Aluminium: Wahrheit und Mythos

Sascha Ballweg

Aluminium (Al) ist das dritthäufigste Element und häufigste Metall der Erde. Täglich kommt der Mensch auf ganz natürliche Weise mit Aluminiumverbindungen in Berührung. Selbst die Atemluft und unser Trinkwasser enthalten deutlich messbare Spuren des Metalls. Auch in unserer Nahrung kommt Aluminium ganz natürlich (also nicht durch Anreicherung) vor, so zum Beispiel in Kartoffeln und vielen anderen Gemüsearten wie auch in Teeblättern. Darüberhinaus findet sich das Metall in einer schier endlosen Anzahl von Gebrauchsgegenständen, die, je nach ihrer Beschaffenheit, mehr oder weniger viel Aluminium absondern (Emission).

Vor diesem Hintergrund ist es verwunderlich, dass Mitte der 1990er Jahre ausgerechnet Antitranspirante und Deodorants auf Grund ihres Aluminiumgehaltes plötzlich eine dringliche Gefahr für Mensch und Gesundheit darstellen sollten. Nach mehr als 100 Jahren problem- und konfliktloser Anwendung, wurden diese Mittel quasi über Nacht verteufelt, ungeachtet der wissenschaftlich belegten Tatsache, dass deren Aluminiumgehalt relativ gering und eine Aufnahme durch den Körper nahezu ausgeschlossen ist. Trotzdem verbreitete sich das Gerücht ungeprüft oder durch Halbwissen fragwürdig ergänzt, in Windeseile. Am Ende waren Anwender auf der ganzen Welt verunsichert. Erst wer seinen Arzt konsultierte wurde aufgeklärt. Noch heute geistern Gerüchte wie "Deos erzeugen Brustkrebs" oder "Aluminium-Deos lösen Alzheimer aus" durch das Internet. Wer sich jedoch näher mit den diffamierten Produkten und vorallem mit dem Thema "Aluminium" beschäftigt, wird schnell erkennen, was von den unzähligen Behauptungen wahr oder falsch ist.

Alles, was Sie über Aluminium wissen sollten:

  • Aluminium ist das häufigste Metall der Erde. Es ist praktisch unmöglich, nicht damit in Berührung zu kommen.

  • Wie alle Metalle der Erde ist auch Aluminium ab einer gewissen Dosis toxisch, d.h. erst ab einer gewissen Konzentration im Körper besteht eine Gefahr für den Organismus. Das BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) bzw. die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) haben in ihren Sicherheitsveröffentlichung einen festen Grenzwert für die maximal tolerierbare Aufnahme von Aluminium definiert:

    1. Pro Woche sollte der Mensch nicht mehr als 60 mg Al aufnehmen.

    2. Pro Tag sollte der Mensch nicht mehr als 8,6 mg Al aufnehmen.

Die maximal mögliche Aufnahme von Aluminium durch eine Benutzung von AlCl-basierten Antitranspiranten ist mit nur 7 Mikrogramm pro Tag verschwindend gering [1]. Selbst mit der Atemluft nimmt der Mensch täglich mehr Aluminium zu sich. Studien haben vielmehr gezeigt, dass einige Medikamente die Grenzwerte für die Aluminiumemission/-aufnahme um ein tausendfaches überschreiten. Als kritisch gelten außerdem bestimmte, saure Gemüsesorten, insbesonders wenn sie in Dosen aus Aluminiumlegierungen lagern. Auch die Zubereitung von Mahlzeiten mit sauren Zutaten (z.B. Zitronensaft oder Essig) in Töpfen und Pfannen aus Aluminiumlegierungen sowie das Backen solcher Mahlzeiten in Aluminiumfolie ist mit Vorsicht zu genießen: Wiederholen sich solche Mahlzeiten mehrmals pro Woche, so würde der Grenzwert schon bald überschritten werden. Dagegen scheint die tägliche Benutzung eines reinen Antitranspirants, d.h. ohne Parabene oder Peptide, eher unbedenklich. Um vergleichbare Werte wie bei den Medikamenten zu erreichen, müsste ein Mittel mit 20% Aluminiumchlorid über 8000 mal pro Tag angewendet werden!

Aluminium in Forschung und Wissenschaft
Die Hypothese, dass Aluminium eventuell im Zusammenhang mit Brustkrebs oder Morbus Alzheimer stehen könnte, wurde erstmals in den 1960er Jahren geäußert. Unzählige wissenschaftliche Studien haben sich seit dem intensiv mit dem Thema beschäftigt. Bis heute gibt es jedoch keinen Nachweis dafür, dass Aluminium Brustkrebs- oder Alzheimer-Erkrankungen auslösen kann oder für deren Entstehung direkt verantwortlich ist.

Wichtig:
Bitte lesen Sie hierzu unsere ausführlichen Artikel → Antitranspirant: Brustkrebs und → Antitranspirant: Alzheimer.

[1] QUELLE: Flarend R, Bin T, Elmore D, Hem SL (2001), "A preliminary study of the dermal absorption of aluminium from antiperspirants using aluminium" Food and Chemical Toxicology, Volume 39, Issue 2, February 2001, Pages 163–168