um die Hautflora besser auszubalancieren.

  • Tomatensaft _ Bäder in Tomatensaft sind seid jeher bekannt als "Geheimwaffe" gegen Gerüche. Trotzdem ist die tatsächliche Wirkung umstritten und laut vielen Bromhidrotikern gar nicht vorhanden. Viele Betroffene mit mäßigem Körpergeruch schwören jedoch darauf. Sogenannte "Stinkfüße" können täglich abends in reinen Tomatensaft getaucht werden (wiederverwendbar!). Für Vollbäder reicht es, einen halben Liter Tomatensaft in das Badewasser zu geben. Nachteil: relativ hohe Kosten; tatsächliche Wirkung bislang nicht belegt.
  • Apfelessig _ Die Säure des Apfelessigs (Acidum aceticum, dt. Essigsäure) hat die gleiche deodorierende und adstringierende Wirkung wie Zitrone (siehe oben). Nachteil: nach dem Auftragen erhebliche Geruchsbelästigung.
  • Acker-Schachtelhalm _ Der aus Acker-Schachtelhalm (bot. Equisetum arvense) hergestellte Zinnkraut-Tee (Equiseti herba) kann sowhl getrunken, als auch äußerlich angewandt werden. Die Pflanze enthält ca. 10 % Kieselsäure, Flavonoide, Saponoide, Glykoside, Kalium, Pflanzen- und Carbonsäuren. Diese Bestandteile wirken antibakteriell und desinfizierend.

  • Magnesiumhydroxid _ Die als Milk of Magnesia® bekannte chemische Verbindung kann äußerlich angewendet werden und soll tropfenweise aufgetragen als probates Mittel gegen Schweißgeruch helfen. Belege für die Wirkung oder Erklärungen für die Wirkweise gibt es jedoch nicht.

  • Kaisernatron _ Das auch als "Speisesoda" oder "Backsoda" bekannte Natriumhydrogencarbonat kann aufgrund seiner stark austrocknenden und deodorierenden (in diesem Fall: Neutralisierung von Gerüchen) Eigenschaften auch oberflächlicg auf der Haut, z. B. an den Füßen, verwendet werden.

  • Stärke _ Stärke, z. B. Maisstärke, ist in der Lage, relativ große Mengen Flüssigkeit zu binden. Es kann deshalb mit Kaisernatron (s.o.) vermischt als Puder eingesetzt werden. Nachteil: bei genügender Durchfeuchtung bildet sich ein extrem klebriger Brei, der nur schwer von Kleidungsstoffen und der Haut zu entfernen ist.

  • Heilerde _ Heilerdepulver, in Wasser gelöst, kann Gerüche, die durch ätherische Öle bestimmter Nahrungsmittel (z. B. Knoblauch oder Zwiebeln) entstehen, binden. Dazu muss das etwas unangenehm nach Lehm schmeckende Präparat mindestens 2x am Tag (1 Glas) und nach den Mahlzeiten getrunken werden.

  • Milch und Petersilie _ Wer vor und nach geruchsintensiver Nahrungsmittel (z. B. Knoblauch) frische Petersilie kaut und Milch trinkt, kann ungenehme Gerüche verhindern. Nachteil der frischen Petersilie: sie ist meistens nicht zur Hand wenn man sie braucht.

  • Frost/Einfrieren _ Einfach aber effektiv: Turnschuhe und Kleidungsstücke, die einen permanenten Schweißgeruch angenommen haben, sollten zunächst mit Hygienespüler (z. B. Sagrotan®) gewaschen werden und nach dem Trocknen im Eisfach oder in der Tiefkühltruhe für einige Tage eingefroren werden (bitte einzeln in verschließbare Gefrierbeutel verpacken). Die meisten "Geruchsbakterien" sind relativ hitzebeständig, d.h. die Kleidung müsste zum Abtöten der Keime gekocht werden, was nicht immer möglich ist. Besser ist die Gefriermethode, da die Bakterien sehr anfällig für Kälte sind. Leider nehmen geeignete, schweißaufsaugenden Gewebe immer wieder Gerüche an, so dass der Vorgang regelmäßig wiederholt werden muss.

  • Chlorophyll _ Das für die Photosynthese der Pflanzen wichtige Blattgrün ist in Blattgemüse (z. B. Grünkohl, Spinat, Broccoli) sowie in Petersilie in besonders hoher Konzentration enthalten. Chlorophyll hat keine geruchsneutralisierende Wirkung, wie oft angenommen wird. Es verhindert lediglich, dass im Körper lebende Stoffwechselbakterien bei der Aufspaltung von Nahrungsmitteln bestimmte chemische und stark riechende Verbindungen produzieren können. Die Wirkung hält zwischen 4 und 12 Stunden an, ist allerdings weder verlässlich noch pauschal planbar, da sie stark durch die Art der Ernährung und andere äußere wie innere Einflüsse bestimmt wird. Dennoch kann eine gesunde Ernährung mit viel grünem Gemüse den eigenen Mund- und Körpergeruch deutlich verbessern.

Traditionelle Hausmittel gegen Schwitzen:

  • Salbei _ Bekanntes Hausmittel gegen Schweiß ist Salbei. Salbeitee lindert moderates Schwitzen und leichten Nachtschweiß. Dazu täglich morgens 1 Teelöffel Salbeiblätter in eine Tasse geben, mit kaltem Wasser übergießen und bis abends stehen lassen. Vor dem Trinken durchsieben und erst kurz vor dem Schlafen trinken. Die Anwendung kann am nächsten Morgen und Mittag weitergeführt werden, wenn genügend Tee vorbereitet wird. Salbei als Naturheilmittel findet sich auch in modernen Antitranspiranten (z. B. AHC sensitive).
  • Franzbranntwein _ Wer mäßig schwitzt, kann sich eventuell mit einer hochprozentigen Franzbranntwein-Kur Abhilfe verschaffen. Dazu sollte man die betroffenen Stellen morgens und abends mit dem Mittel einreiben und es so lange wie möglich einziehen lassen. Nachteil: Strenger Alkoholgeruch, außerdem nicht bei empfindlicher Haut zu empfehlen. Franzbranntwein bekommt man in der Aoptheke oder im Reformhaus.
  • Eichenrindensud _ Sud aus gekochter Eichenrinde kann bei Schweißfüßen helfen. Dazu werden 1 kg Eichenrinde in 5 l kaltes Wasser eingerührt. Das Wasser zum Kochen bringen und 30 Minuten lang köcheln lassen, dann fein durchsieben. Im Sud die Füße jeden Abend baden. Nachteil: relativ aufwendig und nur begrenzt haltbar.

Deodorant-Rezepte:

Mit selbstgemixte Deodorants auf natürlicher Basis kann mäßiger Körpergeruch durchaus zufriedenstellend verhindert werden. Deutliche Nachteile gegenüber industriellen Produkten ergeben sich bei der Haltbarkeit und Hautverträglichkeit. Wann ein selbst hergestelltes Deo verfällt und nicht mehr nutzbar ist (bakterielle Zersetzung, Pilzbildung etc.) hängt von verschiedenen Faktoren ab (z. B. Lagerung) und ist kaum zu bestimmen. Natürliche Grundstoffe können die Haut ebenso reizen oder darauf kontaktallergische Reaktionen hervorrufen wie chemische!

Rezeptbeipiel:

➔ Zitronensaft
➔ Extrakt aus Grapefruit-Kernen
➔ reinstes Öl (z. B. natives Olivenöl)
➔ Virginische Zaubernuss (Hamamelis virginiana)
➔ Wasserstoffperoxid (wirkt stark deinfizierend, dient auch als Konservierungsstoff)

Wichtig: Fragen Sie beim Kauf der Zutaten in der Apotheke nach geeigneten Mischungsverhältnissen! Wir dürfen an dieser Stelle aufgrund der genannten Zutaten keine exakten "Rezepte" veröffentlichen. Die Mixtur sollte in eine saubere und fest verschließbare Sprühflasche (mit Pump-Mechanismus) gefüllt werden. Kühl und Dunkel lagern.