Ausgewogene Ernährung

Sascha Ballweg

Die Ernährung hat keinen unmittelbaren oder langfristigen Einfluss auf den individuellen Körpergeruch. Zwar können bestimmte Speisen, Gewürze oder Nahrungsmittel den Eigengeruch verstärken oder ihm eine charakteristische Note hinzufügen (z. B. nach dem Verzehr von Knoblauch), die Entstehung von Schweißgeruch bleibt von ihnen jedoch unberührt. Allerdings haben gewisse Ernährungsgewohnheiten, im weitesten Sinne, einen Effekt auf die Tätigkeit der ekkrinen Schweißdrüsen. Bestimmte Konsumgewohnheiten führen eindeutig zu einem verstärkten Schwitzen, welches wiederrum die Geruchsbildung fördert.

Deshalb ist es sinnvoll, folgende Tipps zu berücksichtigen:

  • grundsätzlich auf eine ausgewogene Ernährung achten
  • Mahlzeiten mit viel grünem Blattgemüse (enthält → Chlorophyll)
  • fleischarme Kost oder vegetarisch orientierte Ernährung
  • Übergewicht durch richtige Ernährung verhindern/abbauen
  • übermäßigen Konsum von Kaffee und Koffein vermeiden
  • auf scharfe Speisen und Gewürze verzichten

Weitere Tipps zum Konsumverhalten:

  • auf Nikotinkonsum verzichten
  • alkohol- und drogenfrei leben
  • Leber- und Nierentätigkeit unterstützen (viel Trinken)
  • Elektrolyte stets ausgleichen

Gesunde Ernährung verbessert den Körpergeruch

Wissenschaftliche Studien [1] haben ergeben, dass eine ausgewogene fleischarme Ernährung, basierend auf frischen Zutaten wie Gemüse und Obst, den Körpergeruch nachweislich positiv beeinflusst. Zwar wäre es falsch zu behaupten, eine solche Diät könnte Körpergeruch per se verhindern, aber die Art, wie die eigenen Ausdünstungen von anderen wahrgenommen werden, ändert sich dadurch zum Teil drastisch. Das Forscherteam um den Biologen Jan Havlicek von der Karls-Universität in Prag (CZ) fand in Geruchsversuchen heraus, das Studentinnen den Geruch von Männern, welche für 14 Tage auf jeglichen Fleischkonsum verzichtet hatten, deutlich attraktiver fanden. Allerdings spielte dabei auch die individuelle Situation der Frauen eine Rolle, so änderten sich die subjektive Wahrnehmungen abhängig davon, ob die Probantinnen mit der Pille verhüteten, vor dem Eisprung standen oder in einer Beziehung gebunden waren.

Eine weitere Rolle bei der fleischlosen Kost spielt das → Chlorophyll, welches in grünem Blattgemüse wie Spinat oder Grünkohl in hohen Mengen enthalten ist.

Übergewicht und Körpergeruch

Das Körpergewicht selbst hat keinen Einfluss auf die Schweißproduktion. Auch schlanke Menschen können extrem stark schwitzen. Untersuchungen haben mehrfach bewiesen, dass entgegen der gängigen Vorurteile, "Dicke" eben nicht "wie die Schweine schwitzen" (frei nach Marius Müller-Westerhagen). Allerdings hat der adipöse Körperbau in Bezug auf den Geruch einen Nachteil: in Hautfalten kann sich Schweiß sammeln und eine Art Mikroklima bilden, in dem sich der typische Schweißgeruch regelrecht "einnistet". Auch kann es rein praktisch zu Einschränkungen bei der Körperhygiene kommen.

Mehr Schwitzen = mehr Schweißgeruch

Da starkes Schwitzen die Entstehung von Körpergeruch (Schweißgeruch) begünstigt bitten wie Sie zu diesem Thema auch unseren ausführlichen Beitrag → Schwitzen durch falsche Ernährung zu lesen.

 

[1] Havlicek J, Lenochova P "The effect of meat consumption on body odor attractiveness" Chem Senses. 2006 Oct;31(8):747-52. Epub 2006 Aug 4.